Sebastian Kleiner spielte mit dem WSV Unterammergau eine überragende Hinrunde.
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Sebastian Kleiner spielte mit dem WSV Unterammergau eine überragende Hinrunde.

U19-Trainer Josef Thiermeyer wird sein Nachfolger

WSV Unterammergau: Erfolgstrainer Sebastian Kleiner geht nach vier Jahren!

Trainer Sebastian Kleiner wird den WSV Unterammergau nach vier Jahren verlassen. U19-Coach Josef Thiermeyer wird sein Nachfolger. Trainer und Verein gehen im Guten auseinander.

Unterammergau –Paukenschlag im Ammertal! Trainer Sebastian Kleiner und der WSV Unterammergau beenden dievierjährige Zusammenarbeit. In beiderseitigem Einvernehmen. Neuer Chef an der Seitenlinie wird der bisherige Coach der U19, Josef Thiermeyer.

Gansler: Kein böses Blut zwischen uns

Wenn bei einer Trennung im Fußball sowohl der scheidende Trainer, als auch der Verein nur positive Worte füreinander übrig haben, ist klar: Da geht etwas Großes zu Ende. „Zwischen uns fließt kein böses Blut. Sebastian hat uns wahnsinnig viel gegeben. Er ist seit über zehn Jahren im Klub“, betont Abteilungsleiter Leonhard Gansler. Auch Kleiner findet versöhnliche Worte zu seinem Abschied: „Der Schritt ist mir natürlich schwergefallen. Aber es ist ein guter Zeitpunkt für einen neuen Trainer.“

Kleiner: Ich habe Abnutzungserscheinungen festgestellt

Doch warum ausgerechnet jetzt? Als Tabellenführer ist der Verein auf dem besten Wege, erstmals den Sprung in die Kreisliga zu schaffen. Kleiner verrät: Die Entscheidung über den Rückzug nach Saisonende fiel bereits im Winter. Der Zahn der Zeit nagte an der Beziehung zur Mannschaft. Etwas völlig Normales, urteilt er. „Ich habe im laufe der Jahre gewisse Abnutzungserscheinungen festgestellt.“ Gansler sieht die Länge der Amtszeit sogar als ungewöhnlich an: „Vier Jahre sind extrem viel. Es gibt wenige Trainer, die so lange überleben.“ Durch die Corona-Krise würde sich der Schlusspunkt um fast ein Jahr verschieben. Für Kleiner zu lange. Wegen der Pause habe der nun geplante Rückrundenbeginn Anfang September ohnehin etwas von einem komplett neuen Saisonstart. Ideal als Einstieg für einen neuen Übungsleiter.

WSV Unterammergau: Makellose Hinrunde

Im Sommer 2016 begann die Ära Kleiner als Trainer der Unterammergauer. Nach dem bitteren Abstieg in die A-Klasse im ersten Jahr folgte in der Saison darauf sein größter Erfolg: Der direkte Wiederaufstieg. Nach einem torlosen Hinspiel beim FC Oberau folgte im Rückspiel zuhause ein emotionaler 3:1-Erfolg. Bis zur 92. Minute stand es 1:1-Unentschieden. Dann schoss Stefan Wagner mit einem Doppelpack die Unterammergauer zurück in die Kreisklasse. Nach Rang sieben in der vergangenen Spielzeit legte der WSV eine fast makellose erste Halbserie im vergangenen Herbst hin. Kleiner und sein Team überwintern auf dem Platz an der Sonne. Für den Coach kein Zufall: „Das ist jetzt nur die Folge der positiven Entwicklung in den vergangenen Jahren.“

Thiermeyer: Ich muss große Fußstapfen ausfüllen

Auf Rang eins in der Kreisklasse 3 übernimmt nun Josef „Sepp“ Thiermeyer die Mannschaft rund um Goalgetter Ferdinand Brauchle. Es ist Thiermeyers erste Station im Seniorenbereich nach acht Jahren erfolgreicher Arbeit im Jugendfußball. Erst vor Kurzem feierte er mit der A-Jugend des WSV den Aufstieg in die Kreisklasse (wir berichteten). Ein gewisser Druck entstehe schon aufgrund der Tabellensituation, räumt Thiermeyer ein. „Natürlich sind es große Fußstapfen, die ich ausfüllen muss. Ich versuche, das Beste aus der Lage herauszuholen.“

Hutter: Sind für die Zukunft sehr gut aufgestellt

Der Sportliche Leiter Ludwig Hutter hat keine Zweifel daran, dass ihm das gelingen wird: „Der Sepp hat schon als Spieler immer 100 Prozent gegeben und wird das auch als Trainer tun. Wir sind für die Zukunft sehr gut aufgestellt.“

Die Arbeit im Erwachsenen-Bereich ist für Thiermeyer nicht vergleichbar mit der im Juniorenfußball: „Das sind ganz andere Herausforderungen. Du musst die Spieler überzeugen und mitnehmen.“ Von seinem Vorgänger hat er eine hohe Meinung: „Seine Qualität ist unangefochten. Wir sind befreundet. Wenn eine Mannschaft ganz oben steht, muss viel richtig gemacht worden sein.“

Die erfolgreiche Arbeit Kleiners will Thiermeyer so lange wie möglich weiterführen. Eine lange Periode zu prägen, sei das Ziel des früheren Mittelfeldspielers, der den Verein in- und auswendig kennt. Dass der WSV eine interne Lösung für die Nachfolge wählte, ist keine Überraschung. „Wir haben natürlich zuerst vor der eigenen Tür gesucht“, stellt Gansler klar. „Unsere vorherigen Trainer hatten allesamt Stallgeruch.“

Selbst Kleiner wird dem Verein erhalten bleiben: „Ich spiele ab und zu in der Zweiten Mannschaft.“ Als hätte es noch einen Beweis für die einvernehmliche Trennung gebraucht. (MARCO BLANCO UCLES)

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