+
Respekt und Fairness zeichnen den Merkur CUP seit seinem Bestehen aus. Bei allem sportlichen Ehrgeiz sollen die Kinder auch ordentlich miteinander umgehen.

Überraschung verpasst

TSV Farchant guter Gastgeber, aber sportlich chancenlos im Merkur-Cup

  • schließen

Der silberne Pokal, also der große, begehrte Pott, stand nur zum Anschauen da. Anfassen verboten. Als der Sturm die kleinen Pavillons auf dem Farchanter Sportplatz gen Himmel beförderte.

Der silberne Pokal, also der große, begehrte Pott, stand nur zum Anschauen da. Anfassen verboten. Als der Sturm die kleinen Pavillons auf dem Farchanter Sportplatz gen Himmel beförderte, verstaute Uwe Vaders den Merkur CUP, das Allerheiligste für E-Jugend-Fußballer, flott in seinem Wagen. Das Ding wird noch gebraucht in zwei Wochen beim großen Finale in Unterhaching (20. Juli). Am besten ohne Kratzer und Dellen.

Zurück in Farchant ließ der Chef-Organisator eine kleine Glastrophäe. Vaders erklärte den Sinn dahinter bei der Siegerehrung. Den Pokal erhielt der TSV Farchant nicht für seinen sportlichen Erfolg als Sechster, sondern für seine Mühen als Ausrichter des Bezirksfinales. Gibt’s nur in diesem Jahr zur Jubiläums-Ausgabe des größten E-Jugend-Turniers weltweit. Garniert mit freundlichen Worten des Merkur-CUP-Machers, der hunderte Sportplätze im vergangenen Vierteljahrhundert besucht hat. „Souverän organisiert. Da weiß jeder, wo er hingreifen muss.“

Tobias Hamberger, der Jugendleiter in der Lederhose, grinste. Das war sein Zeichen der Zustimmung. Super sei das Turnier verlaufen, das der TSV als Werbeveranstaltung nutzte. Die oberbayerische Fußball-Familie sollte sehen, wie groß der Zusammenhalt auf dem Land ist. Dass Farchant eine Adresse ist, die sich zu besuchen lohnt. „Wir können das auch stemmen, wir sind auch da“ – nicht nur die Großstädter aus München und dem Umland, betont Hamberger. Voriges Jahr hat der Sportverein schon die A-Jugend von Greuther Fürth zum Trainingslager angelockt. Der Aufsteiger in die U19-Bundesliga kommt Ende Juli wieder. Außerdem findet an der Föhrenheide ein Torwart-Camp statt. „Der Trend –speziell in der Jugendarbeit – geht nach oben“, sagt Hamberger. Die Fußballer wollen sich als weiterer Standort neben dem 1. FC Garmisch-Partenkirchen etablieren.

Zumindest in der E-Jugend begegnen sich die Clubs auf derselben Ebene. Beide schafften es ins Bezirksfinale. Obwohl die Gastgeber in der Vorrunde ausschieden, bescheinigt Florian Urban – einer aus dem Trainer-Trio – seinen Fußballern eine sehr gute Leistung. Urban kennt sich in der Kleinfeldszene gut aus. Sein Sohn kickt in der U10 des TSV 1860 München. Viele Talente der Gegner hat er schon spielen sehen. Ihm war klar, wie gering die Chancen gegen Fürstenfeldbruck (0:2) und Peiting (0:3) sein würden. „Die zwei sind sehr weit entwickelt.“ In der Liga trifft Farchant nie auf ähnlich gute Mannschaften. Künftig erwägt Urban Testspiele gegen solch spielerisch herausragende Spitzenteams. Farchant schaffte es immerhin, die Brucker zu nerven, ihnen Angst einzujagen. „Wir haben alles rausgeholt“, lobt Urban. Erst zwei späte Freistoßtore retteten den Favoriten und töteten die Hoffnung auf eine Überraschung. „Die waren nur drin, weil sie Phillip blockiert haben“, schimpft Abwehr-Boss Fabian Rotter.

Er meint Torwart Phillip Bauer, den besten Farchanter im Bezirksfinale. In der Liga, in der Farchant zu den Top-Mannschaften zählt, muss er in manchen Partien kaum Schüsse halten. Gegen Fürstenfeldbruck und Peiting stand er unter Dauerbeschuss. „Ich hab’ ihm schon in der Früh gesagt, dass er schwitzen muss“, sagt Coach Urban. Aber so mag’s Bauer am liebsten. Das Gefühl, „wenn du einen Guten hältst“, sei das beste für einen Torwart, sagt der Keeper. Sein Coach ergänzt: „Die Unhaltbaren hält er eigentlich alle –schon das ganze Jahr über.“ Die Schüsse gegen Peiting waren aber nun wirklich nicht zu bekommen. Dafür kassierte Bauer im wichtigsten Duell gegen Miesbach kein Gegentor. Ein Sieg war das Ziel der Gastgeber gewesen. Kapitän Quirin Nöhmeier gelang das 1:0. Das Ergebnis im Spiel um Platz fünf (0:2) gegen Ebersberg interessierte dann nicht mehr wirklich. Denn auch so betont Hamberger: „Ich bin voll und ganz zufrieden, wie wir uns präsentiert haben.“

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

SG SC Böbing / SV Uffing kommt beim 1. SC Gröbenzell unter die Räder
Schwarzer Sonntag für die Fußballerinnen der SG Böbing/Uffing in der Kreisliga: Die Spielgemeinschaft verlor mit 0:5 beim neuen Tabellenführer 1. SC Gröbenzell.
SG SC Böbing / SV Uffing kommt beim 1. SC Gröbenzell unter die Räder
FC Garmisch Partenkirchen II verlässt die Abstiegsränge 
Dass der Weg irgendwann nach oben führen würde, war so überraschend nicht. Der letzte Tabellenplatz nach vier Spieltagen hatte nichts mit der Qualität des Teams oder den …
FC Garmisch Partenkirchen II verlässt die Abstiegsränge 
FC Bad Kohlgrub mit Kantersieg gegen den SC Huglfing
Der Huglfinger Kessel hat so manchem Gegner schon Schwierigkeiten bereitet. Nicht so dem FC Bad Kohlgrub, der sich dort klar mit 5:1 beim Aufsteiger durchsetzte.
FC Bad Kohlgrub mit Kantersieg gegen den SC Huglfing
FC Kochelsee vergibt lange 3:1 Führung gegen den ASV Eglfing
Ein Punkt. Immerhin. Nach dem desolaten Auftritt zuletzt gegen Huglfing hat sich der FC Kochelsee Schlehdorf beim 3:3 gegen den ASV Eglfing wieder von seiner besseren …
FC Kochelsee vergibt lange 3:1 Führung gegen den ASV Eglfing

Kommentare