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In Überzahl? Obwohl der SVO um Matthias Kaindl (r.) mit einem Mann mehr kickt, dreht der Gegner das Spiel.

2:3-Niederlage beim FC Deisenhofen

Vorbei mit der Herrlichkeit beim SV Ohlstadt

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Bonjour tristesse: Die 2:3-Niederlage beim FC Deisenhofen zerstört nicht nur vorhandene Reste einer Aufbruchsstimmung, sie löst beim SV Ohlstadt zudem eine interne Kontroverse aus.

von Oliver Rabuser

Deisenhofen – Im Kabinentrakt des FCD roch es nach Schweiß, Gummiboden und Duschmittel. Als beide Teams nach Schlusspfiff vom 300 Meter entlegenen Kunstrasenplatz eingetroffen waren, schlossen sich hinter ihnen die Türen. Es war ein kurzer Moment der Ruhe, des Innehaltens und Durchschnaufens. Dann ging’s los. In der Deisenhofener Kabine hörte man laute Musik. Der FCD feierte sich und das Comeback in Unterzahl.

Eine Etage höher war es vorbei mit der Herrlichkeit. Es krachte ganz gewaltig. Bereits auf dem Platz bei der 2:3-Niederlage waren kleine Giftpfeile zwischen einzelnen Spielern geflogen. In der verschlossenen Umkleide beteiligte sich auch Trainer Markus Eberhart am Streit. Tief enttäuscht suchte der 47-Jährige im Anschluss im Nieselregen nach Antworten. Erstmals ging Eberhart – für gewöhnlich Schutzpatron des SV Ohlstadt – mit seinen Spielern hart ins Gericht. „Anstatt bei sich selbst sucht man die Schuld auch noch bei anderen“, sagte er zum Disput in der Kabine. Woche für Woche rede er sein Team stark. Trotzdem fällt es grundlos bei Widerständen in sich zusammen.

Was war passiert? Lange Zeit nichts außergewöhnliches. Ohlstadt zeigte anfänglich eine gefällige Reaktion auf den Aussetzer der Vorwoche. „30 Minuten super gespielt, Ball flach gehalten, tropfen lassen“, urteilte Eberhart. Wichtiger noch: Sofort attackierten die Ohlstädter ihre Gegenspieler in Ballbesitz, schlossen offene Räume. Resultat: Der Führungstreffer durch Bernhard Kurz in Form eines Hebers über Tormann Jonas Frech. Selbst der zwischenzeitliche Ausgleich war kein Beinbruch; mal abgesehen vom ungünstigen Zeitpunkt unmittelbar vor dem Pausenpfiff. Valentin Markmüller zirkelte den Freistoß nach Foul von Levent Karace aus 18 Metern zentraler Position raffiniert in die Maschen. Der SVO holte sich die Führung gleich nach Wiederbeginn zurück. Simon Nutzingers scharf geschossener Freistoß von der Eckfahne nötigte Deisenhofens Frederick Heinrichs zum Eigentor. Zwei Minuten später verabschiedete sich Marco Busch mit der Ampelkarte. Alles gerichtet für den SVO? Von wegen.

Auf unerklärliche Weise verloren die Gäste komplett die Ordnung, überließen dem Landesliga-Unterbau den Ball, taumelten dem Unglück entgegen. Körpersprache und gegenseitige Kommandos fehlten. Ein weiterer Standard brachte den Ausgleich. Bereits zur Pause hatte Eberhart ausdrücklich auf den gefährlichen Heinrichs hingewiesen. Ein Ballverlust im offensiven Zentrum war letztlich Auslöser des entscheidenden Tiefschlags. Über zwei Stationen kam der Ball vors Tor, verteidigt wurde dabei wie im Kindergarten der Kuchenteller. „Ich weiß nicht, was mit den Spielern in Überzahl vorgeht“, haderte Eberhart mit dem „richtig bitteren“ Nachmittag. „Warum spielen wir nicht einfach so weiter?“, fragte der Coach. Die Verantwortung wollte keiner tragen; lieber wegducken und auf Ballglück hoffen. „Was wir da machen, weiß ich nicht“, schimpfte ein konsternierter Eberhart, während er nicht nur sinnbildlich im strömenden Regen stand.

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