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Kopfball zum 1:0: Holzkirchens Torwart Benedikt Zeisel (r.) wehrte den Ball zwar noch ab, Lars Doppler (3.v.r.) konnte aber nicht entscheidend klären und Unterföhrings Leonard Mayer (l.) brauchte nur noch einzunicken.

Niederlage beim FC Unterföhring

TuS Holzkirchen enttäuschend mutlos

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Auch beim direkten Tabellennachbarn kann der TuS Holzkirchen nicht gewinnen. „Bei uns fehlt komplett der Kampf“, spricht Mittelfeld-Urgestein Benedict Gulielmo Klartext.

Unterföhring – Furcht und Nervosität sind zwei Eigenschaften, die die Fußballer des TuS Holzkirchen in der aktuellen Situation in der Bayernliga Süd eigentlich nicht haben dürften. Zu aussichtslos liest sich die Tabelle. Und trotzdem hat es für die Elf von Trainer Jens Eckl auch beim Tabellennachbarn FC Unterföhring nicht für Punkte gereicht. Die späte 1:2-Niederlage war die Quittung für eine über weite Strecken mut- und ideenlose Vorstellung und macht wenig Hoffnung auf eine Überraschung gegen kommende Schwergewichte wie Pullach, Kottern oder Türkgücü.

„Bei uns fehlt komplett der Kampf“, spricht Benedict Gulielmo Klartext. Der feine Techniker, der sich auch für harte Zweikämpfe nicht zu schade ist und lange Zeit mit einer Knieverletzung zu kämpfen hatte, ist einer der wenigen übergebliebenen Ur-Holzkirchner und appelliert: „Meiner Meinung nach ist die Qualität bei uns nicht schlechter als früher. Aber damals spielte keiner gerne gegen Holzkirchen, weil wir immer über den Kampf kamen.“ Wo früher das Spiel des TuS auch nach Rückständen von viel Biss geprägt war, ist heute nur wenig Aufbäumen zu erkennen. „Mittlerweile wollen wir viel mehr spielerisch überzeugen, was wir auch könnten“, erklärt Gulielmo. Das Eine geht aber nicht ohne das Andere.

Gegen Unterföhring kamen die Holzkirchner zur ersten hundertprozentigen Chance, der ein Bilderbuch-Spielzug vorausgegangen war. Doch Außenverteidiger Dominic Baumann, der von Basti Hahn den Pass erhielt, scheiterte kläglich alleine vor dem Tor, indem der halb gare Schuss quasi in die Hände des Torhüters fiel. Die Folge: Der FC intensivierte sein Offensivspiel ein wenig und kam in der 21. Minute zum Führungstreffer, nachdem erst Benedikt Zeisel abwehrte, Lars Doppler aber nicht entscheidend klären konnte, und Unterföhrings Leonhard Mayer problemlos zum 1:0 einnickte.

„Natürlich ist der abgeschlagene letzte Platz in manchen Köpfen drin und spielt bei der Einstellung eine große Rolle“, sagt Gulielmo. „Da ist aber jeder Spieler selbst in der Pflicht, alles zu geben. Selbst wenn es höchstwahrscheinlich nicht mehr reichen wird. Wir spielen ja immer noch alle, weil wir Spaß haben und uns nicht jedes Mal abschießen lassen wollen.“

Spaßig war aber auch die zweite Hälfte nicht: Vielmehr waren es die Gastgeber, die sich regelmäßig vielversprechende Chancen erspielten, jedoch keine davon nutzten. So war es diesmal Hahn, der das Unvermögen des Gegners bestrafte. Mit einem Solo durch das Mittelfeld und einem gezielten Flachschuss aus gut 20 Metern ins lange Eck glich der 23-Jährige zum 1:1 aus. „Nach dem Tor von Basti dachte ich, dass wir es noch schaffen könnten, weil wir noch spritziger waren“, verrät Gulielmo. Doch wie schon zu Genüge in dieser Spielzeit erlebt, waren nach Spielende Holzkirchens Kontrahenten die Sieger. FC-Joker Alpay Özgül machte etwa zehn Minuten vor Abpfiff den Deckel auf die Partie.

Gulielmo sieht nicht nur deswegen weitere schwere Wochen auf den TuS zukommen: „Nach diesen vielen Niederlagen ist es schwierig, alle Spieler zu motivieren. Wir brauchen so bald wie möglich ein Erfolgserlebnis und müssen auch im Training wieder Spaß haben. Momentan sind zu Viele verkrampft, weil keiner etwas falsch machen möchte.“

hsp

FC Unterföhring - TuS Holzkirchen 2:1 (1:0)

FC Unterföhring: Negic – Bakovic (90. Cuni), Wolf-Weisbrod, Bittner, Küttner – Lüftl, Kain (82. Boubacar), Hofmaier, Marinkovic (82. Özgül) – Putta, Mayer.

TuS Holzkirchen: Zeisel – Baumann (89. Mättig), Doppler, Schulz, B. Bahadir – Zetterer, Gulielmo, S. Bahadir (65. Ljumani), Korkor – Hahn, Diep (84. Gavric).

Tore: 1:0 (21.) Mayer, 1:1 (76.) Hahn, 2:1 (86.) Özgül.

Gelbe Karten: Lüftl, Kain, Özgül – Doppler, Diep, Korkor.

Schiedsrichter: Andreas Hummels (TSV Betzigau).

Zuschauer: 123.

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