Torjubel in Raisting: Der FC Miesbach feiert, Raistings Keeper (l.) ist deprimiert. foto: halmel

Ein Feicht besser als elf Raistinger

Miesbach - Ersatzgeschwächter FC Miesbach fegt SV-Reserve mit 5:0 vom Platz

Auch mit einer Notelf hat der FC Miesbach beim SV Raisting II einen ungefährdeten 5:0-Sieg herausgeschossen. Die Mannschaft von FC-Trainer Reiner Leitl führte bereits zur Pause mit 4:0 und konnte es dann sich leisten, im zweiten Abschnitt einen Gang zurückzuschalten.

Die Personalprobleme der Miesbacher ließen sich schon an der Aufstellung ablesen. Trotz Adduktorverletzung saß Berni Gegenfurtner auf der Bank, und auf dem Platz standen mit Robert Hörmannsdorfer und Sinan Atilgan zwei Akteure der FC-Reserve. Sogar Leitl hatte sich mit der Nummer zehn in den Spielberichtsbogen eintragen lassen.

Die Partie begann aus Miesbacher Sicht mit einer „Hallo-Wach“-Aktion. Schon nach drei Minuten zappelte der Ball im Netz von FC-Keeper Benjamin Edenhofer. Glück für die Gäste: Der Linienrichter hatte die Fahne gehoben, der Treffer fand keine Anerkennung. Das Tor von Andi Götschl, der eine Feicht-Ecke mit der Hacke verlängerte, hätte gegolten, doch der Raistinger Torwart konnte den Ball gerade noch über die Latte bugsieren (7.). Auch bei einem Schuss von Siegi Heiß zeichnete sich der SV-Schlussmann mit einer Fußabwehr aus (18.). Vier Minuten später aber klingelte es im Kasten der Raistinger. Markus Seitz brachte eine punktgenaue Flanke von Hörmannsdorfer per Kopfball-Torpedo im Tor unter. 0:1 in Rückstand, kamen die Hausherren zu ihren größten Möglichkeiten. Innerhalb von sechs Minuten vergab Michael Tuman gleich drei Hochkaräter. Die Drangphase der SV-Reserve beendete Michael Feicht nach einer knappen halben Stunde. Der blitzschnelle Stürmer eroberte im Mittelfeld den Ball, spielte die komplette Raistinger Abwehr aus und schob zum krönenden Abschluss aus kurzer Distanz ein – eine Gala-Vorstellung. Nur zwei Minuten später das 3:0: Seitz flankte auf den zweiten Pfosten, Heiß reckte sich nach dem Ball, und der landete im Tor. Die freundschaftliche Diskussion, wem nun der Treffer zuzuschreiben sei, beendete Leitl diktatorisch: „Der Siegi war noch mit zwei oder drei Haaren dran.“ Danach vergaben Hörmannsdorfer (32.) und Götschl, der die Kugel an den Pfosten knallte (40.), gute Chancen. Die Vorentscheidung gelang Martin Rosenberger mit einem Gewaltschlag, der zum 4:0 (41.) in den Maschen landete. Bernhard Mayer hatte das Tor blendend vorbereitet.

Die zweite Halbzeit verlief eher lahm. Der SV Raisting II kam zu überhaupt keiner Möglichkeit. Auf der anderen Seite drosch Atilgan den Ball an den Pfosten (83.), und Tobias Brielmeier köpfte knapp über das Lattenkreuz (64.). Der einzige Treffer fiel in der 58. Minute: Feicht hatte abermals die komplette Defensive genarrt und im Fünfer quer zu Libero Markus Nowotny gelegt, der mit seinem ersten Saisontreffer den Endstand herstellte. Leitl war zufrieden: „Es war in Ordnung, dass die Burschen einen Gang zurückgeschaltet haben. Der Käse war ja bereits gespitzt.“

Die Raistinger räumten ihre Chancenlosigkeit ein: „Es mag schon sein, dass bei Euch sechs Stammspieler gefehlt haben, aber gegen uns hätte schon ein einziger Feicht genügt“, ließ der Raistinger Sprecher Wolfgang Gemander nach dem Schlusspfiff sein Gegenüber Siegi Hacker wissen.

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