Blickt voraus: Gmunds neuer Spartenleiter Christian Werth will den Nachwuchs-Kickern im Verein eine vernünftige sportliche Perspektive bieten.

Drei Aufstiege in fünf Jahren

SF Gmund-Dürnbach: Neuer Trainer - hohe Ziele

  • Sebastian Schuch
    vonSebastian Schuch
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Die SF Gmund-Dürnbach sind bis in die C-Klasse abgerutscht. Jetzt soll es wieder aufwärts gehen, mit einem neuen Trainer und hohen Zielen.

Gmund – Die vergangenen Jahre waren hart für die SF Gmund-Dürnbach. Nach dem Abstieg aus der A-Klasse in der Saison 2017/18 wurde der Klub vom Tegernsee in der folgenden Spielzeit direkt in die C-Klasse durchgereicht. In der tiefsten Spielklasse der Region gelang dann zwar der Neustart, die direkte Rückkehr in die B-Klasse schien nur noch Formsache zu sein – doch dann kam Corona. Die lange Zwangspause hat der Klub genutzt, um sich neu aufzustellen. Die Sportfreunde wollen ab der kommenden Saison mit hohen Zielen durchstarten.

„Kreisklasse, vielleicht auch Kreisliga wäre super“, sagt Christian Werth, der neue Spartenleiter Fußball der Gmunder. Schon Ende Januar hat der 54-Jährige den Posten von Christian Reiter, der kürzertreten wollte und künftig als Sportlicher Leiter der Herrenmannschaft fungiert, übernommen. Und in den bisherigen zwei Monaten hat er im Hintergrund an einigen Schrauben gedreht.

Die wichtigste, das wird schnell klar, ist der neue Herren-Trainer Lukas Mott. Mit 26 Jahren ist der Österreicher, der vom bisherigen Trainer Stefan Rixfehren unterstützt wird, zwar ein sehr junger Coach, ein Blick auf seine Vita zeigt: Werth und Gmund ist ein echter Coup gelungen. Schon mit 23 Jahren war Mott Trainer des SV Reutte in der fünftklassigen österreichischen Landesliga. Außerdem betreibt er eine Fußballschule, hat in Österreich sämtliche Jugendtrainerscheine und steht kurz vor dem Erhalt der B-Lizenz. „Wenn er diesen Weg fortsetzt, wird er wahrscheinlich recht groß“, ist Werth überzeugt. Zunächst stehe Mott aber für drei Jahre bei den SF im Wort. Zustande kam der Kontakt über eine Trainerbörse. Mott, der in Ismaning Sportmanagement studiert, habe viele Anfragen erhalten. Bei einem mehrstündigen Telefonat habe Werth den neuen Trainer vom Projekt am Tegernsee überzeugt.

Gmund will Jugend-Konzept entwickeln

Denn um das Ziel Kreisklasse – oder mehr – zu erreichen, wollen sie in Gmund entsprechende Strukturen schaffen. „Wir haben vor, ein Konzept für den Jugendbereich zu entwickeln. Einen roten Faden, an dem sich die Trainer orientieren können“, erklärt Werth. Dieses Vorhaben, das stark an die Leistungszentren von Profi-Vereinen erinnert, soll Mott mitaufbauen. Beispielsweise ist angedacht, dass der 26-Jährige, der sich auch um die Bambini und Kleinfeldteams kümmert, mit den Jugendtrainern bespricht, wie diese die Einheiten weiter verbessern können. Außerdem ist ein wöchentliches Torwarttraining geplant.

Wie bei den Herren sollen auch im Jugendbereich klare Ziele formuliert werden: „Was sollte ein C-Jugendlicher können, wenn er in die B-Jugend kommt? Etwas, an dem wir uns messen lassen können“, beschreibt Werth. Wenngleich Mott die Strukturen schaffen soll, sind diese freilich nicht an ihn gebunden. „Wir möchten mit ihm den Verein so aufbauen, dass er von Namen unabhängig ist“, betont Werth. Dabei sei auch SF-Vorsitzender Matthias Pfeil voll mit im Boot. „Er leistet tolle Arbeit.“

Perspektive für den Nachwuchs schaffen

Lukas Mott

Wichtig bei dem Projekt sei zudem, den Gmunder Nachwuchskickern eine Perspektive aufzuzeigen. Dafür reiche die C-Klasse nicht aus. Deshalb lautet das Ziel für die Aktiven nicht einfach Kreisklasse, sondern drei Aufstiege in fünf Jahren. „Hohe Ziele muss man sich setzen – und man muss sich daran messen lassen“, sagt Werth. Die direkte Rückkehr in die B-Klasse ist dabei quasi schon fix. Bei einem Saisonabbruch würden die SF aufsteigen, sportlich wohl auch.

Die Ziel-Zahlen kommen ebenfalls nicht von ungefähr. Eine A- und B-Jugend haben die Gmunder momentan nicht. „Aber ab der C-Jugend sind wir gut aufgestellt“, erklärt Werth. