Fußball, A-Klasse
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Endlich wieder um Punkte kämpfen dürfen die Teams ab Samstag – auch vor Zuschauern.

Enges Aufstiegsrennen in der A-Klasse

Vorentscheidung beim Re-Start?

  • vonHans-Peter Koller
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  • Michael Eham
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Die Fußballer aus dem Kreis Miesbach stehen in den Startlöchern. In der A-Klasse ist sowohl das Rennen um den Aufstieg als auch das gegen den Abstieg eng.

Landkreis – Fast ein Jahr Pflichtspielpause liegt hinter den A-Klassen-Fußballern der Region. Eine Zeit, in der sich einiges verändert hat. Die Heimatzeitung bringt ihre Leser auf den neuen Stand.

SV Bayrischzell

Sebastian Schmid ist kein herkömmlicher Trainer. Der Coach des SV Bayrischzell lebt Fußball. Er hat alle Daten im Kopf – zumindest die seiner Kicker. Er kennt die acht Torschützen der Vorbereitung, den Geburtstag des einzigen Neuen und erinnert sich im Detail an die Hinrunden-Begegnung gegen den ärgsten Aufstiegswidersacher. „Natürlich wollen wir nach oben. Sonst haben wir etwas falsch gemacht“, betont Schmid. Der Stolperstein namens Warngau steht gleich zum Re-Start auf dem Plan. „Da hatten wir Glück. Da war jeder Schuss ein Treffer“, meint er zum 6:3-Hinrundensieg, „diesmal wäre ich mit einem Unentschieden zufrieden.“ Fit ist in Bayrischzell nicht nur das Stürmer-Trio, das 36 der 56 Treffer erzielt hat. „Die Physis ist sehr wichtig“, erklärt Schmid, „aber da haben wir einiges getan.“ Und er weiß, dass er seiner Mannschaft vertrauen kann. „Wer fehlt, hat einen wirklich triftigen Grund.“

Zugang: Vincent Acher (Jugend) Abgänge: -

SV Warngau

Der Auftakt gegen Bayrischzell ist gleich ein Leckerbissen. Mit einem Sieg wäre das Team von Trainer Daniel Mayer Tabellenführer. „Bayrischzell ist offensiv extrem stark“, sagt Torhüter Michael Sonnleitner. Er weiß aber auch um die Stärke seiner Vorderleute – mit nur elf Gegentreffern die stärkste Defensive, die schon zur Winterpause mit Dominik Stadler verstärkt wurde. „Wir haben Respekt vor dem Gegner, aber wir gehen optimistisch in die Partie“, sagt Sonnleitner. Vorausschauend, dass die Pause länger dauern würde, bat Mayer erst im August auf den Platz. In den Testspielen gegen allesamt höherklassige Teams gab es Höhen und Tiefen. So hagelte es ein 1:5 gegen Kreisklassisten Rot-Weiß Bad Tölz, dafür gewann Warngau 2:1 gegen Rottach-Egern und musste sich Kreisligatabellenführer Otterfing nur 3:4 geschlagen geben. „Wir wollen den Platz in der Liga mindestens halten und blicken ganz nach oben“, gibt Sonnleitner die Richtung vor.

Zugänge: Benedikt Gerr (Jugend), Dominik Stadler (TuS Holzkirchen), Jacobo Arrighi (SV Parsberg) Abgänge: -

Tore braucht der SV Warngau schon im ersten Spiel. Dann winkt die Tabellenführung.

TSV Schliersee

Die Stimmung beim TSV Schliersee ist top. „Ausnahmslos jeder hat Bock auf Fußball“, sagt der sportliche Leiter Patrick Quinz. „In unseren Testspielen haben wir weitestgehend gezeigt, dass wir bereit sind.“ So gab es knappe Niederlagen gegen die Kreisklassisten Hausham (1:2) und Wörnsmühl (0:2). Den Plan, nach oben zu schielen, sollen die neuen Spieler mittragen, von denen Quinz begeistert ist. „Unsere Neuzugänge tun dem Kader extrem gut und haben gezeigt, dass sie uns verstärken.“ Der Re-Start gegen Parsberg sei richtungsweisend. „Der Tabellenplatz sagt meiner Meinung nach nicht viel aus. Wir haben uns oft genug sehr schwergetan.“

