Schmerzlicher Verlust : Die Hallenkünste von Manuel Pratz (l.) sind hinlänglich bekannt. Nun fällt er aus. foto: Rabuser

Im Finale ohne den „Messias“

Murnau im Kurzporträt! Team muss in Manching auf Manuel Pratz verzichten

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Murnau – Was für den Bergfex eine Erstbesteigung darstellt, ist das Oberbayerische Futsal-Finale für die Fußballer des TSV Murnau. Denn nie zuvor hat ein Team aus dem Landkreis diese Bezirks-Endrunde erreicht. Trainer Tim Schmid fährt mit einem klaren Motto nach Manching: „Warum sollen wir nicht noch einmal überraschen?“

VON OLIVER RABUSER

Diese Frage stellt er in den Raum. „In den wichtigen Momenten war die Mannschaft bisher immer da.“ Für die Fahrt an diesem Samstag hat die Vorstandsriege sogar einen großen Bus gechartert, damit auch Schlachtenbummler dabei sein können. Für beste Stimmung sollte also gesorgt sein. Im Vorfeld des Finales stellt das Tagblatt mithilfe von Spieler Maximilian Giglberger die Hallen-Crew der Murnauer einmal näher vor.

Felix Schürgers: Egal ob Halle oder Freiluft: Auf den Keeper des TSV, in Insiderkreisen „Sid“ genannt, ist stets Verlass. Schürgers Macke: Er ist ein Rechen-Freak. Er checkt stets alle Eventualitäten durch. „Schon nach dem ersten Turnierspiel geht er alle Varianten für ein mögliches Weiterkommen durch“, verrät Giglberger.

Benedikt Hausmann: „Unser alter Opa, der gerne mal ein Training aus dubiosen Gründen auslässt, weil ihn seine alten Knochen nicht mehr so tragen.“ Giglbergers Fazit über den 36-Jährigen ist keineswegs despektierlich gemeint. Im Gegenteil: „Wenn er da ist, bringt der Hausl immer Leistung.“

Manuel Pratz: Hallen-Spitzname: „Geschmeidiger Messias“. Läuft es im Team nicht, geht bei Pratz oft dennoch etwas. „Wenn er einen Lauf hat, kann er ein Spiel alleine entscheiden.“ Allerdings fällt der technisch beschlagene Linksfuß wegen einer Verletzung kurzfristig aus.

Stephan Krug: Kapitän der Reserve, schlampiges Genie, so urteilt zumindest Giglberger. „Er kann viel mehr, wenn er sich mehr zutrauen würde.“ Es schlummere noch so viel Potenzial in dem introvertierten Kicker. „Er muss mehr aus sich rausgehen.“

Benedikt Buchner: „Unser Chancentod – in der Halle wie draußen.“ Da ist Giglberger knallhart. Zeugnisbemerkung: „Stets bemüht.“ War im ersten Jahr nach seinem Wechsel aus Söchering fast nur Bankdrücker. „Wir mussten ihn bei Laune halten.“ Oftmals Initiator kurioser Aktionen. Wie zuletzt in Fürstenfeldbruck, als Buchner nach einem Stoppfehler über den Ball fiel, diesen so noch selbst vor der Torlinie klärte.

Manuel Diemb: „Überragender Kicker“, schwärmt Giglberger. Doch meist von ähnlichem Chancenwucher befallen wie Buchner. „Nicht von ungefähr dessen bester Spezl“, feixt der Teamkollege.

Kevin Diemb: Noch so einer, der sein Potenzial in Murnauer Reihen bisher nicht ganz abruft. „Ein verrückter Typ, irgendwo zwischen Genie und Wahnsinn“, sagt Giglberger. Überragende Aktionen wechseln unvorhersehbar stets mit kapitalen Aussetzern. „Typischer 18-Jähriger“, urteilt der Ober-Routinier Giglberger, selbst gerade mal 25.

Bojan Stojanovic: Der Grandseigneur unter den Murnauer Indoor-Experten. Streichelt den Ball wie sonst nur eine junge Mutter ihr Erstgeborenes. „Wenn er im Kopf bereit ist, für die Mannschaft zu spielen, dann ist er unser bester Kicker“, bestätigt Giglberger. „Abgezockter Stürmer.“ Hilft den jungen Spielern an seiner Seite zu jeder Zeit.

Moritz Winkler: Passt die Einstellung, wäre Winkler ein „richtig Guter“. Doch hatten andere Belange in den vergangenen Jahren oftmals einen höheren Stellenwert „Vor allem, wenn Moritz auf dem Sprung in die Erste Mannschaft war“, konkretisiert Giglberger. Kein begnadeter Techniker, aber ein Kämpfer vor dem Herrn, der den Gegenspieler ohne Unterlass beackert.

Max Giglberger: Den Part übernimmt der Trainer. Der „Gigi“ wird im Scherz schon mal als „Kugelberger“ betitelt. Für Tim Schmid aber ist er der wichtige „Quarterback“ im Team. Giglberger hat ein „feines Füßchen“ im Spielaufbau, kann sich selbst auf engem Raum behaupten. Bei den Laufeinheiten überrascht er die Trainer immer wieder positiv. Erzielte in Fürstenfeldbruck ein herrliches Eigentor, verschoss zudem im Halbfinale Murnaus einzigen Sechsmeter. Und: „Er kann partout nicht verlieren.“

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