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Frust bei Maximilian Giglberger. Doch hat er Glück: Nach einem schweren Foul verwarnt ihn der Schiedsrichter nur. 

TSV verliert klar beim SV Miesbach

Sontheims Torjubel ist Höhepunkt für Murnau-Fans

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Miesbachs Josef Sontheim begeisterte sogar die Fans des TSV Murnau. Nach seinem Treffer zum 4:1-Endstand glänzte er mit einem dreifachen Überschlag. 

Miesbach – Sein Kunststück durfte Josef Sontheim direkt vor dem Zuschauer-Block der Murnauer vorführen. Natürlich nur Zufall: Die Platzwahl hatte entschieden, dass Miesbach in Hälfte zwei auf der Seite angreift, auf der sich die 50 Unterstützer der Gäste versammelt hatten. Am Ende konnte der TSV-Anhang froh sein, wenigstens die Einlage des Miesbacher Torjägers gesehen zu haben. Für vier Euro bekamen sie zehn ordentliche Anfangsminuten ihres Teams geboten. Die waren das Geld nicht wert. Aber Sontheims dreifacher Überschlag nach dem 4:1 – ein Unikat unter den Torjubel-Varianten in der Kreisliga – entschädigte ein wenig.

Es gab Dinge, an denen sich die TSV-Sympathisanten erfreuten, etwa kreative Eckbälle oder früh anpressende Fußballer. Aber im Großen und Ganzen endete der Kreisliga-Auftakt wie so oft in den vergangenen Jahren: mit einer Enttäuschung samt deutlicher Niederlage. Hinter solchen Startschwierigkeiten soll bisweilen ein Trauma stecken, eine Angst, die sich im Kopf einnistet. Tim Schmid, der neue Murnauer Trainer, lehnt diese Theorie ab. An die Klatschen gegen Ohlstadt (0:3/2018) und Bad Kohlgrub (0:5/2017) habe „überhaupt keiner gedacht“. Vielmehr sei die Mannschaft gut gelaunt und mit einem Schuss Euphorie ins Spiel gegangen. Sie hatte ja nur gegen Bezirksligist Berg in der Testphase verloren und versucht, ihr neues System zu implementieren. Die Ansätze sehen vielversprechend aus. Murnau wartet nicht mehr ab, attackiert. Wenn es eine Schwachstelle in diesem Plan gibt, dann die Anfälligkeit für Konter. Fehlpässe im eigenen Angriff wirken obendrein wie ein Selbstzerstörungsmodus. „Ein gewisses Risiko“ gehe man mit diesem System ein, erklärt Schmid. Aber dermaßen viele Aussetzer hat er nicht einkalkuliert. Ergebnis: das 1:4.

Nach dem 1:3 „war der Glaube weg“

Clever und gnadenlos sei Miesbach gewesen. Vor allem Josef Sontheim, dem Schmid enorme Qualität zuspricht. „Der hat den Unterschied ausgemacht.“ Seine Technik und sein Tempo machen ihn ohnehin zu einem schwer zu stoppenden Fußballer. Mit Lkw-großen Freiräumen im Konter ist der Stürmer nicht aufzuhalten. Das 1:0 und 2:0 bereitete er vor, beim 4:1 lupfte er den Ball über Torwart Felix Schürgers. „Wenn er am Ball war, war’s gefährlich“, sagt Schmid. Sein Team dagegen offenbarte Schwächen im Umschaltspiel, zudem Mängel im Abschluss. Nasis Polymeridis setzte einen Ball nach drei Minuten über das Tor – er stand etwa fünf Meter davor. Nach Benedikt Buchners 1:2 kehrte die Hoffnung für 14 Minuten zurück. Bis Michael Probst aus 25 Metern der Schuss seines Lebens gelang. „Danach war der Glaube weg.“

Immerhin lief nicht alles gegen den TSV. Nach einem rot-würdigen Foul von Maximilian Giglberger zog Schiedsrichter Valentin Hägl nur Gelb. Schmid zeigte sich „froh, dass Max die nächsten Wochen dabei ist“. Sontheim, der Gefoulte, bekam seine Rache mit dem 4:1 neun Minuten später. ANDREAS MAYR

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