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Schwinghammer kündigt harte Vorbereitung an: „Werden vom ersten Tag an fit sein“

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Von: Oliver Rabuser

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Stefan Schwinghammer ist als harter Hund bekannt.
Stefan Schwinghammer ist als harter Hund bekannt. © Tamara Schuster

Stefan Schwinghammer feiert beim SV Ohlstadt sein Comeback an der Seitenlinie. Im Interview spricht er über die Rückkehr und seine Ziele.

Ohlstadt – Ende der 1990er-Jahre ist aus dem Spieler Stefan Schwinghammer der Trainer geworden. Ein harter Hund mit weichem Kern, der an der Seitenlinie stand, als der SV Ohlstadt in der Bezirksliga seine erfolgreichsten Jahre erlebte. Viele Stationen als Coach folgten. Darunter der 1. FC Garmisch-Partenkirchen, ESV Penzberg, BCF Wolfratshausen (Co-Trainer) und zuletzt der TSV Murnau. Nun kehrt Schwinghammer zu seinem Heimatverein zurück –mit dem Ziel, die Kreisligamannschaft auf Vordermann zu bringen. Tagblatt-Mitarbeiter Oliver Rabuser sprach mit dem 59-Jährigen über seine Rückkehr.

Herr Schwinghammer, worin liegt der Reiz, nun wieder zum Heimatverein zurückzukehren?

Ich hatte zuletzt ein Jahr Pause gemacht, war nach 25 Jahren im Trainergeschäft ziemlich leer. Schon während Corona hab’ ich mir aber überlegt, ob mir nicht etwas abgeht. Als zuletzt alles neu angelaufen ist, brannte das Feuer in mir wieder stärker. Ich hatte ein längeres Gespräch mit Abteilungsleiter Florian Müller, in dem wir ausloteten, ob ich mir das vorstellen kann. Ich wollte zwar etwas machen, dachte aber nicht, dass es gleich so schnell geht. Nach vier Tagen habe ich dann zugesagt, schließlich braucht der Verein Planungssicherheit. Der ausschlaggebende Punkt war das Vereinsdenken und die Einstellung der Jungs.

„Die Mannschaft muss gut arbeiten und vielleicht auf das eine oder andere verzichten, wenn sie Erfolg haben möchte.“

Stefan Schwinghammer.

Die Mannschaft ist für ihren sich ständig wiederholenden Schlingerkurs bekannt. Wo werden Sie ansetzen?

Die Grundqualität ist auf jeden Fall da. Kicken kann da jeder. Der Kader könnte etwas größer sein, aber das Potenzial ist da. Was fehlt, ist die Beständigkeit über eine gesamte Saison hinweg. Ich habe der Mannschaft meine Vorstellungen bereits mitgeteilt. Sie muss gut arbeiten und vielleicht auf das eine oder andere verzichten, wenn sie Erfolg haben möchte.

Ihr Faible für eine starke Physis ist bekannt. Der Trainingsplan deutet schon einmal auf eine kernige Vorbereitung hin.

Fitness ist das A und O. Vor allem mit Blick auf die neue Eingruppierung ist ein guter Start sehr wichtig, um in der Rückrunde dann in jedem Fall sorgenfrei spielen zu können. Deswegen werden wir vom ersten Tag an fit sein.

„Bei mir hat jeder die gleiche Chance, egal ob jung oder alt. „

Stefan Schwinghammer.

Durch ihre Arbeit im Jugendbereich in Murnau haben Sie ein Gespür für Talente. Davon gibt es beim SVO seit vorigem Jahr einige, und es stoßen auch heuer wieder junge Spieler aus der U19 dazu. Werden sie Teil Ihrer Planungen?

Bei mir hat jeder die gleiche Chance, egal ob jung oder alt. Die Trainer der Zweiten Mannschaft leisten in Ohlstadt gute Arbeit, was das Heranführen dieser Spieler betrifft. Das hat man zuletzt beispielsweise an Luis Steffl oder Florian Weber gesehen.

Zuletzt nahm das Interesse an Heimspielen des SVO merklich ab. Das kennen Sie als Spieler wie auch als und Trainer noch ganz anders. Steht auch das Rückgewinnen der Zuschauer auf der Agenda?

Natürlich ist das ein Ziel, das vom Verein auch klar angesprochen wurde. Das hängt aber vom Erfolg ab und wie sich die Mannschaft generell präsentiert.

„Wir werden uns sicher umschauen, aber die Spieler müssen zu uns passen, sich für den Verein zerreißen wollen.“

Stefan Schwinghammer.

Sie sprachen den zahlenmäßig limitierten Kader an. Wünschen Sie sich Neuzugänge?

Drei Spieler haben ihre Karriere beendet oder setzen wie im Fall von Matthias Kaindl aus. Das muss man irgendwie auffangen. Der Kader soll 18 Mann umfassen, dazu kommen noch zwei Keeper. Wir werden uns sicher umschauen, aber die Spieler müssen zu uns passen, sich für den Verein zerreißen wollen. Wenn einer gut dazu passt, werden wir sicher nicht nein sagen. Aber es sollte nicht Überhand nehmen.

Der SV Ohlstadt spielte unter Ihnen einst in der Bezirksliga. Ihr Ehrgeiz ist auch kein Geheimnis. Von Vereinsseite würde diese Art von Zielsetzung kaum öffentlich erfolgen. Doch wie stehen Sie zu diesem Thema?

Ich bin schon mit einigen Vereinen aufgestiegen. Man muss immer Ziele haben, hat dafür aber auch einiges zu investieren. Als Trainer musst du das vorleben. Es ist eine positive Form von Druck. Immer nur die Klasse halten zu wollen, ist für mich ein Rückschritt. Das bestehende Level zu halten, ist schwierig genug. Um dann noch besser zu werden, muss man natürlich auch mehr trainieren. (OLIVER RABUSER)

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