Zweikämpfe, Torraumszenen, Emotionen – dieses packende Derby hatte alles zu bieten. Hier kämpfen Murnaus Georg Kutter (l.) und Ohlstadts Jonas Thümmler um den Ball.
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Zweikämpfe, Torraumszenen, Emotionen – dieses packende Derby hatte alles zu bieten. Hier kämpfen Murnaus Georg Kutter (l.) und Ohlstadts Jonas Thümmler um den Ball.

Ausgleich in letzter Sekunde

Kreisliga-Derby: Kein Verlierer, doch nur ein Team jubelt

  • VonOliver Rabuser
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Nichts für schwache Nerven: Der TSV Murnau und der SV Ohlstadt lieferten sich ein irres Derby zum Auftakt die Fußball-Kreisliga.

Murnau – Was wie ein Ladenhüter begann, war im zweiten Abschnitt an Spannung und Dramatik nicht zu überbieten. Murnau hatte lange Zeit alle Trümpfe für den Heimsieg in der Hand. Ohlstadt aber kämpfte neben der Ehre auch für seinen verletzten Stürmer. Maximilian Schwinghammer musste nach einer Viertelstunde mit Schulterverletzung vom Feld. „Schaut nicht so gut aus“, versuchte sich SVO-Fußball-Chef Florian Müller in einer ersten Diagnose. Am Ende trennte man sich schiedlich, friedlich mit einem 3:3-Unentschieden.

Tischer: „Respekt an die Mannschaft“ - Überzeugt vom Kampfgeist

Wer der moralische Sieger dieser Partie war, war unschwer zu erkennen. Während Murnaus Coach Tim Schmid ein wenig Abstand brauchte, sich auf der überdachten Spielerbank verschanzte und grübelte, schritt sein Pendant auf Ohlstädter Seite, Jan Tischer, erhobenen Hauptes über den Kunstrasenplatz an der Poschinger Allee, um jedem seiner erschöpften Akteure persönlich zu gratulieren. „Respekt an die Mannschaft“, betonte Tischer ganz zu Beginn seiner Analyse. Klar, auch beim SVO lief nicht immer alles rund. Und in Summe waren die Boschet-Kicker spielerisch auch nur das zweitbeste Team. Aber die Einstellung der Unbeugsamkeit, die war zweifelsfrei auf Seiten der Gäste zu finden, die zweimal zurückgekommen waren, allen Widerständen trotzte und kurz vor Schluss mit dem Ausgleichstreffer belohnt wurden. „Der Kampfgeist war da“, lobte Tischer. Da kann man schon mal über die üblichen Mängel im Spielaufbau hinwegsehen.

Schmid: „ Wenn wir clever sind, machen wir den Sack zu.“

Kollege Schmid hingegen versuchte die sich am Ende überschlagenden Ereignisse richtig einzusortieren. „Immer ärgerlich, wenn du das 3:3 in der letzten Minute kassierst.“ Murnaus Coach trauerte einer Reihe an Szenen nach, in denen sein Team für Klarheit hätten sorgen können. „Wir haben schon Qualität nach vorne, ich denke, das hat man gesehen. Wenn wir clever sind, machen wir den Sack zu.“ Waren sie aber nicht, die jungen Drachen. Weder Georg Kutter, der unerlässlich die Ohlstädter Abwehrkette anlief und bei Ballbesitz emsig versuchte, die nötigen Räume zu schaffen. Noch Dominik Hoch, der zwar zur 1:0-Führung traf, beim Stande von 3:2 zehn Minuten vor dem Ende aber einen Strafstoß vergab. Kutter war beim Konter knapp schneller als SVO-Keeper Kevin Ziener, der den ehemaligen Uffinger alternativlos ummähte. Ziener aber tauchte den Elfmeter aus der bedrohten Ecke.

Kutter traf selbst auch. Nach einem kapitalem Ballverlust der Gäste, als selbst Innenverteidiger Simon Nutzinger aufgerückt war, nutzte der Neuzugang die Lücken der SVO-Abwehr geschickt zum 2:2 aus. Murnaus dritter Torschütze war Josef Bierling. Er tref per Abstauber nach einem Schuss von Bastian Adelwart, den Ziener nach vorne prallen ließ.

„Derby-Bernie“ schlägt doppelt zu

In Sachen Hauptprotagonist hatte dieses emotionale Derby den ältesten Akteur auf dem Platz vorgesehen. Kein Spieler in beiden Kader hat in diesen Nachbar-Duellen mehr Treffer erzielt als „Derby-Bernie“ Bernhard Kurz. Insgesamt ein eher unauffälliges Spiel des 33-Jährigen. Als es aber darauf ankam, war der Hechendorfer zur Stelle. Beim Ohlstädter 2:1-Führungstreffer setzte Kurz die Kugel aus 17 Metern aus linker Position in die lange Torecke. Und als das Spiel fast vorüber war, und die vielleicht letzte Hereingabe in den Sechzehner flog, war der Blondschopf erneut zur Stelle. Und Schmid bedient. „Man hätte das 3:2 in der Entstehung verhindern können.“ Lange Zeit wertete der TSV-Coach die Leistung seiner Elf als sehr ordentlich. „Aber da lassen wir das Tor eben zu.“

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