Ankerpunkt des Vorjahreserfolgs und des neuen Teams: Ferdinand Brauchle, Torschützenkönig der vergangenen Saison, soll den WSV wieder auf einen Top-Platz in der Kreisklassen-Tabelle führen.
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Ankerpunkt des Vorjahreserfolgs und des neuen Teams: Ferdinand Brauchle, Torschützenkönig der vergangenen Saison, soll den WSV wieder auf einen Top-Platz in der Kreisklassen-Tabelle führen.

Die Jahre der Jugend

WSV Unterammergau: Schwung an A-Jugendlichen verschafft Kaderbreite

  • Andreas Mayr
    VonAndreas Mayr
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Am Samstag startet der WSV Unterammergau gegen die Reserve des FC Garmisch-Partenkirchen in die neue Saison. Besonders A-Jugendspieler spielen dieses Jahr eine große Rolle.

Unterammergau – Die Symbiose von Josef Thiermeyer und seiner Mannschaft begann quasi schon vor neun Jahren. Natürlich ahnte da niemand, dass sie im Jahr 2021 zusammen Männer-Fußball spielen würden. Damals feierten Thiermeyer und sein Trainerpartner Thomas Pfefferle zweimal den Einzug ins Merkur-CUP-Bezirksfinale. Sie wussten: Wenn sie es schaffen, die Burschen zusammenzuhalten, wächst da gerade die Zukunft des WSV Unterammergau heran.

Genauso ist es gekommen. Aus den Burschen, „die einem zur Hüfte gegangen sind“, wurden Männer, „die dich überragen“, sagt der Coach. Die Jahrgänge 2002 und 2003 beheben das größte WSV-Problem der vorigen Jahre, sie verleihen dem Kader Breite, schaffen Konkurrenzkampf. Diesen Samstag beginnt in Garmisch-Partenkirchen ein neues Kapitel in der WSV-Historie: die Jahre der Jugend.

„Es wäre in Ordnung gewesen, wenn er gegangen wäre.“

WSV-Coach Thiermeyer über Torschützenkönig Brauchle

Zunächst ein Schwung an A-Jugendlichen, von denen man sich exemplarisch Matthias Vogt herausgreifen kann, der als Stammkraft eingeplant ist. Aber auch Lukas Klemm, Pius Zehetmeier und David Bender (alle 2002) haben gute Chancen auf Spielzeit in der Kreisklasse. Die jüngeren 2003er hingegen behandelt Thiermeyer mit Vorsicht, sie sollen zunächst in der Reserve reifen. Mit Robin Reiter hat der WSV einen Transfercoup gelandet.

Der Stürmer kommt vom 1. FC aus der Landesliga und soll neben „Batman“ Ferdinand Brauchle zum „Robin“ werden – der Nebendarsteller, der die Hauptfigur ergänzt. Während Brauchle mit Kraft und Wucht in den Strafraum marschiert, setzt Reiter auf Pässe, aufs „Technische und Filigrane“, wie Thiermeyer sagt. Genauso hoch zu bewerten ist der Verbleib von Brauchle, der als Torschützenkönig der Kreisklasse natürlich begehrt war und unter anderem beim 1. FC vorspielte. „Es wäre in Ordnung gewesen, wenn er gegangen wäre“, betont sein Coach. „Wir haben ganz offen mit ihm agiert.“ Der Top-Stürmer sei hin- und hergerissen gewesen zwischen der sportlichen und der emotionalen Komponente. „Die Freunde sind ihm wichtig.“ Beim WSV hat man ein extrem gutes Vereinsleben etabliert. Die Jungen „wollen hocken bleiben“, erklärt der Coach. Das hat auch Brauchle registriert. Als Zweiter Kapitän sieht Thiermeyer in ihm den Ankerpunkt des Vorjahreserfolgs – und des neuen Teams.

Trainer Tiermeyer geht das Herz auf, wenn das Vereinsleben aufblüht

Von der E-Jugend bis zu den Herren hat Thiermeyer die neuen Nachwuchskräfte begleitet. Jetzt sitzt er mit ihnen nach dem Spiel bei einem Bier zusammen. Das ist der Stoff, von dem der Lokal-Fußball lebt. Für ihn und Co-Trainer Tobias Benning „ist das ein Erlebnis“, betont der Sepp. Ihm gehe das Herz auf, wenn er sieht, wie das Vereinsleben aufblüht. Vor allem, weil sich unter den Jungen „ein paar Granaten“ finden. Respektsprobleme hat es nicht gegeben und wird es auch nicht. Ein anderes Thema ist das Verhältnis zu den Älteren, mit denen Thiermeyer ja lange gekickt hat. „Man muss erst die Position finden.“

Die Fluktuation im Kader war ein Nachteil während der Testspiele

Solch großen Konkurrenzkampf hat es in Unterammergau lang nicht gegeben. „Alle müssen Gas geben, weil jeder einen im Nacken hat“, erklärt der Coach. Nach der langen Pause setzte er bewusst viele Testspiele an, damit jeder oft den Ball am Fuß hat. Zwei Partien fielen jedoch aus, sodass der WSV die Testphase mit zwei Siegen, drei Niederlagen und einem Remis abgeschlossen hat. Nachteil dabei war die Fluktuation im Kader. „Wir haben nie mit der richtigen Elf ein Spiel bestritten.“

Teilweise zählte der Coach zwölf Ausfälle, von denen im Schlussspurt noch Andreas Buchwieser und Sebastian Moser dazukamen. Mit seinen Kickern übte er ein neues, zusätzliches System ein. In der Vergangenheit war der WSV sehr flügellastig und damit sehr berechenbar gewesen. Mit der neuen Taktik stärkt Thiermeyer das Zentrum. Es geht hier nicht um Hexerei, sondern um eine weitere Variante, die den Gegner verwirren soll oder ein Spiel verändern kann. Die Etablierten taten sich schwer mit den neuen Laufwegen, zogen aber gut mit. Zum Abschluss gab es noch ein Spanferkelgrillen, bei dem die Unterammergauer die Tippkönige der abgelaufenen Bundesligasaison kürten. Der Beste: Toni Grotz.

Die Abwehr kassierte weniger als zehn Tore

Die Ansprüche sind gestiegen. Trainer Josef Thiermeyer hat sich nach Platz zwei im Vorjahr vorgenommen, oben mitzuspielen, alleine schon, weil sein Team deutlich an Qualität gewonnen hat. Vorige Saison zeichneten den WSV zwei Bereiche besonders aus: die Abwehr, die weniger als zehn Tore kassierte, sowie der Sturm. Torwart Marco Di Roma sowie Angreifer Brauchle sind nicht umsonst die Sinnbilder und Kapitäne des Teams. (VON ANDREAS MAYR)

Kader: Lorenz Noll, Marco Diroma – Andreas Buchwieser, Martin Grotz, Anton Speer, Valentin Zach, Elias Hartwig, Moritz Korntheuer, Stefan Wagner, Simon Hibler, Tobias Speer, Simon Stumpfecker, Roman Spindler, Lukas Klemm, Julian Kröker, Lukas Lieb, Mateo Sebic, Matthias Vogt, Niklas Gansler, Constantin Liebe, Vinzenz Pongratz, Ferdinand Brauchle, Robin Reiter, Sebastian Moser, Christian Kolb

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