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Kritischer Blick in die Zukunft: Holzkirchens Sportlicher Leiter Jozo Ereiz (vorne) will in der Landesliga den Neustart schaffen. An Trainer Jens Eckl hält er fest – der habe in der schwierigen Situation einen guten Job gemacht.

Vergangenheitsbewältigung im Interview

Ereiz im Interview: „Gut, dass die Fata Morgana Bayernliga vorbei ist“

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Nach dem Abstieg aus der Bayernliga hat Jozo Ereiz alle Hände voll zu tun. Der Sportliche Leiter des TuS Holzkirchen, der seit Beginn seiner Amtszeit auch als Co-Trainer in die Bresche springt, muss einige personelle Veränderungen verkraften.

Im Gespräch verrät der 49-Jährige, wie er die verkorkste Saison bewertet, was sich ändern muss und wie er die neue Spielzeit sieht.

Herr Ereiz, hat Holzkirchen es verpasst, sich in der Winterpause noch mal deutlich zu verstärken?

Wir wollten uns schon verstärken, aber im Winter ist es immer schwierig. Du bekommst selten gute Spieler, weil kaum einer aus seinem Vertrag aussteigen will. Wir haben uns umgeschaut, aber bei uns ist es auch immer finanziell schwer.

Sie haben gefordert, das Thema Bayernliga insgesamt positiver zu sehen. Sind Sie trotzdem froh, dass es nun vorbei ist?

Auf der einen Seite bin ich froh, dass diese Fata Morgana vorüber ist. Andererseits ist es schade, weil in der Bayernliga ein ganz anderes Niveau herrscht – ohne der Landesliga die Qualität abzusprechen. Wenn du siehst, wie sich gegen 1860 jeder auf die Bank setzen will und unbedingt zum Einsatz kommen will, ist das schon etwas Besonderes, was es so schnell vielleicht nicht wieder gibt.

Gibt es Sie nächste Saison wieder in einer Doppelfunktion als Sportlicher Leiter und Co-Trainer?

Nein. Ich bleibe Sportlicher Leiter. Unser Ziel ist es, einen neuen Co-Trainer zu finden. Der Optimalfall wäre ein Spieler von uns, der sich als Co anbieten würde, aber da sind wir gerade in Gesprächen – ich habe dann als Sportlicher Leiter genug zu tun (lacht).

Genug zu tun hat bestimmt auch Jens Eckl. Bleibt er Cheftrainer?

Ja, Jens bleibt unser Trainer. Ich muss ihm eh ein Kompliment machen: Leider habe ich festgestellt, dass Teile der Mannschaft die Saison nach der Vorrunde schon abgehakt haben. Für den Trainer war es dann schwer, Motivation zu finden, weil die Luft irgendwie raus war. Aber er hat das gut gemacht.

Was zeichnet Eckl als Trainer aus?

Jens ist einer aus der jungen Generation. Er ist sehr fleißig, will was erreichen. Sein Ehrgeiz zeichnet ihn aus, das sieht man bei jeder Trainingseinheit. Darüber hinaus ist er eher ein Kumpel-Typ, der sehr viel mit den Spielern redet, aber auch viel fordert.

Stehen neben den Abgängen von Max Schulz und Basti Hahn weitere fest?

Ja, es werden uns noch weitere Spieler verlassen. Gilbert Diep wechselt zu Pullach, und Roman Rauscheder geht zurück zu seinem Heimatverein Geretsried. Auch Valentino Gavric und David Tomicic gehen und werden sich in München umsehen.

Wie steht es um Marco Höferth?

Das ist ein besonderes Thema. Marco ist – wenn er fit ist – ein klarer Führungsspieler. Das ist aber die entscheidende Frage: Wir müssen abwarten, ob er es mit seinem Beruf vereinbaren kann zu trainieren. Wenn er Zeit fürs Training hat, passt es. Sonst ist es schwierig. Aber da müssen wir abwarten und sehen, was Marco tun kann.

Steht schon ein Kern für die Landesliga?

Ja klar. Wir haben mit Beni Zeisel, Beni Gulielmo, Lars Doppler oder Alex Zetterer einige Spieler, die Säulen des Teams sein sollen. Auch die Bahadir-Brüder werden bleiben. Wir sind uns aber auch bewusst, dass wir fünf, sechs Spieler holen müssen. Man darf die Landesliga nicht auf die leichte Schulter nehmen.

Wie schwierig ist es, neue Spieler zu finden, die das Team weiter bringen?

Sehr schwierig. Bei Heimstetten, wo einige Freunde von mir tätig sind, kommen gefühlt jeden Tag 20 Spieler und wollen dort spielen. Bei uns heißt es oft: Ihr habt keine guten Bedingungen, habt einen schlechten Platz und keine Anlage. Da gilt es Spieler von anderen Dingen zu überzeugen. Wir müssen aber auch alle gemeinsam schauen, dass wir diese Plätze verbessern.

Steht schon ein Neuzugang fest?

Nein, wir suchen verstärkt nach Stürmern, wie fast jeder Verein – ein bisschen habe ich das Gefühl, dass es zu wenige gibt. Auch brauchen wir einen Mittelfeld-Strategen.

Ist die Torhüter-Position hinter Zeisel ausreichend besetzt?

Wir haben mit Markus Grünewald einen guten Mann. Aber wir brauchen definitiv einen dritten Schlussmann und suchen entweder einen jungen Torwart für die Zukunft oder einen erfahrenen, der vielleicht auch als Torwart-Trainer fungieren kann.

Was muss kommende Saison besser laufen?

Auf jeden Fall müssen wir uns als Mannschaft besser präsentieren und intensiver spielen. Das ist das Wichtigste. Mit entscheidend wird auch der Start sein. Wenn du unten hängst, kommst du schwer raus. Wir müssen dafür in der Vorbereitung ab 10. Juni Grundlagen schaffen – das Team muss topfit sein.

Was ist Ihr Saisonziel?

Auf keinen Fall im unteren Drittel spielen. Nach dem Abstieg gilt es, sich in der Landesliga zu stabilisieren und schauen, was nach oben geht. Und wir brauchen mehr Fans.

hsp

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