Ekstase: WSV-Torhüter Marco Diroma brüllt nach der direkten Vorlage zum 3:0 seine ganze Freude heraus.
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Ekstase: WSV-Torhüter Marco Diroma brüllt nach der direkten Vorlage zum 3:0 seine ganze Freude heraus.

Neumeier ärgert sich über „Wichtigmacherei“

WSV Unterammergau: Keeper Diroma glänzt mit Assist im Derby - Schiri-Frust beim SV Uffing

  • Andreas Mayr
    VonAndreas Mayr
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Der WSV Unterammergau hat beim SV Uffing einen klaren Sieg gefeiert. Die Niederlage war verdient, die Leistung des Unparteiischen sorgte aber bei den Gastgebern für Unmut.

Uffing – Thomas Neumeier verschwand recht bald nach Spielende im Geräteraum. Er trug gelbe Leibchen, Pylonen – und eine ganze Menge Frust vor sich her. Die Uffinger Fußballer, sein Team, hatten gerade 0:4 gegen Unterammergau verloren. Sein Unmut projizierte sich weniger auf seine glücklosen Mannen, sondern mehr auf Schiedsrichter Yunis Widholz. Am Sieg der Landkreiskollegen vom WSV gab’s für Neumeier nichts zu rütteln. „Sie waren die Besseren und die Clevereren in der zweiten Hälfte.“

Was den Uffinger Trainer aber anfixte, war das Auftreten des Schiedsrichters aus Pöcking. „Wichtigmacherei“ nennt’s der Coach – das habe er schon vor der Partie in der Kabine gespürt, als der Offizielle, sagen wir es mal so, äußerst bestimmt auftrat. Wie auch in den 90 Minuten danach. Die kleine Fehde gipfelte im Platzverweis von Majid Al-Khafaji, der nun wahrlich nicht als Heißsporn bekannt ist. Nach einem – aus Uffinger Sicht falsch entschiedenen Einwurf – machte Al-Khafaji den Referee etwas lauter auf seinen Fehler aufmerksam –und kassierte direkt seine zweite Gelbe Karte.

„Ich kann nicht immer sagen, haltet euch im Zaum.“

Thomas Neumeier nach dem Derby gegen den WSV Unterammergau.

Der Ausschluss des SVU-Regisseurs war eine von zwei entscheidenden Szenen. „Ein krasser Dämpfer für Uffing“, sagt auch WSV-Trainer Josef Thiermeyer. Denn beim Stande von 0:1 beschäftigten sich die Hausherren fortan nur mehr mit dem Schiedsrichter. „Ich war selbst lange genug Fußballer und weiß, wie einen das wurmt. Die Wut läuft mit. Da denkst du an alles andere.“ Gewiss kreidet Neumeier seinem Team die hoch-emotionale Reaktion als eigenen Fehler an. Er betont aber gleichzeitig: „Ich kann nicht immer sagen, haltet euch in Zaum.“

Für den WSV lief hingegen alles in diesem Duell rund. Das begann in einer ereignis-armen ersten Halbzeit mit der Flanke in Minute 43, die Ferdinand Brauchle recht harmlos aufs Uffinger Tor köpfte. Torwart Julius Schnürer flutschte der Ball durch die Finger. „Mehr wie bitter –hat zum heutigen Tag gepasst“, sagt Neumeier. Bis dato hatte der starke SVU-Innenverteidiger Philip Jarosch beinahe jedes Kopfballduell gegen Brauchle gewonnen.

WSV Unterammergau: Keeper Marco Diromas glänzt mit Vorlage für Torjäger Bräuchle

In Hälfte eins sah man schon, wie schwer sich beide Mannschaften mit dem Mini-Feld taten. „Fußballerisch war es Harakiri“, sagt Thiermeyer. Dafür lobt er explizit die Einstellung seiner Kicker. Speziell nach der Enttäuschung vom Wochenende gegen Höhenrain sei es das entscheidende Thema gewesen, direkt ein Zeichen zu setzen. Der Feldverweis der Uffinger gab den Gästen nochmals einen Schub. „Die langen Bälle werden noch schwerer zu verteidigen“, erklärt Thiermeyer. Genau für solche Fälle hat Unterammergau eine Geheimwaffe im Team, die kaum ein anderes auf diesem Niveau hat: Torwart Marco Diromas flache wie zielgenaue Abschläge und Abstöße.

Sowohl dem 3:0 (direkte Vorlage) von Brauchle, als auch dem 4:0 von Simon Stumpfecker gingen Diromas Zauberbälle voraus. „Er trainiert das natürlich. Wir haben einen Torwarttrainer, der das mit ihm einübt“, sagt Trainer Thiermeyer. „Die Kraft in den Oberschenkeln hab’ ich immer schon gehabt“, scherzt der Torwart selbst. Das Geheimnis dahinter: „Flach und schnell“ gehören seine Bälle – eine Mischung aus Flanke und Abschlag – gespielt. Er trainiere das häufig genug, sagt Diroma, der keinen anderen Keeper in der Liga mit solch unorthodoxen Mitteln kennt. Und manchmal kommen sie eben an. Sehr zur Freude des mitgereisten Anhangs. ANDREAS MAYR

SV Uffing – WSV Unterammergau 0:4 (0:1)

SVU: Schnürer – Gerg, Englbrecht, Weingand, Jarosch, Klier, Kinast, Al-Khafaji, Hoffmann, Seidl, Flöß – Eingewechselt: Gareis

WSV: Diroma – Grotz, Korntheuer, Kröker, Stumpfecker, Vogt, T. Speer, Reiter, Klemm, Buchwieser, Brauchle – Eingewechselt: Moser, Sebic, Zach, Zehetmeier, Gansler

Schiedsrichter: Yunis Widholz (SC Pöcking-Possenhofen)

Zuschauer: 95

Tore: 0:1 Brauchle (43.), 0:2 Sebic (68.), 0:3 Brauchle (78.), 0:4 Stumpfecker (85.)

Gelbe Karten: Englbrecht, Al-Khafaji, – Brauchle, Kröker, Vogt, Buchwieser

Gelb-Rote Karte: Al-Khafaji (55./SVU./Reklamieren)

Knackpunkt: Uffings Mittelfeld-Regisseur Majid Al-Khafaji sieht die Gelb-Rote Karte.

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