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FC Rottach-Egern trauert um Ehrenvorsitzenden Anton Erlacher

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Von: Sebastian Schuch

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Anton Erlacher
Anton Erlacher © Privat

Der FC Rottach-Egern trauert um seinen Ehrenvorsitzenden Anton Erlacher. Er verstarb im Alter von nur 66 Jahren an seinem Krebsleiden.

Rottach-Egern – Der FC Rottach-Egern hat eine seiner Säulen verloren: Ehrenvorsitzender Anton Erlacher, der von allen nur Toni genannt wurde, ist im Alter von 66 Jahren seinem Krebsleiden erlegen. Er hinterlässt in allen Bereichen des Vereinslebens eine Lücke.

Erlacher wurde am 18. Mai 1956 geboren und wuchs in Oberach auf. Ab seinem zehnten Lebensjahr nahm der FC Rottach-Egern einen großen Teil in seinem Leben ein. Der kleine Toni begann das Kicken in der Schülermannschaft und durchlief die Jugendmannschaften bis zur ersten Mannschaft. In der damaligen A-Klasse und Bezirksliga führte Erlacher die Rottacher als Spielführer auf den Platz und war Teil des legendären Metzgersturms Erlacher/Hafner/Antersberger, berichtet der heutige Vorsitzende Stefan Schlichtner. Beruflich wechselte der gelernte Metzger 1980 zur Deutschen Post, 2019 ging er in den Ruhestand.

Nach seiner aktiven Laufbahn trainierte Toni Erlacher zunächst die zweite und von 1998 bis 2002 die erste Mannschaft des FCRE. Mit dem Aufstieg in die Bezirksliga gab er das Zepter weiter. In dieser Zeit stand Erlacher auch bei einigen Spielen gegen den FC Bayern, der regelmäßig zum Trainingslager anreiste, an der Seitenlinie. „Einmal stand es nach einer halben Stunde noch 0:0. Da hat er reingerufen: Männer, ihr steht super“, erzählt Schlichtner. „Das hat Stefan Effenberg gehört. Zur Halbzeit stand es 3:0 für Bayern.“ Von 2004 bis 2016 war er Vorsitzender des Vereins, 2018 wurde er zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Bis zuletzt hatte er einen guten Draht zu den jungen Spielern.

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Privates Glück im Oberland

Auch privat hatte Toni Erlacher sein Glück im Oberland gefunden. 1975 lernte er seine Frau Christa kennen, fünf Jahre später heiratete das Paar. Ihren Lebensmittelpunkt verlagerten sie in Christas Heimat Oberwarngau, doch dem FC Rottach-Egern blieb Erlacher stets verbunden. „Er war auch beim gesellschaftlichen Teil immer mit dabei und sehr beliebt“, sagt Schlichtner. „Er stellte sich stets in den Dienst des Vereins.“ Zudem genossen Toni und Christa Erlacher die Vereinsausflüge, an denen sie regelmäßig teilnahmen.

Die sportlichen Gene hat Erlachers 1985 geborener Sohn Peter geerbt. Statt auf dem Fußballplatz fand man ihn in jungen Jahren vor allem beim Eishockey wieder. Und noch heute ist Peter Erlacher ein erfolgreicher Stockschütze beim TSV Hartpenning.

Anton Erlachers letzte Jahre waren von seiner Krebserkrankung geprägt. 2020 wurde bei ihm Leukämie diagnostiziert. Nach einer Chemotherapie und einer Knochenmarkspende deutete vieles auf eine Heilung hin. Doch der Optimismus wurde Anfang dieses Jahres jäh gebremst: Der Krebs war zurück. Am 7. Juli erlag er der schweren Krankheit. Am Mittwoch wurde er in Oberwarngau beigesetzt. ses

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