Zugänge: Klaus Priller, Franz Priller (beide SV Waakirchen), Tobias Haringer, Florian Käser, Niklas Fricke, Leo Kovac (alle Jugend) Abgänge: -

SV Waakirchen

Es ist fast das Ende einer Ära beim SV Waakirchen. Gleich drei Leistungsträger kehren zu ihrem Heimatverein zurück: Klaus und Franz Priller sowie Maximilian Baumgartner. Für Trainer Vincent Lechner kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken. „Ich kann die Jungs verstehen.“ Außerdem steht der Nachwuchs in den Startlöchern. Mit der Vorbereitung hadert Lechner ein wenig, nimmt seine Spieler aber in Schutz. „Sie war einfach zu lange, da war es zwischenzeitlich schwierig, die Motivation hochzuhalten.“ Die Trainingsbeteiligung sei mal besser, mal schlechter gewesen. „Ich finde, der BFV hätte die Saison abbrechen sollen. So richtig ernst kann man die Rückrunde nicht nehmen.“ Für die Rest-Saison heißt es daher: „Weiter Fußball spielen und eine Gaudi haben“.

Zugänge: Leon Kirst, Kilian Senger (beide Jugend) Abgänge: Klaus Priller, Franz Priller (beide TSV Schliersee), Maximilian Baumgartner (SG Hausham)

TSV Bad Wiessee

Jürgen Welker würde es nichts ausmachen, die Saison zu beenden. „Wir haben echt Probleme“, erläutert er. Der Trainer des TSV Bad Wiessee glaubt nicht, dass es andere Vereine ähnlich hart trifft. Mehr als 20 Prozent der Spieler seien in der Gastro oder im Physio-Bereich tätig – und keiner der Arbeitgeber über das Risiko einer Corona-Infektion über den Sport erbaut. „Die Hand, die einen füttert, beißt man nicht“, weiß Welker, dass einige auf Fußball verzichten werden. Hinzu kommt, dass der TSV weder eine A- noch eine B-Jugend hat. Der Kunstrasenplatz an der Hagngasse und vier Vereine in der nahen Umgebung halten Neuzugänge dabei seit Jahren in engen Grenzen. Zudem will sich Kilian Zimmer höherklassig in Österreich beweisen. Aber Welker bleibt optimistisch: Im Training zeige sich, dass die Substanz im Kader ausreicht, um die Saison sorgenfrei zu beenden.

Zugänge: - Abgang: Kilian Zimmer (SV Achenkirch)

SF Fischbachau

Ein gesicherter Mittelfeldplatz hat schon Positives – sofern er das Saisonziel ist. „Für uns passt es, genau in der Mitte der Tabelle zu stehen“, sagt Michael Kellerer, „die Liga ist für uns genau richtig.“ Der Trainer der SF Fischbachau ist nicht nur mit Rang sieben zufrieden, sondern auch mit der Trainingsbeteiligung und den Testspielen. Da fährt Kellerer eine konsequente Linie: „Je mehr Spiele, umso besser. Es wollen doch alle spielen und nicht nur trainieren.“ Die Resultate seien zweitrangig, wobei ihn ein spätes 2:3 gegen Bad Feilnbach etwas wurmte. Sonst hat Kellerer vielen Spielern eine Chance gegeben, auch sechs oder sieben Mal gewechselt. Zum Einsatz kamen auch zwei A-Junioren. Für die verbleibenden Spiele ist Kellerer optimistisch: „Wir holen schon die notwendigen Pünktchen, damit wir nicht hinten rein rutschen.“

Zugänge: - Abgänge: -

TSV Irschenberg

Irschenbergs Trainer Christian Pralas ist vor dem Re-Start entspannt. „Wichtig ist, dass man zusammen ist und das Soziale passt“, sagt er. „Wir wollen unsere jungen Spieler im Kader weiter in die Mannschaft einbauen und eine stabile Truppe zusammenbekommen.“ Nicht mehr mit von der Partie sind Marek Palivec und Martin Futschek, Christian Durm kuriert noch eine Bänderverletzung aus. „Trotzdem ist die Beteiligung gut, sodass wir den Spielbetrieb mit erster und zweiter Mannschaft angehen können“, sagt Pralas. „Wir wollen die ersten Spiele positiv gestalten.“ In der Vorbereitung zog Irschenberg gegen zwei Mannschaften aus der A-Klasse 4 den Kürzeren –2:3 gegen Hartpenning und 0:2 gegen Ascholding. Gegen B-Klassist Türk Spor Rosenheim (4:7) verlor man ebenfalls, dafür gab es einen Sieg gegen Pralas’ Ex-Verein Wörnsmühl (3:2). Im ersten Spiel trifft Irschenberg auf den SV Miesbach II. „Der Verein hat sich gut entwickelt, die erste Mannschaft spielt einen guten Fußball“, so Pralas. Das erwartet er auch von der Reserve-Mannschaft.

Zugänge: - Abgänge: Marek Palivec, Martin Futschek (beide pausieren)

SC Wall

Er hat sich für größere Aufgaben empfohlen und geht nun eine davon an – zum Leidwesen des SC Wall. Torhüter Andreas Waldschütz wechselte in die Kreisliga. „Das ist ein Abgang, der schmerzt“, sagt Trainer Seppi Bernöcker. „Dafür haben wir Maxi Mayr reaktiviert.“ Außerdem neu dabei ist Denis Katic. Mit diesem Kader will Bernöcker die Abstiegsregion so schnell wie möglich verlassen. „Wir haben immer noch eine der jüngsten Mannschaften der Liga, diese gilt es, weiterhin zu formen.“ Er hätte sich aber mehr Leute im Training gewünscht, hadert Bernöcker, „was durch Arbeit und Verletzungen nicht möglich war“. Und fügt hinzu: „Die Jungs ziehen voll mit.“ Eine Abschiedstour wird die Rückrunde für Michael Zehrer und Sebastian Berchtold, die ihre Karriere nach der Saison beenden. „Denen wollen wir natürlich einen schönen Abschluss bescheren.“ Und keinesfalls einen Abstieg. Mit Fischbachau wartet direkt ein unangenehmer Gegner.

Zugänge: Maximilian Mayr (reaktiviert), Denis Katic (FC Hausham) Abgang: Andreas Waldschütz (FC Real Kreuth)

SV Miesbach II

„Unsere Vorrunde war ziemlich schlecht, deshalb wollen wir erst mal den Klassenerhalt sichern“, gibt Stefan Feicht, Trainer des SV Miesbach II, die Marschroute vor. Die Kreissstädter holten vor der Winterpause 14 Punkte aus 14 Spielen. Die vergangenen Wochen ließen Optimismus aufkommen. „Die Vorbereitung war für diese Umstände sehr gut und die Trainings extrem gut besucht.“ Neben einem Neuzugang verstärkt nahezu die komplette A-Jugend der JFG Miesbacher Oberland den Kader. Neben dem Klassenerhalt steht für Feicht auch die Integration der Jugendspieler an. Gegen Irschenberg erwartet er ein ausgeglichenes Spiel. Im August überzeugte der TSV gegen die Reserven aus Au (6:3) und Bruckmühl (4:1).

Zugang: Fabian Hillebrand (FV Delkenheim) Abgang: Can Demikaynak (FC Rottach-Egern)

SV Parsberg

Zwar hatte Corona keine Auswirkungen auf den Parsberger Kader, allerdings mussten zwei Testspiele wegen Verdachtsfällen beim Gegner abgesagt werden. Abteilungsleiter Leo Kameter gibt deshalb als Ziel vor: „Ohne Coronafälle durch die Saison kommen und ein paar Punkte mitnehmen.“ Die kann die Elf von Trainer Robert Niggl auch brauchen, nur drei Zähler trennen sie von einem Abstiegsplatz. „Wir konnten normal trainieren und das wurde von unseren Spielern sehr gut angenommen“, erzählt Kameter. Alle seien hoch motiviert gewesen. „Derzeit kann ich keinen Gegner einschätzen, da wir mit den Umsetzungen der Hygienekonzepte genug mit uns selbst zu tun hatten“, sagt er. „Wir werden schauen, wie es läuft.“ Neu im Team ist nur ein Spieler der JFG Miesbacher Oberland. Die ersten drei Gegner (Schliersee, Baiernrain/Dietramszell und Bayrischzell) haben es direkt in sich.

