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So sehen Sieger aus: Die C-Junioren des TSV Murnau bejubeln nach dem 5:0-Sieg gegen den SC Unterpfaffenhofen ihren Meistertitel in der Bezirksoberliga. Ihre Handabdrücke haben sie auf einem Bild mit der Zahl 63 verewigt – so viele Punkte holten sie in dieser Saison. 

Drachengebrüll in der Kabine

C-Junioren des TSV Murnau sind Bezirksoberliga-Meister

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Die Ausgangslage war klar: Gewinnen die C-Junioren des TSV Murnau ihre beiden letzten Saisonspiele, sind sie Meister der Bezirksoberliga – und somit Aufsteiger in die Bayernliga.

Die Ausgangslage war klar: Gewinnen die C-Junioren des TSV Murnau ihre beiden letzten Saisonspiele, sind sie Meister der Bezirksoberliga – und somit Aufsteiger in die Bayernliga. So weit, so wunderbar. Doch geht mit einer Chance wie dieser auch eine gehörige Portion Druck einher. Ein Ausrutscher gegen Ismaning oder Unterpfaffenhofen – und der Lohn einer ganzen Saison wäre futsch. Eine Extrem-Situation für 15-Jährige. Aber die Murnauer Talente bewiesen Größe. Mit zwei Siegen (4:1 und 5:0) festigten sie Platz eins. Die Sensation – sie war perfekt.

Spricht Ingo Henn über das Husarenstück seiner Schützlinge, sprudelt der Stolz förmlich aus ihm heraus. „Die Burschen haben sich diese Meisterschaft so was von verdient“, betont der Trainer. Besonders da die letzten beiden Siege mit mehr Arbeit verbunden waren, als es die deutlichen Ergebnisse vermuten lassen. Gegen Ismaning lag der TSV zur Pause 0:1 zurück und in Unterpfaffenhofen verschoss die Mannschaft früh einen Elfmeter. „Da machst du dir schon kurz Sorgen, ob die Jungs das verkraften.“ Taten sie. Besonders Fabian Erhard drehte auf. Alle fünf Tore gingen auf das Konto des Stürmers. „Ein Riesen-Auftritt“, lobt Henn.

Erhard, dem insgesamt 19 Treffer in der Bezirksoberliga gelangen, ist eines von vielen Gesichter dieses Murnauer Erfolgsteams. Ebenso wie Nicolai Bierling und Konstantin Ott. Die beiden Leistungsträger setzen ihren Weg fortan im Nachwuchs des TSV 1860 München fort. „Eine Auszeichnung für unsere Arbeit“, sagt Henn. Mit Torwart Constantin Humpa sieht der 48-Jährige aus Rottenbuch sogar einen dritten Kandidaten für die Profiklubs aus der Landeshauptstadt. „Consti ist ein Ausnahmetalent“, unterstreicht er. Vorerst bleibt Humpa aber in Murnau. Mit dem Großteil seiner Teamkollegen sowie Trainer Henn rückt er in die B-Jugend auf, die momentan in der Kreisliga spielt. Das große Ziel: der nächste Aufstieg. „Für den Verein wäre das ein wichtiger Schritt.“ Zu groß sei ansonsten auf Dauer die Fallhöhe von Bayernligafußball in der C-Jugend zur U17-Kreisliga.

Die Herangehensweise wird dabei dieselbe sein wie in dieser Saison. Bei aller individuellen Klasse setzte Henn stets auf mannschaftliche Geschlossenheit. Wo bei der Konkurrenz oft viele Einzelkönner ohne Bindung zu den Mitspielern umherdribbelten, stand beim TSV ein verschworenes Kollektiv auf dem Platz. „Bei uns läuft jeder für den anderen“, verdeutlicht Henn. Disziplin, die sich auch in der Trainingsbeteiligung widerspiegelt. Obwohl der Coach und seine Assistenten Oliver Hindelang und Robert Speer die Nachwuchskicker wöchentlich dreimal an die Poschinger-Allee baten, war die Kabine stets prall gefüllt. „Alle haben voll mitgezogen.“ Für Henn steht fest: „Das war der Schlüssel zum Erfolg.“

Dass dieser die U15 des TSV Murnau künftig in die zweithöchste Liga ihrer Altersklasse führt, freut auch Michael Adelwart – ohne Frage. Der Abteilungsleiter musste jedoch zunächst einmal abklären, ob der historische Schritt in die Bayernliga für seinen Verein überhaupt zu stemmen ist. „Ich darf in meiner Funktion so einen möglichen Aufstieg nicht nur euphorisch sehen“, stellt er klar. Also berief Adelwart vor wenigen Wochen einen Elternabend ein. Denn eines steht fest: Eine höhere Liga bedeutet auch weitere Auswärtsfahrten. „Da brauchen wir die Unterstützung der Mamas und Papas.“ Seit diese ihm grünes Licht gegeben haben, bastelt Adelwart am Team für die kommende Saison. Neben einigen Neuzugängen aus Peiting, Raisting und Geretsried setzt er auf den Kern der bisherigen Murnauer U14. „Da sind viele gute Jungs dabei.“ Als Trainer hat er Stefan Schubert, der zuletzt Jugendleiter beim TuS Holzkirchen war, für den TSV gewonnen. Adelwarts Fazit: „Damit sind wir gerüstet – wir freuen uns auf die Aufgabe.“

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