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Doppelpass: Mama Feldbrach mit ihrem Jüngsten Nick (10).

Verena Feldbrachs Hauptberuf: Fußball-Mama

„Es ist mein Traum, dass alle drei irgendwann für die erste Mannschaft des TuS Holzkirchen spielen“

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Samstagmorgen, 9 Uhr. Der Himmel ist grau, es windet ein wenig, das Thermometer klettert maximal auf fünf Grad. Für Verena Feldbrach (44) ist das alles kein Hindernis.

Die Mutter von drei Fußball-Jungs ist fast zwei Stunden vorher aufgestanden und hat sich mit Nick (10), ihrem Jüngsten, von Holzkirchen auf den Weg in Münchens Südosten gemacht. Verena Feldbrach steht seit elf Jahren jedes Wochenende an der Seitenlinie und unterstützt die Leidenschaft ihrer Söhne auch unter der Woche. Hauptberuf: Fußball-Mama. 

„Das Drama ging los, als mein ältester Sohn 2007 bei einem Kindergarten-Turnier mitgemacht hat. Damals hätte ich nicht gedacht,dass sich mein ganzes soziales Leben mal um Fußball drehen wird“, erzählt Feldbrach. 

Mittlerweile ist Tim 16 Jahre alt und spielt für die U17 des TuS Holzkirchen, genauso wie Bastian (15). Nick kickt für die U11 des Klubs. Und die Mama gibt zu: „Ich mag den Fußball doch mehr, als ich mir manchmal eingestehen mag.“ Das war nicht immer so, erzählt die 44-Jährige. Einen Ex-Freund servierte sie ab, weil der Fußball spielte und immer nur mittwochs Zeit für sie hatte. Feldbrach: „Als ich meinen jetzigen Mann kennengelernt habe,habe ich direkt gefragt, ob er Fußball spielt. Er sagte ‚Nein‘. Dann durfte er mein Freund werden.“ 

Da wusste noch keiner, dass Verena und Clark (52)drei fußballverrückte Jungs bekommen würden. Heute bestimmt das runde Leder den Alltag von Verena Feldbrach. Montag, Mittwoch und Freitag trainieren die Jungs von 18 bis 19.30 Uhr. Auch wenn der Trainingsplatz locker mit dem Rad zu erreichen ist, lässt sich die 44-Jährige vor allem bei schlechtem Wetter gerne erweichen und bringt ihre Jungs. Sie sagt: „Am Platz treffe ich Leute, die ich mag. Unser Freundeskreis hat sich durch die Fußball-Eltern sehr erweitert. Wenn man jedes Wochenende gemeinsam an der Linie steht, schweißt das zusammen.“ Vor dem Training und vor Spielen sorgt Mama Feldbrach für die passenden Mahlzeiten, bei schlechtem Wetter ist die Waschmaschine der fünfköpfigen Familie mindestens drei Mal pro Woche nur mit Sportkleidung gefüllt. Verena verrät: „Meine Kinder können bei den Klamotten immer aus dem Vollen schöpfen. Denn es gibt ja Glücksunterhosen und Lieblingsshirts.“ 

Die Fahrten am Wochenende teilen die Eltern unter sich auf, Verena ist meistens bei den Heimspielen oder mit dem Jüngsten unterwegs. Papa Clark „gurkt schon mal 200 Kilometer durchs Land. Wir haben zwei Autos –und die sind immer vollgetankt“. 

Als ob das als Engagement für die Leidenschaft ihrer Kinder noch nicht reicht, unterstützt Mama Feldbrach auch noch die Jugendabteilung des TuS Holzkirchen. Sie kümmert sich um Pass- und Mitgliedsanträge, kennt „fast alle 240 Kicker beim Namen“. 

Vom Frühstück bis zum Abendbrot gibt’s bei der Familie Feldbrach natürlich nur ein Thema: Fußball, Fußball, Fußball. Bleibt da nicht etwas auf der Strecke? „Natürlich“, sagt Verena: „Wenn wir um 14 Uhr mit dem Mittagessen fertig sind und um 18 Uhr Training ist, fahren wir eben nicht mehr zum See. Und bestimmt kommen auch mal Freunde zu kurz, die nicht so fußballaffin sind wie wir.“ Als Ausgleich arbeitet die 44-Jährige zwei Mal in der Woche in einer Modeboutique – und versucht, ihr soziales Umfeld jenseits des Fußballs so gut es geht zu pflegen. Feldbrach: „Nach einem langen Abend stehe ich gerne mit der Sonnenbrille am Rand. Dann sieht keiner, wie müde ich manchmal bin.“ Aber sie steht an der Seitenlinie, egal was kommt. „Der Jüngste war erst im Bauch auf dem Fußballplatz, dann im MaxiCosi, dann im Buggy und dann auf der Krabbeldecke. Er hat auf dem Fußballplatz Sitzen, Krabbeln und Laufen gelernt“, erzählt die dreifache Mutter. 

„Ich mache es gerne – immer wieder, wöchentlich und noch ein paar Jahre.“ Denn Verena Feldbrach hat einen großen Fußball-Wunsch: „Es ist mein Traum, dass alle drei irgendwann für die erste Mannschaft des TuS Holzkirchen spielen. Auch dann werde ich noch an der Seitenlinie stehen und sie anfeuern.“ Man ahnt es schon: Auch dann werden Uhrzeit und Wetter keine Rolle spielen

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