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1. FC Garmisch-Partenkirchen: Überraschungscoup mit Schubkraft

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Von: Oliver Rabuser

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Julian Ademi (l.) und Vorlagengeber Moritz Müller bejubeln einen Treffer des 1. FC.
Da kommt Freude auf bei Julian Ademi (l.) und Vorlagengeber Moritz Müller. © Oliver Rabuser

Beinahe hätten die Landesliga-Fußballer des 1. FC Garmisch-Partenkirchen vollends jubeln dürfen nach dem 3:2-Erfolg über Meister TSV Nördlingen. Da aber der FC Memmingen II ebenfalls seine Partie gewann, muss der 1. FC in die Abstiegsrelegation.

Garmisch-Partenkirchen – Mit der vielleicht besten Saisonleistung ringt der 1. FC Garmisch-Partenkirchen Landesliga-Meister TSV Nördlingen mit 3:2 nieder. Das Fernduell um den direkten Klassenerhalt geht dennoch knapp verloren. Nun heißt es Nachsitzen für die Werdenfelser, um den Klassenerhalt in der Relegation zu schaffen. Als erste Aufgabe wartet am kommenden Donnerstag (16 Uhr) ein Auswärtsspiel beim Ligakonkurrenten SV Bad Heilbrunn.

Die Szenerie nach dem Schlusspfiff war ein starkes Indiz für die neue Umgangssprache am Gröben. Es wurde gejubelt. An der Seitenlinie, auf dem Platz und auch auf der Tribüne. Obgleich mit Ausnahme der Spieler jeder wusste, dass es nicht ganz gereicht hatte. Neuburgs später Ausgleich rückte das mögliche Happy End noch einmal näher. Aber durch Memmingens Heimerfolg nach Rückstand gegen Ehekirchen haben die Garmisch-Partenkirchner in der Schlussabrechnung einen Zähler zu wenig auf dem Konto.

Egal, entschied Marcel Wollenberg und setzte im Mannschaftskreis zu einem flammenden Appell an. „Wenn wir noch viermal so auftreten, spielen wir nächstes Jahr Landesliga.“ Ausrufezeichen! Wollenbergs Worte waren Anerkennung und Einschwören für die kommenden Aufgaben gleichermaßen. „Zeigen wir diese Einstellung in der Relegation, muss uns erst mal jemand schlagen.“

Es war ein 1. FC, wie man ihn sich in dieser Runde öfter gewünscht hätte. Entschlossen, überzeugt, mit 120 Prozent Leistung in jeder einzelnen Szene. Und mit den lange vermissten Führungskräften auf neuralgischen Positionen. Florian Scheck hatte den Rückflug vom Diensttermin in Spanien eigens für diese Partie umgebucht. Sein Mitwirken erhöhte die Undurchlässigkeit der hintersten Linie. Davor stand Dominik Schubert, gab den jüngeren Nebenleuten Orientierung. „Er geht als Vorbild voran, nimmt die Mannschaft mit“, lobt Wollenberg. Mann des Tages aber war ein Spieler, den niemand auf der Rechnung hatte: Julian Ademi, Stütze des Reserveteams und mit nur wenigen Landesligaminuten behaftet. Als Außenverteidiger glänzte er mit dem Treffer zum 2:0. „Solche Geschichten schreibt nur der Fußball“, findet Wollenberg, um sogleich die Bedeutung von Ademis Auftritt zu kanalisieren: „Wichtig für alle Spieler, die bislang hinten dran standen, sich zu zeigen. Die Türe für Relegation und die nächste Saison ist offen.“ Und Ademi selbst? Der war „einfach nur glücklich und zufrieden“. Neben dem Defensivmann war Elian Schmitt Adressat von Wollenbergs Worten. Die fehlende Praxis war dem 20-Jährigen nicht anzumerken.

Der Spielfilm: Der 1. FC ging früh in Führung. „Hat uns in die Karten gespielt und hätte uns auch in anderen Spielen geholfen“, betont Wollenberg. Florian Langenegger fing in der eigenen Hälfte einen Angriff ab, über Moritz Müller ging’s schnell nach vorne, wo Jonas Schrimpf im Zentrum stand. Beim 2:0 glänzte Müller durch starke Ballannahme an der Seitenlinie und dem perfekten Zuspiel auf Ademi, der im Nachsetzen per Kopf traf.

Ein scharf getretener Eckball an den kurzen Pfosten bescherte den bis dato unauffälligen Gästen das Anschlusstor. Früh im zweiten Abschnitt packte dann Ademi entschlossen zu, über Jonas Poniewaz und Müller kam der Ball zu Schrimpf, dessen Schuss aus zehn Metern in der kurzen Ecke landete. Der Schlussakkord beinhaltete unter anderem eine starke Parade von David Salcher, etwas Glück, dass Simon Gruber den leeren Kasten verfehlte, den neuerlichen Anschluss der Gäste (wieder nach Eckball) sowie eine Hinausstellung ohne erkennbare Begründung – in erster Linie aber: viel Zuversicht aufseiten der wiedererstarkten Garmisch-Partenkirchner.

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