Zugang: Alex Rohr (Jugend) Abgänge: Florian Külbs (SV Miesbach), Jacobo Arrighi (SV Warngau)

FC Real Kreuth II

Stefan Rachel ist immer für ein Späßchen zu haben. Auch, es um Spitzenplätze geht. „Für uns wird es schwierig, den Titel zu holen. Aber ausgeschlossen ist nichts“, scherzt der Trainer des FC Real Kreuth II. Dann aber widmet er sich dem drohenden Abstieg. Der wäre für den ganzen Verein tragisch. „Wir bauen voll auf unseren Nachwuchs und wollen deshalb in der Liga bleiben“, erklärt er. So war zum Beispiel ein 22-Jähriger im Test gegen Fischbachau der Drittälteste im Team. Dass der zweite Kreuther Anzug weit nach unten gerutscht ist, lag für Rachel auch am Kreisliga-Team: „Wir mussten viele Lücken füllen. Die Spieler fehlten dann.“ Nach einem Coronafall im Verein (wir berichteten) wurden die Trainingsgruppen getrennt. Trotzdem konnte Rachel immer mindestens 13 Kicker begrüßen. Drei von ihnen frisch aus der A-Jugend. Die teils löchrige Defensive der Hinrunde sieht er besser aufgestellt. Als Beleg führt er die Spiele ohne Gegentor gegen Bad Aibling II und Fischbachau an. „Wir werden erfolgreicher sein“, glaubt Rachel, „ob es für den Klassenerhalt reicht, muss sich zeigen.“

Zugänge: - Abgänge: -

DJK Darching II

Realistisch betrachtet sind die Chancen der DJK Darching II auf den Klassenerhalt minimal. 14 Begegnungen ohne Punkt sprechen für eine Rückkehr in die B-Klasse. Damit kann Andreas Hallmannsecker, der in der Winterpause von Oskar Langl übernommen hat, umgehen. „Wenn wir mal ein oder zwei Spiele gewinnen, dann lecken wir Blut“, meint er. „Das spielerische Potenzial ist da. Und wenn wir mal als Sieger vom Platz gehen, wird das Selbstvertrauen sprunghaft ansteigen.“ Veränderungen im Kader gibt es keine, dafür sind einige Verletzte zurückgekehrt. Mit den beiden Vorbereitungsspielen – Niederlage gegen Hartpenning und Sieg gegen Höhenrain – war Hallmannsecker zufrieden. Was dem langjährigen Verteidiger der DJK imponiert, ist die Disziplin. „Das Hygienekonzept wurde detailgetreu umgesetzt. Wohl ein Grund, warum wir von Corona verschont geblieben sind.“

Zugänge: - Abgänge: -

TSV Hartpenning

Beim TSV Hartpenning brummt der Laden. Die Trainingsbeteiligung ist super, die Kameradschaft bestens und auch die Form stimmt. Maßgeblichen Anteil daran hat Werner Klinke. Der Trainer hat bereits vorzeitig sein Engagement um eine weitere Spielzeit verlängert. „25 Leute im Training ist keine Seltenheit“, erklärt Klinke, „und da keiner den Verein gewechselt hat, passt es offensichtlich.“ Neuzugänge gab es auch keine. Über die Ligeneinteilung ist Klinke allerdings nicht glücklich, Derbys sind Mangelware. Ein Weg, dies zu ändern, wären Titel und Aufstieg. Aber da ist Klinke Realist. „Ascholding ist weit weg. Platz zwei bis vier sind machbar.“ Aus den Testspielen will er keine Rückschlüsse ziehen. Einzig die Begegnung gegen Otterfing (1:1) hat er im Detail notiert. Dass die Hartpenninger Kicker auch fit sind, haben sie bei der vereinseigenen Lauf-Challenge (wir berichteten) gezeigt.

Zugänge: Florian Immle, Josef Stahl (beide reaktiviert) Abgänge: -

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