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Annika Doppler steht mit dem TSV Murnau aktuell auf Platz zwei in der Bezirksoberliga.

Ex-Nationalspielerin Annika Doppler im Video-Interview

Doppler: „Die Hymne bei der Nationalmannschaft zu singen - das war richtig cool“

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Annika Doppler ist in ihrer Karriere bereits Europameisterin geworden. Aktuell spielt sie beim TSV Murnau und macht Cybertrainings für Fußballmannschaften.

München - Annika Doppler wechselte mit 14 Jahren zum FC Bayern. Sie durchlief sämtliche Juniorinnen-Nationalmannschaften und gewann die U17-Europameisterschaft im Jahr 2009. Es folgte ein Profivertrag bei den Damen des FC Bayern. Leider wurde Doppler häufig von Verletzungen zurückgeworfen. Sie sprach mit uns im Video-Interview über ihre Karriere und die Entwicklung im Frauenfußball. 

Annika Doppler ... über die fußballfreie Zeit

Mir geht es sehr gut, ich habe einiges zu tun. Derzeit mache ich meinen Master in Sportökonomie, eigentlich in Bayreuth, aber das ist jetzt ein Fernsemester geworden. Es gibt viele Online-Termine. Zudem habe ich die Chance ergriffen und bin gerade dabei, mich als Fitness- und Ernährungs-Coach selbstständig zu machen.

... über die Cybertrainings mit dem SV Ohlstadt und ihrer Mannschaft

Das kam über meinen Freund zustande. Ich wohne mittlerweile in Ohlstadt und kenne die Spieler und den Trainer ganz gut. Der Coach hat angefragt, ob ich denn Lust hätte ein Cybertraining zu machen. Jetzt machen wir das donnerstags regelmäßig. Ich glaube, es gefällt den Jungs ganz gut.

Ich versuche das Training fußballspezifisch zu machen. Zunächst ein kleines Warm-Up, eine Mobilisationseinheit und ein paar spezifische Übungen, die man auch zu Hause machen kann. Darauf folgt ein Kräftigungsteil mit dem Fokus auf der Rumpfstabilität und zum Abschluss eine kleine HIT-Einheit, damit man ins Schwitzen kommt. 

Mit meiner Mannschaft machen wir das auch einmal in der Woche. Das ist unser einziger Kontakt aktuell.

... über ihre Jugendzeit

Ich habe immer mit Jungs zusammengespielt. Mit sechs Jahren habe ich beim TSV Feldkirchen angefangen. Danach bin ich nach Ismaning und von dort zum TSV Grünwald gewechselt. Irgendwann musste ich zu den Mädels und bin zum FC Bayern gewechselt.

Für mich war es immer cool, mit Jungs zu trainieren und zu spielen. Ich konnte definitiv die Zweikampfhärte mitnehmen, obwohl manche Jungs bei mir immer ein bisschen gezögert haben richtig hinzugehen (lacht). Zudem ein gutes Spielverständnis, die Technik, Spielschnelligkeit und sich nichts zu scheißen, sondern einfach Fußball zu spielen. 

... über ihren Wechsel zum FC Bayern

Nach einem Hallenturnier fragte mich der Bayern-Trainer, ob ich Lust hätte ein Probetraining bei den Bayern-Mädels zu machen. Das habe ich gemacht. Ich war damals noch relativ jung und habe ein oder zwei Jahre immer dort mittrainiert. Damals gab es bei den Bayern erst Mannschaften ab der U17. Dadurch, dass der Kontakt immer da war und ich irgendwann eh wechseln musste, fiel die Entscheidung leicht. 

... über ihre Anfänge in der zweiten Mannschaft

Es war ein großer Schritt vom Jugend- zum Erwachsenenbereich. Die Athletik und Zweikampfhärte waren komplett anders. Man musste frühzeitig anfangen, daran zu arbeiten. Auch wenn die anderen ein bisschen älter waren und mehr Erfahrung hatten, habe ich gelernt immer weiter zu machen und zu versuchen mich weiterzuentwickeln. 

