Frauenfußball: Die Damen können den Re-Start kaum mehr erwarten - ihre Teams haben sich kaum dezimiert.
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Frauenfußball: Die Damen können den Re-Start kaum mehr erwarten - ihre Teams haben sich kaum dezimiert.

„Nach dem Lockdown eher noch mehr Lust“

Keine Verluste durch Corona: Damen-Teams wollen wieder durchstarten

  • vonThomas Spiesl
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Die Teams im Frauen-Fußball leiden nicht so stark unter der Corona-Krise wie ihre männlichen Kollegen. Nach der Pause wollen die Miesbacher Sportlerinnen angreifen.

Landkreis Miesbach – Mitgliederschwund, weniger Mannschaften und weniger Interesse am Fußballsport sind nur drei Schlagwörter, die als Auswirkungen der Corona-Krise für Sportvereine immer wieder prophezeit werden. Damenmannschaften müssten davon aufgrund des ohnehin kleineren Kreises an Spielerinnen eigentlich noch stärker betroffen sein als der Herrenbereich – sollte man meinen. Doch bislang spüren die Teams in der Region davon noch nichts. Drei Vereine aus dem Landkreis nehmen aktuell am Spielbetrieb des Bayerischen Fußball-Verbands (BFV) teil, alle drei wollen nach der Corona-Pause so schnell wie möglich wieder durchstarten.

SG Darching/Hartpenning

„Ich hoffe, dass es bald wieder losgeht, denn Teamgeist, Spaß und Bewegung fehlen sehr“, sagt beispielsweise Elisabeth Schapperer von der SG Darching/Hartpenning, die in der A-Klasse beheimatet ist. Den Abbruch der laufenden Saison 2019/21 befürwortet sie. „Die Pause zieht sich nun schon ewig hin, man weiß ja kaum mehr, wie die Gegner heißen“, meint Schapperer.

Sie spricht sich dafür aus, dass es bei einer Wertung der Tabellen gemäß der Quotienten-Regelung – analog dem Herrenbereich – weder Auf- noch Absteiger geben sollte. „Eine Saison, die nicht finalisiert wurde und in der einige Mannschaften aufgrund von Verlegungen weniger Spiele absolviert haben, zu werten, wäre unfair“, erklärt Schapperer. Wie sich der Abbruch und die Pandemie auf die Größe des Kaders auswirken, sei schwer zu sagen. Dennoch sieht sie die Corona-Unterbrechung auch als Chance. „Einzelsportarten sind im Trend, aber vielleicht können Teamsportarten die Sehnsucht nach Kontakten erfüllen“, hofft die SG-Sprecherin.

SV Parsberg

Ähnlich ist die Lage beim Kreisklassisten SV Parsberg. „Auswirkungen auf den Damenfußball sind bei uns bisher nicht zu spüren. Es kann sein, dass man die eine oder andere Spielerin verliert, aber das sind die Spielerinnen, die man so oder so verloren hätte, weil sie keine Lust mehr haben“, sagt SV-Trainerin Theresa Zigelski. Sie spricht sich dafür aus, dass es Aufsteiger geben sollte, die Abstiegsfrage hingegen sei schwierig zu beantworten. „Man möchte natürlich die teilweise eh schon gebeutelten Vereine nicht noch mehr bestrafen“, sagt die SV-Trainerin.

Sie hofft auf den Effekt, der sich bei den Parsbergerinnen nach der Corona-Pause im ersten Halbjahr 2020 bemerkbar machte. „Die Mädels hatten nach dem ersten Lockdown eher noch mehr Lust, gemeinsam auf dem Platz zu stehen. Langfristig kann es allerdings einen Verlust von Spielerinnen geben, da die Kinder in der Schule nicht gemeinsam Sport treiben und so für den Fußball begeistert werden können“, erklärt Zigelski.

SG Otterfing/Holzkirchen

Die höchstklassige Mannschaft in der Region stellt die SG Otterfing/Holzkirchen in der Bezirksliga. „Meiner Meinung nach sollte nur der Meister aufsteigen und es sollte keine Absteiger geben. Bei den Frauen gibt es eh kaum Relegationsspiele und kaum Ligen mit zu vielen Teams“, erklärt SG-Trainer Artur Zigelski. Auf die Kadergröße habe sich die Corona-Krise bislang nicht negativ ausgewirkt. „Wir können sogar auf einen größeren Kader zurückgreifen. Auch im Nachwuchsbereich gab es bei uns keine coronabedingten Kündigungen. Gott sei Dank sind alle bisher gut und gesund durchgekommen“, erklärt Zigelski.

In einem Punkt sind sich alle Verantwortlichen einig: Jetzt geht es erst einmal darum, möglichst schnell wieder gemeinsam auf dem Platz trainieren zu können. THOMAS SPIESL

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