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So funktioniert Fan-Nähe im Profifußball

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Von: Dieter Dorby

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Fußball ist Volkssport, und ein Spitzenspiel ist gewissermaßen wie ein Volksfest. Viele Menschen kommen zusammen, man trifft sich, Unterhaltung ist garantiert, und jede Menge Gesprächsstoff auch.

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1 / 4Heimspiel am Tegernsee: Für die Gladbacher Spieler ist Rottach-Egern fast schon zur zweiten Heimat geworden – zur Freude der Rottacher Nachwuchskicker. © Thomas Plettenberg
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2 / 4Zug zum Tor bewies Fabian Johnson. Für den Ex-Spieler des TSV 1860 München war es ein Spiel in der alten Heimat. © Thomas Plettenberg
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3 / 4 © Thomas Plettenberg
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4 / 4Zweikampfstark präsentierte sich Tobias Strobl (M.) und Ibrahima Traoré (r.). © Thomas Plettenberg

Das Problem mit dem Profi-Fußball ist es aber, dass die Nähe zu den Fans immer mehr ins Abseits rückt. Bei den Testspielen, die Borussia Mönchengladbach in Rottach-Egern veranstaltet, ist das anders. Hier gibt es sie wieder, die Fußballer zum Anfassen – eine Nähe, die junge Bayern-Fans anfangs gar nicht glauben können.

Zum siebten Mal bereitete sich der Fußball-Bundesligist vom Niederrhein auf die neue Saison vor – diesmal mit einem attraktiven Gegner. Mit dem FC Augsburg kam ein Klub ans Birkenmoos, der aufgrund der Nähe selbst einige Fans mitbrachte. 2500 Zuschauer waren es letztlich, die das 2:1 der Elf von Dieter Hecking miterlebten und die Tore von Sergio Cordova (0:1, 23.), Tobias Strobl (1:1, 64.) und Jonas Hofmann (66., 2:1) umjubelten. Denn für Borussia war es nicht zuletzt wegen der schätzungsweise 600 mitgereisten Fans ein Heimspiel. 

Auch Gast und Gastgeber sind miteinander sehr zufrieden. „Das klappt alles sehr gut“, bestätigt Thomas Lamm. Der Vorsitzende des FC Rottach-Egern hebt dabei vor allem das „familiäre Verhältnis“ hervor: „Viele Bundesligaklubs wollen wieder näher an ihre Basis, ihre Fans. Gladbach lebt das vor.“ Und überhaupt: „Welches Profiteam fährt sieben Jahre lang ins selbe Trainingslager?“

Auffällig ist dabei der gegenseitige Respekt. „Die Spieler geben geduldig Autogramme und lassen sich fotografieren“, sagt Lamm. „Im Gegenzug übertreiben es die Fans aber nicht und lassen die Stars auch in Ruhe, wenn sie merken, dass es gerade nicht passt.“ Das zeigte sich vor allem nach dem Spiel: Die Bitte per Lautsprecher, nicht den gepflegten Rasen des Hauptplatzes zu stürmen, kamen die Fans nach. Kein Wunder, denn die Mannschaft stand auch anschließend auf dem Weg zum Bus für Autogrammwünsche zur Verfügung. Mit der Borussia ins Trainingslager nach Rottach-Egern – nicht selten ist es der Familienurlaub, aber der hat seinen Reiz.

Und so deutet alles darauf hin, dass die Borussia und ihre Fans auch 2019 an den Tegernsee kommen. Weil diese gemeinsame Zeit für alle etwas Besonderes ist, wie es ein Familienvater vom Niederrhein beschreibt: „Wir sind vielleicht nicht so erfolgreich wie der FC Bayern, aber so wie bei Gladbach ist es mir lieber.“

ddy

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