... über ihre Zeit in der Juniorinnen-Nationalmannschaft

Im Nachhinein schätzt man die Zeit noch mehr, als damals. Man hatte damals einen gewissen Druck, weil man natürlich gut sein wollte, um weiter bei der Nationalmannschaft zu bleiben. Es war jedes Mal ein tolles Gefühl die Nationalhymne auf dem Platz zu singen. Das sind Momente, die mich geprägt haben und die ich nie vergessen werde.

Die U17-Europameisterschaft 2009 war das Highlight meiner Karriere. Ich bin sehr stolz darauf. Die Momente im Halbfinale gegen Frankreich und im Finale gegen Spanien werde ich nie vergessen. Es war schon sehr cool, die Goldmedaille entgegen zu nehmen. 

... über ihre Zeit bei den Profis des FC Bayern

Damals ist auf jeden Fall ein Traum in Erfüllung gegangen. Es war richtig cool, zur Profi-Mannschaft zu kommen. Die Einsätze in der Champions League waren der Hammer.

Ich hatte in meiner Zeit bei den Profis einige Verletzungen, Hüftprobleme und Bänderrisse im Sprunggelenk. Es kam immer wieder etwas dazwischen, was mich zurückgeworfen hat. Deswegen musste ich mich immer wieder über die zweite Mannschaft aufbauen. Vielleicht sollte es am Ende einfach nicht sein. Der Trainer hat natürlich andere Spielerinnen genommen, die Spielpraxis hatten.

Das komplette Video-Interview mit Annika Doppler:

... über den Wechsel zum TSV Murnau

2014 habe ich bei Bayern aufgehört. Ich wollte mal etwas anderes machen, weil mein Leben bis dahin nur aus Fußball bestand. Ich habe mich entschieden, ein Auslandssemester zu machen und die Fußballschuhe kurzzeitig an den Nagel hängen. Die Zeit ist dann doch relativ schnell verflogen und mich hat es wieder gereizt (lacht). Über eine ehemalige Mitspielerin bin ich zum TSV Gilching gekommen und von dort zum FC Stern gewechselt. 

Leider kam immer wieder dieselbe Hüftverletzung auf. Nach zwei Jahren dachte ich dann: „Gut, vielleicht soll es bei mir einfach nicht mehr sein.“ Ich habe wieder pausiert und bin, über meinen Freund, nach Ohlstadt gekommen. Hier hat mich der Trainer vom TSV Murnau angesprochen. Und wie es so ist, man kann es nicht lassen (lacht). Die Truppe hat mir richtig gut gefallen und ich wollte es nochmal probieren. Hier habe ich das Gefühl, ich kann etwas bewegen.

... über die aktuelle Saison in der Bezirksoberliga

Ich finde, die Mannschaft hat sich unglaublich verbessert. Sowohl spielerisch, als auch technisch. Zudem haben wir ein paar gute Neuzugänge bekommen. Wir sind ein eingeschworenes Team und spielen auf einem tollen Level.

Das Ziel ist natürlich oben mitzuspielen. Ich persönlich habe immer das Ziel, Erster zu werden. Das ist einfach so in mir drin. Deswegen sollten wir einfach so weitermachen wie bisher und Spaß am Fußball haben. Wenn der Spaß gegeben ist, spielt man gut und oben mit.

... über die Rückkehr der Bundesliga

Einerseits verstehe ich es, dass sie wieder spielen wollen, oder auch müssen. Andererseits bin ich nicht so ganz davon überzeugt, dass es sinnvoll ist, diese Saison zu Ende zu spielen. Die Situation ist gerade schwierig und ich finde, Fußball steht nicht ganz oben an, sondern eher weiter unten. Die Gesundheit ist definitiv wichtiger.

... über die Entwicklung im Frauenfußball

Das Niveau im Frauenfußball hat sich enorm gesteigert. Davon bin ich sehr begeistert. Die Athletik und die Technik verbessern sich Stück für Stück. Ich denke, das kommt von alleine. Der Frauenfußball ist zeitlich hinter dem Männerfußball und wird natürlich nie auf diesem Niveau sein, aber die Entwicklung ist sehr gut. Es spielen ja auch immer Mädels im jungen Alter Fußball.

Text: Patrick Huljina

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