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Diese Teams nehmen an der BFV eFootball League teil.

Bereit für das Derby-Fieber

FC Hausham und Türk Spor Hausham starten in der BFV eFootball League

An die Controller, fertig, los! An diesem Wochenende startet mit der „BFV eFootball League“ der erste offizielle eFootball-Ligaspielbetrieb im Freistaat. Insgesamt 36 Vereine – von der B-Klasse bis zur Regionalliga Bayern – gehen aufgeteilt in zwei Staffeln an den Start.

An 17 Spieltagen kämpfen die Teams im Modus Jeder-gegen-jeden um Punkte und die Meisterschaft. Regelspieltag ist Sonntagabend um 19 Uhr. Über ein Online-Tool können sich die Vereine aber auch auf eine andere Anstoßzeit einigen. Der Landkreis Miesbach ist mit zwei Vereinen vertreten: der FC Hausham 07 und Türk Spor Hausham. Wir haben die beiden Kapitäne Christian Halletz (FC) und Ahmet Yilmaz (Türk Spor) zur neuen eFootball League, Vorlieben, Ziele und Motivation befragt.

Herr Yilmaz, Herr Halletz, welchen Spieler wollten Sie unbedingt in Ihren Teams haben und warum? Wie konnten Sie jeden einzelnen überzeugen?

Ahmet Yilmaz: Wir sind alle sehr gut miteinander befreundet und zocken sehr viel zusammen. Mit Oguz Subasi haben wir den besten FIFA-Zocker im Team, der hier im Umkreis lebt. Oguz ist eine Maschine und spielt auf Profi-Level. Ich würde ihn auch als Fifa-Freak bezeichnen. Bei ihm hoffen wir, dass er sich in der eFootball League beweisen kann. Ansonsten sind noch Mustafa Can Yilmaz, Samed Kevek und Cihan Yörüsün dabei. Da wir alle leidenschaftlich das Game spielen, war jeder von Anfang an dabei.
Christian Halletz: Ich wollte unbedingt meinen Kollegen Alen Hadzic in meiner Mannschaft haben, weil er der beste FIFA-Spieler bei uns im Umkreis ist. Ansonsten sind noch Basti Döring, Paul Both und Lukas Wammetsberger dabei. Dieses Angebot vom BFV mit einer eFootball League ist eine super Idee. Wir waren alle davon begeistert und wollten gleich loslegen.

Sehen Sie Angstgegner in der Bayernliga?

Christian Halletz vom FC Hausham 07.

Halletz: Es gibt keinen Gegner, vor dem wir uns fürchten müssen. Wir freuen uns einfach auf das Event. Immerhin haben wir mit Türk Spor Hausham als Konkurrenten ein Derby bei der eFootball League. Wir müssen auch keine Angst haben, dass wir ein schwächeres Team haben. Wir spielen den 85er-Modus. Jedes Team hat somit die gleichen Chancen. Es kommt nicht auf den Kader, sondern auf das Können am Controller an. Nicht wie bei der WM den FUT-Modus. Somit spielen wir alle ohne „PayToWin“ unter gleichen Bedingungen.

Wie viel Stunden trainieren Sie am Tag?

Halletz: Ich persönlich trainiere etwa sechs Stunden die Woche. „Trainieren“ müsst ihr in Anführungszeichen schreiben, weil wir keine Profis sind und immer noch zur Gaudi spielen. Der Spaß steht bei uns im Vordergrund. Wir machen also keinen Fingerdehnungen oder Physiotherapien für die Daumen (lacht). Trainiert wird mit dem FC Bayern München, weil wir mit dem deutschen Rekordmeister ins Rennen gehen.

Yilmaz: Wir spielen jeden Tag FIFA. Jeder nach Belieben. Den 85er-Modus trainieren wir speziell noch mal extra. Jeder absolviert gegen einen anderen von uns um die sieben Spiele pro Tag. Ein Spiel dauert im Durchschnitt 15 Minuten.

Mit welchen Formationen und Taktiken holen Sie den Titel?

