Dank Entschlossenheit Durststrecke überwunden

- FC Miesbach setzt sich 4:2 gegen SK Srbija München durch

VON HANS-PETER KOLLER Miesbach - Endlich ist es dem FC Miesbach gelungen, die Durststrecke zu überwinden. Der SK Srbija München kombinierte im Mittelfeld gefällig, aber an der Strafraumgrenze zeigte Stefan Muckenhirn, dass er als Libero keine Notlösung sondern eine echte Alternative ist. Die von ihm gut organisierte Abwehr ließ keine Gefahr aufkommen. Da bereits in der 57. Minute das 4:0 für den FC gefallen war, mussten die Miesbacher auch nach den zwei Treffern zum 2:4 eigentlich nicht mehr bangen, waren aber trotzdem hochgradig nervös.

"Dies war der dritte schwache Gegner in Serie. Schade dass wir so viele Punkte haben liegen lassen. Drei waren einfach zu wenig", trauerte der Miesbacher Trainer Bernd Weiß trotz des Sieges den vorangegangenen Niederlagen gegen den SV Pullach und den FC Neufahrn nach. Nebojsa Stojmenovic, der zwei verletzte und drei rotgesperrte Leistungsträger zu ersetzen hatte, würdigte die Gäste als verdienten Sieger: "Miesbach war einfach entschlossener, stand sicher in der Abwehr und hatte den größeren Willen zum Sieg."

Der Trainer der Platzherren, der schon als Profi bei Hannover 96 aktiv war, konnte es nicht fassen, dass seine Burschen den Ball ins Tor tragen wollten. Er hatte Distanzschüsse als Mittel zum Erfolg empfohlen. Seine Ersatzbank war mit nur zwei A-Junioren dürftig besetzt. Sonst hätte er, nach eigenem Bekunden, die Zauderer vom Platz genommen. Bereits in der siebten Minute hatte Stefan Feicht den Führungstreffer auf den Schlappen, aber Djordje Koruga im SK-Tor reagierte glänzend. Beim 1:0 (9.) aber war er machtlos. Christian Haimerl setzte sich auf dem Flügel gegen zwei Verteidiger durch und bediente den in der Mitte heransprintenden Christian Kuchler mit einem Pass in den Lauf. Dessen Direktabnahme schlug flach und dicht neben dem Pfosten ein.

Die nächste Chance auf einen Treffer ließ 40 Minuten auf sich warten, denn die optisch überlegenen Hausherren rannten sich regelmäßig am Miesbacher Abwehrriegel fest, und die Weiß-Schützlinge rückten, wenn sie im Ballbesitz waren, nur zögerlich über die Mittellinie vor. Kuchler und Haimerl wurden mit weiten Bällen bedient und hatten in Unterzahl Schwierigkeiten, daraus brauchbare Aktionen zu konstruieren. In der 49. Minute lief Tobias Brandl seinem Schatten davon. Thomas Breiherr verzögerte geschickt und bediente den Mittelfeldakteur erst, als er zwei Gegenspieler auf sich gezogen hatte. Somit erhielt Brandl eine 1:1-Situation mit dem Keeper, die er cool zum 2:0 verwertete. Als die Serben nach einem Foul noch mit der Entscheidung des Schiedsrichters haderten, schnappte sich Haimerl den Ball und führte sofort einen Freistoß aus. Gegenfurtner konnte mutterseelenallein in den Strafraum eindringen und das 3:0 (57.) erzwingen. Dem 4:0 (61.) ging eine tolle Kombination voraus. Tobias Meyer drang auf der linken Seite vor. Haimerl ließ dessen Vorlage von der Brust für Kuchler abtropfen, der Breiherr in Szene setzte. Der 19-Jährige traf aus vollem Lauf heraus. Bei den beiden Gegentreffern (70./82.) war Leo Greiter im Miesbacher Tor machtlos. Ein Schuss aus 25 Metern passte genau in den Winkel, und ein Freistoß aus etwa der gleichen Distanz berührte noch Latte und Pfosten, ehe er in den Maschen einschlug.

Dass die Erfolglosigkeit der vergangenen Wochen ihre Spuren hinterlassen hat, zeigte sich darin, dass der FC Miesbach nach dem 2:4 mit überhasteten Aktionen den Serben noch Möglichkeiten bot, das Resultat zu ihren Gunsten zu korrigieren.

FC Miesbach: Greiter, Muckenhirn, Fleischer (85. Eppensteiner), Monachetti, Breiherr, Brandl, Meyer, Feicht, Gegenfurtner, Kuchler, Haimerl.

Auch interessant

Kommentare