Trainer, Spieler und Funktionäre der Vereine im Landkreis Miesbach äußern sich zum Europapokal-Modus.
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Trainer, Spieler und Funktionäre der Vereine im Landkreis Miesbach äußern sich zum Europapokal-Modus.

Neuer Modus in Corona-Pandemie

Umfrage zum Europapokal-Modus: Von „top“ bis „klar gegen das Format“

  • vonRedaktion Miesbach
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Der FC Bayern war auch beim Finale-Turnier in Lissabon nicht zu stoppen und hat die Champions League geholt. Stimmen zum Europapokal-Modus aus dem Lankdreis Miesbach.

Bernd Marcks (Technischer Leiter SG Hausham) 

Als Zuschauer finde ich das K.o.-System sehr interessant. Weil es eine Entscheidung geben muss, geht es auf dem Platz ohne langes Taktieren gleich richtig zur Sache. Allerdings glaube ich nicht, dass sich der Modus durchsetzten wird, weil es um viel zu viel Geld geht, sowohl durch die Zuschauereinnahmen, als auch durch die Erlöse aus den Fernsehrechten. Aus meinem Bauchgefühl bleibt es 60:40 beim alten Modus mit Hin- und Rückspiel. Verfolgt habe ich hauptsächlich das Champions-League-Turnier in Lissabon. Da kann ich nicht ganz nachvollziehen, wieso das Finale am Sonntagabend um 21 Uhr angesetzt war. (sie)

Benedikt Zeisel (Torhüter TuS Holzkirchen)

Also prinzipiell finde ich den alten, normalen Modus mit Hin- und Rückspiel besser. Aufgrund der aktuellen Lage, und solange keine Zuschauer erlaubt sind, war es aber die einzige Alternative. Trotzdem sehe ich die Champions League als einzigartige Möglichkeit, Top-Teams aus ganz Europa mal aus der Nähe beobachten zu können. Wenn beispielsweise Real Madrid nach München kommt, ist das einfach etwas ganz Besonderes für die Stadt und die Fans – und das sollte nicht weggenommen werden. Des Weiteren haben zwei Spiele auch einfach mehr Aussagekraft, als ein „Endspiel“ auf möglicherweise neutralem Boden. (hsp)

Josef Bernöcker jun. (Trainer SC Wall)

Ich finde den Modus top. Die UEFA sollte überlegen, ob der in Zukunft beibehalten werden kann. Durch das K.o.-System wird nicht so viel taktiert und es entstehen offene Schlagabtausche. Es fallen mehr Tore und die will doch jeder Fan sehen. Ich finde, dass es sich die Waage hält, ob der Modus den vermeintlichen Außenseitern zugute kommt. Ja, im Endspiel standen sich zwei Favoriten gegenüber, wenn man allerdings bedenkt, wie weit Lyon oder Atalanta gekommen sind, frischt das die ganze Champions League auf. Die letzten Jahre waren gefühlt immer dieselben Teams im Halbfinale und die Champions League wurde immer langweiliger. (emi)

Patrick Lachemeier (Trainer DJK Darching)

Wegen Corona war es richtig, den Turniermodus zu spielen. Man ist als Mannschaft natürlich aufgeregter, weil es nur eine Chance gibt. Bayerns lange Pause wird als Vorteil gesehen – wenn man den Spielrhythmus verliert, könnte so etwas aber auch zum Nachteil werden. Bayern spielt auf jeden Fall den spritzigsten und torreichsten Fußball. Im risikoreichen Angriffspressing sind Gegentore und Chancen des Gegners eingerechnet. Sogar Mannschaften mit Dreierkette, die dann defensiv zur Fünferkette wird, können schwer dagegenhalten. Dieses Jahr sind auch keine Mauer-Mannschaften dabei, alle suchen ihr Glück im Angriff und frühem Pressing. (ts)

Jürgen Welker (Trainer TSV Bad Wiessee)

Ich bin da eher traditionsbehaftet, mir hat das andere System besser gefallen. So ist es zwar spannender, aber im Champions-League-Modus mit Hin- und Rückspiel setzt sich letztlich meistens die Qualität durch. Wenn man sich das Finale anschaut, passt es natürlich wieder. Von daher ist es schon in Ordnung. Was mich vor allem stört, sind die ungleichen Voraussetzungen bei Themen wie Vorbereitung und Belastung. Man hat gesehen, dass die Teams aus Spanien und Italien, deren Saisons später zu Ende gegangen sind, am Ende einfach durch waren. Daher hoffe ich, dass nächstes Jahr wieder normal gespielt wird. (ses)

Franz Huber (Stürmer FC Real Kreuth)

In Zeiten der Corona-Pandemie finde ich es schon gut, wie der Champions-League-Modus in Lissabon durchgeführt worden ist. Grundsätzlich bin ich aber klar gegen das Format mit nur einem Spiel. Zum einen fehlen mir natürlich die Zuschauer in den Stadien – und zum anderen kristallisiert sich meiner Meinung nach bei einem Modus mit Hin- und Rückspiel die Qualität der jeweiligen Teams, das die nächste Runde erreicht, deutlich mehr heraus. Das bedeutet: Es gibt weniger glückliche Ergebnisse als bei einem Spiel, in dem es durchaus einmal passieren kann, dass eine Mannschaft durch eine geglückte Aktion weiterkommt. (meh)

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