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Ausgewirbelt: Denis Grgic (l.) lässt das grüne Trikot hinter sich. Er spielt künftig in Rot – beim SV Raisting.

Manuel Diemb steht als Ersatz bereits parat

Der Top-Torschütze geht: Murnaus Grgic wechselt zum SV Raisting

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Der TSV Murnau muss einen schmerzlichen Abgang verkraften. Top-Torjäger Denis Grgic verlässt den Kreisligisten und wechselt zum SV Raisting in die Bezirksliga.

Murnau – Überrascht war Michael Adelwart nicht. „Denis hat mir schon vor längerer Zeit gesagt, dass er überlegt, wie es für ihn nach der Saison weitergeht“, betont der Abteilungsleiter des TSV Murnau, der die Fußballer bis zum Ende der abgelaufenen Spielzeit zudem trainierte. Doch so sehr er auch vorbereitet war auf das, was ihm sein Stürmer Denis Grgic vor wenigen Tagen mitgeteilt hat. Gänzlich kalt lässt auch Adelwart der Wechsel des 20-Jährigen zum SV Raisting (Bezirksliga) nicht. „Schade ist es schon“, sagt er. „Es wäre bei uns sicherlich weiter bergauf gegangen für ihn.“

Den richtigen Weg hatte Grgic längst eingeschlagen beim TSV. Die vergangene Saison war seine mit Abstand beste, seit er im Herrenbereich für die Murnauer aufläuft. Mit acht Toren und drei Vorlagen war er mannschaftsinterner Top-Scorer im Kreisliga-Team. Eine ordentliche Bilanz, ohne Frage. Doch sind es nicht allein die Zahlen, die Grgics Wert für den TSV ausreichend veranschaulichen. Der großgewachsene Stürmer besticht durch andere Qualitäten. 90 Minuten lang arbeitet er sich für seine Mannschaft auf, wirft seinen wuchtigen Körper in jeden Zweikampf als gäbe es dort eine Sonderwertung zu gewinnen. Gegen Grgic zu verteidigen – das tut oft weh. „Seine Spielweise ist brutal“, sagt Adelwart. Und offenbar auch außerhalb des Landkreises gefragt.

SVR-Trainer Franz wollte Grgic unbedingt haben

Begehrlichkeiten hat Grgic wohl vor allem bei Raistings Trainer Johannes Franz, der ebenso wie der Ex-Murnauer in Peißenberg wohnt, geweckt. „Er wollte ihn unbedingt haben“, sagt Adelwart. Die mehrmaligen Anrufe und Interessensbekundungen von Seiten des Bezirksligisten fruchteten letztlich. „Denis möchte es einfach einmal eine Klasse höher probieren.“ Dass er diese Herausforderung im Kreuz hat, steht für seinen bisherigen Förderer Adelwart außer Frage. „Aber mehr, als ihm viel Glück zu wünschen, kann ich jetzt nicht mehr tun.“

Manuel Diemb als Ersatz

Für Ersatz ist beim TSV Murnau längst gesorgt. Grgics Rolle in vorderster Front oder etwas zurückgezogen hinter den Spitzen soll in Zukunft Manuel Diemb übernehmen. Auch wenn Adelwart die beiden ungern miteinander vergleicht. „Er ist ein komplett anderer Spielertyp“, sagt der Fußball-Chef über den Neuzugang vom MTV Berg, wo diesem in der abgelaufenen Rückserie in sieben Einsätzen zwei Tore gelangen. In der Hinrunde traf der Angreifer zudem elfmal in 13 Partien für Kreisliga-Absteiger ASV Antdorf. Im Gegensatz zu Grgic liegen Diembs Stärken weniger im läuferischen und kämpferischen Bereich. Vielmehr weist der ebenfalls erst 20-Jährige eine für sein Alter erstaunliche Ruhe vor dem gegnerischen Tor auf. „Manu ist enorm abgezockt“, betont Adelwart. „Mit dem Ball am Fuß bringt ihn so schnell nichts aus der Ruhe.“

Wie schon bei seinem Wechsel von Antdorf nach Berg bringt Diemb auch diesmal seinen jüngeren Bruder Kevin (18) mit. Wer dabei an ein Gentlemen-Agreement zwischen dem TSV und Familie Diemb denkt, irrt jedoch. „Wir versprechen uns schon auch sportlich etwas von Kevin“, stellt Adelwart klar. Der Linksfuß, der sich als Außenverteidiger am wohlsten fühlt, besticht durch eine gute Technik und Übersicht. Das Manko: „So richtig fit war er in seinem Leben noch nie.“ Doch wer Adelwart kennt, weiß, dass sich das wohl bald ändern wird.

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