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Heinz Eckl ist Kreisspielleiter im Fußballkreis Zugspitze

Vereinsabstimmung

Pilotprojekt im Kreis Zugspitze soll kommen

  • Sebastian Schuch
    vonSebastian Schuch
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Der Fußballkreis Zugspitze wird zum Modellprojekt. Die Vereine haben mit etwas mehr als einer Zwei-Drittel-Mehrheit für den neuen Modus gestimmt.

Landkreis – Die Lust auf etwas Neues ist im Fußballkreis Zugspitze trotz – oder vielleicht gerade wegen – der langen spielfreien Zeit groß. So lässt sich das Ergebnis der Vereinsabstimmung zu dem vom Bayerischen Fußball-Verband (BFV) vorgeschlagenen Pilotprojekt deuten. Für dieses haben sich die Vereine mit etwas mehr als einer Zwei-Drittel-Mehrheit (67,47 Prozent) ausgesprochen. Die Beteiligung an der Abstimmung lag bei 75,4 Prozent, teilt Kreisspielleiter Heinz Eckl mit.

Damit hat das Projekt ganz knapp die erste Hürde genommen. Wie berichtet, hatte der Verband eben die erreichte Zwei-Drittel-Mehrheit vorausgesetzt, um die nächsten Planungsschritte einzuleiten. „Somit gilt das Spielmodell per Abstimmung als angenommen“, schreibt Eckl.

Zur Erinnerung: Bei dem Pilotprojekt werden die Spielklassen von Kreisliga bis C-Klasse in kleinere, regionale Gruppen mit sieben oder acht Mannschaften unterteilt. Diese spielen im Herbst ihre Tabellen aus. Die besten drei Teams kommen in eine Aufstiegsrunde, die restlichen Mannschaften in eine Abstiegsrunde. Diese sollen im Frühjahr abgehalten werden, am Ende geht es für den Erstplatzierten der Aufstiegsrunde eine Spielklasse höher, der Letzte der Abstiegsrunde muss den Gang eine Liga tiefer antreten. Der Zweite beziehungsweise Vorletzte muss in die Relegation.

Wie diese ablaufen soll, war eine weitere Frage bei der Abstimmung. Zur Auswahl standen der bisherige Relegationsmodus mit Hin- und Rückspiel oder eine am Eishockey angelehnte Playoff/Playdown-Variante mit einer Best-of-Three-Serie. Das Votum der Zugspitz-Vereine ist eindeutig: 64,85 Prozent der abstimmenden Klubs sprach sich gegen ein Playoff-Modell aus, will also die bewährte Relegation behalten.

Verband muss noch zustimmen

Die dritte und abschließende Frage bei der Abstimmung behandelte die Dauer des Pilotprojekts. Zwei oder drei Jahre? Zwei Jahre genügen, um das Modell ausgiebig zu testen, befanden 70,21 Prozent. Doch welche zwei Spielzeiten dies umfasst, ist laut Eckl noch offen. Da die Corona-Situation derzeit viele Unwägbarkeiten bereitstelle, könnte es sein, dass das Pilotprojekt nicht zur kommenden Saison 2021/22 beginnt, sondern erst 2022/23. „Das Virus wird auch in der zweiten Jahreshälfte die einen oder anderen Schwierigkeiten hinterlassen und das muss man auch irgendwo mit einrechnen“, schreibt Eckl.

Dass das neue Modell die Zustimmung der Mehrheit der Vereine hat, bedeutet – noch – nicht dessen Umsetzung. „Der Kreisspielausschuss Zugspitze muss nun formell das Pilotprojekt beim Verbandsspielausschuss beantragen. Dieser Schritt ist notwendig, da man offiziell von der Spielordnung abweicht“, erklärt Eckl. Da der Vorschlag aber von Verbandsseite kam, darf durchaus mit einer Zustimmung gerechnet werden. Sobald dies geschehen ist und Fragen rund um die aktuelle Saison geklärt sind, sollen das weitere Vorgehen und der Starttermin festgelegt werden.

Die Entscheidung, ob der neue Modus bereits in diesem Herbst beginnen soll, hängt auch von der Anzahl der gemeldeten Mannschaften ab. Laut Eckl gibt es eine Sollzahl, „um das Modell spielen zu können“. Konkret wird er dabei nicht.

Der Kreisspielleiter ist frohen Mutes zu sehen, „ob das Modell auch in der Praxis attraktiv und gut und brauchbar ist. Wir sind auf alle Fälle neugierig, aber jetzt müssen wir erst einmal vorrangig die offenen Dinge klären.“ Weitere Informationen sollen folgen, sobald die drängenderen Fragen geklärt sind.

Die Ergebnisse

Zustimmung für das Modell: Ja 67,47 Prozent – Nein 32,53 Prozent.

Für die Playoffs: Ja 35,15 Prozent – Nein 64,85 Prozent.

Zeitraum: 2 Jahre 70,21 Prozent– 3 Jahre 29,79 Prozent.

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