+
Hoch den Pott: Nico Feldhahn gewann überraschend mit der Zweiten Mannschaft des FC Bayern die Meisterschaft in der 3. Liga

Warngauer mit Bayern Amateuren Drittliga-Meister

Feldhahn: „Haben unsere unfassbare Saison gekrönt“

  • vonChristoph Fetzer
    schließen

Der Warngauer Nico Feldhahn kann auf eine unfassbare Saison zurückblicken. Als Aufsteiger wurde er mit den Bayern Amateuren Drittliga-Meister und hat jüngst seinen Vertrag verlängert.

München/Warngau – Nicolas Feldhahn ist viel herumgekommen in seiner Fußballerkarriere. TSV 1860 München, Spielvereinigung Unterhaching, Erzgebirge Aue, Werder Bremen, Kickers Offenbach und VfL Osnabrück lauteten seine Stationen bis 2015. Dann hat Feldhahn, der in Warngau aufgewachsen ist und bis 1999 auch das Trikot des heimischen Sportvereins trug, seine sportliche Heimat gefunden. Der Innenverteidiger spielt für die Zweite Mannschaft des FC Bayern München, führt sie seit 2018 als Kapitän aufs Feld und feierte in der abgelaufenen Saison die Meisterschaft in der 3. Liga. Jetzt hat Feldhahn seinen Vertrag um ein Jahr bis 2021 verlängert. „Mir macht es Spaß, mit den jungen Spielern zu arbeiten und ich freue mich, dass es noch einmal ein Jahr weitergeht“, sagt er.

Der 33-jährige Feldhahn bildet mit Maximilian Welzmüller und Timo Kern (beide 30) die erfahrene Achse bei den FC Bayern Amateuren, einer ansonsten blutjungen Mannschaft, in der nur ein weiterer Spieler älter als 21 ist. „Wir sollen den jungen Spielern in den Trainingseinheiten vorleben, auf was es ankommt. Und wir können auch einmal Sachen regeln, ohne dass der Trainer dabei ist“, sagt Nico Feldhahn. Zu Trainer Sebastian Hoeneß, Sohn von Dieter und Neffe von Uli Hoeneß, hat er ein sehr enges Verhältnis. „Er nimmt uns mit und spricht viel mit uns ab“, sagt Feldhahn. „Basti kommuniziert viel, ohne die Dinge zu zerreden.“

Auch in der vergangenen Saison habe Hoeneß oft die richtigen Worte gefunden, aber auch die nötigen taktischen Anpassungen vorgenommen. Vor der fast dreimonatigen Corona-Pause waren die Bayern Tabellensiebter, nach dem Restart gewannen sie sieben von elf Spielen, nur das letzte gegen den 1. FC Kaiserslautern ging verloren. Diese erfolgreiche Serie sicherte die Meisterschaft. „Die lange Busfahrt von Kaiserslautern nach Hause war gut dafür, den Titel zu feiern“, sagt Feldhahn.

Feldhahn: Ziel war, nicht abzusteigen

Anschließend ist er im Freundeskreis aber oft darauf angesprochen worden, ob es ihn ärgert, dass die Meisterschaft nicht gleichbedeutend mit dem Aufstieg war. Schließlich dürfen Zweite Mannschaften nicht höher spielen als in der 3. Liga. „Das war für mich aber überhaupt kein Thema. Wir wussten ja vorher, dass es so ist. Eigentlich war unser Ziel, nicht abzusteigen und weiter in der Liga zu bleiben. Mit der Meisterschaft haben wir diese unfassbare Saison gekrönt“, sagt Feldhahn.

Ordentlich geschlaucht hat dieser Endspurt aber auch. Elf Spiele in 36 Tagen, also fast jeden dritten Tag ein Spiel, „körperlich war das sehr anstrengend“, sagt er. Deshalb macht er momentan Urlaub. Entspannen und Kopf frei bekommen ist angesagt. Die Lernunterlagen – Feldhahn studiert Jura und will demnächst sein Staatsexamen schreiben – sind erst einmal im Auto verstaut geblieben.

Feldhahn: Noch keine Gedanken ans Karriereende

An die Zeit nach der Fußballkarriere verschwendet der 33-Jährige noch nicht allzu viele Gedanken. „Gerade im Moment genieße ich es sehr, ‚nur’ Fußballer zu sein“, sagt er. „Ich könnte mir zwar vorstellen, für eine kurze Zeit als Jugendtrainer zu arbeiten. Aber eigentlich wäre ich auch froh, wenn ich die Wochenenden mal frei hätte.“

Noch ist es aber nicht so weit. Nico Feldhahn möchte bei den Bayern auch in der nächsten Saison den jungen Spielern ein gutes Vorbild auf dem Platz sein. „Das Nachwuchsleistungszentrum hat deutlich angezogen, die Qualität der einzelnen Spieler ist besser geworden“, sagt er. „Es sind viele dabei, bei denen ich mir vorstellen kann, dass sie Bundesliga spielen werden.“ Nico Feldhahn wird die Talente auf dem Sprung nach ganz oben so gut er kann unterstützen.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare