Die sportliche Heimat von Vroni Probst ist mittlerweile aber der FC Bayern Campus, hier mit Trainerin Ivon Karras und ihrem früheren Föchinger Trainer Markus Philipp.
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Die sportliche Heimat von Vroni Probst ist mittlerweile aber der FC Bayern Campus, hier mit Trainerin Ivon Karras und ihrem früheren Föchinger Trainer Markus Philipp.

Stammtorhüterin der FCB-U17

SF Föching: Elfer-Killerin Vroni Probst träumt von großer Karriere beim FCB

  • vonHeidi Siefert
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Vroni Probst schaffte von ihrem Heimatverein, dem SF Föching, den Sprung zum großen FC Bayern München. In der U17 des Rekordmeisters ist sie Stammtorhüterin.

Föching – An ein Turnier beim SV Lohhof erinnert sich der Föchinger Fußballtrainer Markus Philipp noch besonders gut. Mit seiner damaligen D-Jugend war er unterwegs und vom Kollegen des TSV 1860 auf einige Spieler angesprochen worden. Unter anderem hatte der ein begehrliches Auge auf den starken Torwart geworfen. „Der hat unsere Vroni für einen Buben gehalten“, lacht der Coach. Aus dem kurzhaarigen Mädchen von damals, das als sicherer Rückhalt einer besonderen Mannschaft reihenweise Stürmer namhafter Vereine zur Verzweiflung gebracht hatte, ist eine junge Frau geworden, die sich beim FC Bayern München in ihrem zweiten Spiel der U17-Bundesliga-Mannschaft den Platz als erste Torhüterin erkämpft hat.

Probst: Erinnerung an Merkur CUP immer präsent

Jetzt sitzt sie im Stüberl der Sportfreunde. Hinter ihr auf einem kleinen Sockel der Pokal aus dem Merkur CUP-Finale. Auf den tiefen Fensterbrettern jede Menge blank polierte Ehrenpreise, von denen einige den sportlichen Werdegang der 16-Jährigen nachzeichnen, die am Fichtholz ihre Leidenschaft fürs Fußballspielen entdeckte. Das Kindergartenturnier hatte den Ausschlag gegeben. Das Kicken mit den Freunden hatte Vroni von Anfang an Spaß gemacht.

Probst: Mit den SF Föching 2014 bis ins Merkur CUP-Finale in Unterhaching

„Das Turnier-T-Shirt hat sie immer getragen, bis es nicht mehr gepasst hat“, erzählt Papa Thomas, der sich mit seiner jüngeren Tochter unverhofft am Fußballplatz wiederfand. Mit Schwester Kathi sei sie im Schwimmverein gewesen, was ihr aber nicht annähernd so gut gefallen habe, erinnert sie sich und erzählt, wie ihre Karriere als Feldspielerin begann. „Damals hatten wir noch einen älteren Buben im Tor“, erzählt Philipp. Irgendwann entdeckten sie, dass Vroni auch Talent als Keeperin hatte. Früh habe es ihren Ehrgeiz angestachelt, Stammtorhüterin zu werden. 2014 beim ersten Merkur-CUP-Einsatz als jüngerer Jahrgang hatte sie es geschafft und als Fels in der Brandung maßgeblichen Anteil daran, dass Föching nicht nur erstmals übers Kreisfinale hinaus kam, sondern direkt ins Finale im Sportpark Unterhaching marschierte.

Probst: Der große FC Bayern München schaltet die SF Föching aus

Im zweiten Jahr war die Wiederholung greifbar, doch der FC Bayern München hatte im Bezirksfinale in der Vorrunde gepatzt und traf schon im Halbfinale auf Gruppensieger Föching. Einen zweiten Ausrutscher erlaubte sich der Rekordsieger nicht, und für die SF blieb der undankbare dritte Platz.

Probst eine Elfmeter-Killerin - zahlreiche Spiele gegen europäische Topklubs

Den Weg ins Bezirksfinale hatte schon eine von Vroni Probsts großen Stärken mit geebnet: Das Aus gegen die DJK Darching war in der Luft gelegen. Elfmeterschießen musste die Entscheidung bringen, und da war erstmals einem großen Publikum aufgefallen, wie cool das Mädchen mit den strahlenden Augen, das sichtlich gern hechtet, Strafstöße parierte.

Elfmeter-Halten ist nur eine der Stärken, die sie fortan auch bei internationalen Auftritten ausspielte. Unter anderem voriges Jahr im Halbfinale des Mallorca Girls Cup, wo sie den Mädchen des FC Bayern mit drei gehaltenen Elfmetern den Weg ins Finale ebnete. Gegnerinnen waren unter anderem Atletico Madrid, Kopenhagen, Sevilla und die Endspiel-Gegnerinnen aus Bilbao. Nicht die ersten namhaften Teams, gegen die sie antrat. Schon mit Föching hatte sie bei Turnieren wie Cordial-Cup und dem Innsbrucker UPC-Cup Spitzenklubs zur Verzweiflung gebracht und mehrere Torhüter-Auszeichnungen bekommen.

Probst: Auch am Ball versiert - dank Zweitspielrecht lange Feldspielerin

Ihre zweite große Stärke ist ihr Geschick am Ball – beidfüßig und technisch beschlagen –, mit dem Vroni Probst das Spiel von hinten aufbaut. Dass sie mit dem im Mädchenfußball möglichen Zweitspielrecht noch bis in die C-Jugend beim Heimatverein im Feld spielte, während sie in München im Tor stand, zahlt sich aus. Und nicht zuletzt ihr Eifer. „Sie war immer sehr fleißig“, betont Philipp mehrmals. Egal ob Stützpunkttraining in Unterhaching, Regionalauswahl Süd oder Zusatzschichten daheim: Sie nutzt jede Gelegenheit ohne dabei nur eine verbissene Arbeiterin zu sein. „Sie ist eine, die jeden Spaß mitmacht“, schiebt der Ex-Trainer nach, der ihren Werdegang verfolgt und Daumen drückt, dass ihr der Sprung in die Damenmannschaft glückt. „Das Zeug dazu hat sie, aber es braucht immer auch Glück.“

Probst: Zugfahrten zum Training werden für Hausaufgaben und Lernen genutzt

Dessen ist sich auch Vroni Probst bewusst, die zuversichtlich in ihr drittes Jahr bei den Bayern geht. Die Zugfahrten zum Training nutzt die FOS-Schülerin für Hausaufgaben und Lernen. Die Wochenenden verbringt die Familie häufig am Fußballplatz, doch die sportlichen Aktivitäten ihrer Töchter zu unterstützen, sei nie eine unangenehme Pflicht gewesen, betont Thomas Probst. Bei den ersten Punktspielen nach der Corona-Pause werden sie aus der Ferne mitfiebern müssen, wenn gleich zu Beginn die vermeintlich stärksten Teams auf die Münchnerinnen treffen. (HEIDI SIEFERT)

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