Enge Partie, harte Duelle: Hier hebt Uffings Georg Kutter (l.) beim Zweikampf gegen Laurenz Schneider ab.
+
Enge Partie, harte Duelle: Hier hebt Uffings Georg Kutter (l.) beim Zweikampf gegen Laurenz Schneider ab.

Moritz Hofmann entscheidet Derby

„Die Nummer eins am See sind wir“ - Murnau schlägt Uffing bereits zum dritten Mal

  • Andreas Mayr
    vonAndreas Mayr
    schließen

Bereits zum dritten Mal in Folge hat der TSV Murnau das Derby gegen den SV Uffing für sich entscheiden können. Das goldene Tor erzielte Moritz Hofmann.

Uffing – Ohrwürmer altern nicht. Und bleiben immer gleich nervig. Besonders in diesem Fall: In Uffing kann niemand mehr das Gedudel von der Nummer eins am See hören, das die Murnauer nun schon zum dritten Mal angestimmt haben. „Die Nummer eins am See sind wir“, sangen sie auch nach dem 1:0-Erfolg über den SVU am Sonntag. Nicht alle Spieler trafen die Töne. Gut, ihre Hauptaufgabe ist es auch, die Tore zu treffen – was ebenfalls nicht perfekt geklappt hat.

Hofmann entscheidet Derby mit Tor in der 47. Minute

Der Murnauer Gesangsverein in Grün hat neue Mitglieder. Zufällig fielen sie auf, weil sie alle Spezi-Flaschen in Händen hielten. Wo doch eigentlich die Halbe Bier das gängige Gesöff nach den Spielen ist. Spezi trinkt man in der Jugend. So schließt sich der Kreis. Die Burschen mit dem Zuckersaft sind nicht älter als 20, alt genug für das wichtigste Derby im Verein. Sie waren im Duell gegen Uffing nicht nur Statisten. Sie waren die Hauptdarsteller.

Eine Spezi-Flasche nahm Moritz Hofmann. Er vereint Kraft und Schnelligkeit. Mit Rippenschmerzen verließ er das Feld. Uffing hat alles versucht. Ist ihm auf die Füße gestiegen, hat an seinem Trikot gezogen, als der Schiedsrichter wegsah. Was man halt so macht. Der Froschhauser düste trotzdem vier Mal in bester Position aufs Tor, einmal traf er, nachdem ein Uffinger am Ball vorbeigetreten und den Angriff eingeleitet hatte. Damit entschied Hofmann das Derby in der 47. Minute.

Nicht mehr der TSV, den viele lange als Altherren-Truppe ohne Zukunft belächelten

Formell war das der 15. Spieltag, aber nach zehn Monaten Pause fühlte sich der Sonntag an wie Saisonstart. Besonders schön spielen die Teams selten zu diesem Zeitpunkt. Doch Uffing und Murnau überraschten. Mit erstaunlich viel Unterhaltung, Chancen, Spannung. Und erstaunlich wenig Krampf, Fouls sowie Fehlpässe. Auf Murnauer Seite sah man Dinge, von denen der Verein oft geträumt hat, sie aber mangels Personal nicht umsetzen konnte. 

Offensives Pressing und Ballbesitz, Präzisionspässe und zwei Stürmer, die den Namen auch verdienen. Das ist nicht mehr der TSV, den viele lange als Altherren-Truppe ohne Zukunft belächelten. Fünf Nachwuchskräfte stellte Tim Schmid auf, darunter Paul Rüttinger und Laurenz Schneider auf der Kernposition des Innenverteidigers – vor Kapitän Benedikt Hausmann. Das muss man sich trauen. „Bauchgefühl“, sagt der Coach. Er lag richtig.

Am Anfang funktionierte das Pressing, dann kam die Faulheit

Thomas Neumeier vom SVU verzockte sich dagegen mit seiner Aufstellung. Florian Schweiger und Christoph Seidl waren das falsche Personal gegen den schnellen Hofmann. „Zweimal richtig Glück gehabt“, sagt der Uffinger Trainer bei Chancen des TSV-Stürmers. 20 Minuten habe sein Team unter einer Hemmung gelitten. Der TSV legt die Anfangsphase anders aus: Da funktionierte das Pressing, danach kam die Faulheit. Uffing schaute zweimal (Georg Kutter und Felix Hoffmann) vor dem TSV-Tor vorbei. An anderen Tagen hätten sie getroffen. Hälfte zwei lief ähnlich. Erst Murnau, dann Uffing. „Ein Punkt wäre fair gewesen“, findet Neumeier. „Das bissl Glück hatten wir heute“, sagt Tim Schmid.

Schmidt: „Mega, das Hygienekonzept. Perfekt organisiert!“

Nach dem Spiel traf er sich auf einen Plausch mit SVU-Abteilungsleiter Klaus Staltmeier. Schmid wollte etwas loswerden. „Mega, das Hygienekonzept. Perfekt organisiert. Andere kriegen das nicht so hin.“ Jeder trug Maske. Hinter dem Zaun standen nur ein paar Schaulustige ohne. Die Maske dunkelte die Gesichter, nicht die Atmosphäre. „Top“, sagt Neumeier. „Dieses Flair ist die Bezahlung der Amateure.“

(ANDREAS MAYR)

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare