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Trauriger Abschied: Sebastian Pummer ist nicht mehr Trainer des TuS Holzkirchen.

„Es ist klar, dass wir reagieren müssen“

Sebastian Pummer nicht mehr TuS-Trainer

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Der TuS Holzkirchen hat sich am Montag von Trainer Sebastian Pummer getrennt. Jugendleiter Stefan Schubert übernimmt die Mannschaft interimsmäßig, die Nachfolger-Suche.

Holzkirchen – Elf Spiele, zwei Punkte, null Siege, mit 29 die meisten Gegentore der Liga. Die Bilanz des TuS Holzkirchen in seiner zweiten Bayernliga-Saison ist verheerend. „Es ist klar, dass wir reagieren müssen“, sagt Fußball-Abteilungsleiter Adrian Saft. Die Konsequenz ist letztlich auch in der fünften Liga keine andere als in der Kreisklasse oder der Bundesliga: Es ist immer der Coach, gehen muss. „Sebastian Pummer ist nicht mehr Trainer“, sagt Saft. „Wir haben jetzt zwei, drei sehr wichtige Spiele vor der Brust. Wir mussten einen Impuls setzen.“

Pummer übernahm die Mannschaft zu Beginn der Saison von Gediminas Sugzda, der den TuS 2016/17 in die Bayernliga geführt hatte (wir berichteten). Der 33-Jährige war zuvor Spieler in Holzkirchen und trug mit seinen beiden Kopfball-Toren gegen den SE Freising maßgeblich zum direkten Aufstieg bei. „Er wird für mich immer der Aufstiegsheld bleiben“, sagt Saft. „Das wird immer hängen bleiben.“

Nach dem erfolgreichen Klassenerhalt hatte der TuS heuer nun einen enormen Umbruch zu bewältigen. Nicht nur Erfolgstrainer Sugzda verließ den Verein, auch sieben Spieler gingen, neun neue kamen. Zudem fehlte Führungsspieler Marco Höferth die ersten fünf Partien verletzungsbedingt. Mittelfeldmotor Benedict Gulielmo verletzte sich in der Vorbereitung und wird wohl erst in der Rückrunde wieder eingreifen können. Innenverteidiger-Ass Lars Doppler verbringt noch bis Januar 2019 ein Auslandssemester in Schweden. „Es war eine denkbar schwere Aufgabe für ihn“, sagt Saft über Pummer. „Ich habe ihm damals dazu geraten, dass er es macht“, sagt der Abteilungsleiter. „Vielleicht war es zu früh.“ Sportliche Gründe für die Entlassung gebe es nicht. „Wir glauben nicht, dass er große Fehler gemacht hat.“

Neben der Integration der zahlreichen neuen Spieler – von denen einige doch deutlich hinter den Erwartungen zurückbleiben – hatte Pummer in seiner ersten Trainerstation auch die ganze Zeit über mit Ausfällen und der Leistungsschwäche einiger der ansonsten zuverlässigsten Spieler zu kämpfen. Torhüter Benedikt Zeisel etwa passierten unerklärliche Fehler, die allein zu einem Dutzend Gegentoren führten.

Auch wenn die Mannschaft gute Spiele zeigte und mehrmals – gerade gegen spielerisch stärkere Teams – nahe am Sieg war, ändert dies nichts an der sportlichen Situation. „Wir hätten schon viel früher reagieren müssen“, sagt Saft. „Aber ich habe immer gehofft, dass der Durchbruch passiert.“ Der andere Grund für Safts Zögern ist das Verhältnis zu seinem Coach. „Ich fühle mich ihm vom Menschlichen her sehr verbunden. Er ist ein absolut feiner Kerl.“ Daher hofft der Abteilungsleiter auch, dass der 33-Jährige dem Verein in irgendeiner Form erhalten bleiben wird. Das Angebot, Co-Trainer zu machen, schlug Pummer jedoch aus, so Saft.

Vor dem Training am Montagabend informierten Saft und Pummer gemeinsam die Mannschaft. Die Einheit leitete dann bereits Stefan Schubert. Der 48-jährige Jugendleiter des TuS wird das Team aber nur interimsmäßig betreuen. „Wir wollen uns Zeit lassen bei der Trainer-Suche“, erklärt Saft. „Es liegt jetzt an der Mannschaft“, sagt der Abteilungsleiter. „Es sind noch 21 Spiele. Wir wollen uns nicht geschlagen geben.“ Ein guter Anfang wäre ein Sieg am Samstag beim Schlüsselspiel in Ismaning. Den FCI und den TuS trennen nur ein Tabellenplatz und vier Punkte.

Sebastian Pummer möchte sich erst in einigen Tagen zu seiner Entlassung äußern.

jpa

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