Yilmaz: Ich fange meist mit der 4-2-2-2 an und stelle in den meisten Situationen auf 4-2-3-1 mit drei Zehnern um. Oguz stellt auch mal komplett um, wenn es nicht läuft. Bei der eFootball League müssen wir abwarten, welche Taktik am besten aufgeht. Wir wollen Spaß haben und möglichst erfolgreich sein. Unsere Hauptstrategie wird es sein, dass wir immer Oguz spielen lassen, damit wir einen Sieg sicher in der Tasche haben. Oguz stand schon mehrmals in der Top 100 der Weekend League. Zuletzt war er die Nummer 25 der Welt.

Wenn Ihr die Wahl hättet – wofür entscheidet Ihr Euch: Konsole oder Fußballplatz?

Halletz: Wenn ich mich tatsächlich für eine Variante entscheiden müssten, dann ganz klar für den Fußballplatz. Darüber müsste ich keine Sekunde nachdenken.

Yilmaz: Ich würde mich für meine Playstation entscheiden (lacht). Die anderen Jungs sind bestimmt der gleichen Meinung. Sie würden den Controller vorziehen und die Fußballschuhe an den Nagel hängen.

Wie viel Selbstdisziplin ist nötig, um neben der Fußball-Karriere noch eSport und die Freundin unter einen Hut zu bekommen?

Halletz: Es ist wie bei jedem Hobby: Man bekommt alles gut unter einen Hut, wenn man will und vor allem mit dem Partner redet. Wobei eSport als Hobby zumindest bei mir nicht so extrem viel Zeit in Anspruch nimmt.

Welche Spieler sind bei Euch gesetzt?

Yilmaz: Auf jeden Fall Messi, De Bruyne Team of the Year und Gullit die mittlere Icon Version. Ich habe ein Team im Wert von knapp 20 Millionen. Bei mir laufen eigentlich die besten Spieler auf – abgesehen von irgendwelchen Special-Karten. Ich hatte aber auch sehr viel Packluck.

Wie viele Controller habt Ihr schon kaputt gemacht?

Halletz: Gute Frage (lacht). Bis jetzt habe ich noch keinen geschrottet. Ich hab mich meistens gut unter Kontrolle. Wenn ich mal genervt bin, vor allem wenn der Ball nicht ins Tor will, dann hört es vielleicht mal mein Nachbar.

Yilmaz: Ich habe erst fünf kaputt gemacht. Oguz ist der schlimmste. Ich glaube 20 kaputte Controller reichen bei ihm noch nicht. Allein in diesem Jahr sind es bestimmt schon wieder fünf oder sechs Stück. Aber er zerstört auch andere Gegenstände, wenn er sich aufregt. Ich persönlich versuche mich immer zurückzuhalten, weil ich Frau und Kind zu Hause habe.

Was regt Euch am meisten an FIFA auf? Welche Szenarien drohen dem Liga-Betrieb?

Yilmaz: Das Momentum sowie die Bugs und der Server sind leider sehr enttäuschend. EA verdient so viel an dem Game und bringt dafür teilweise ein unfertiges Spiel heraus. Zu manchen Zeiten sind die Server so überlastet, dass das Spiel unspielbar ist. Diese sind beim 85er-Modus in der eFootball League nicht relevant. Mich nerven auch Fehlentscheidungen von den Schiris, die das Spiel entscheiden können. Aber jeder FIFA-Spieler findet immer eine Ausrede, wenn es mal nicht läuft.

Halletz: Am meisten nervt mich persönlich, dass die gleichen Spielsituationen immer unterschiedlich ausgehen. Auch wenn ich alles 100-prozentig gleich mache. Das eine Mal fällt das Tor, und in der nächsten identischen Situation passiert etwas ganz anderes. Außerdem wird meiner Meinung nach das Mittelfeld viel zu einfach und zu schnell überbrückt. Beim Ligabetrieb bin ich mal gespannt, was uns erwartet.

Moritz Panzer

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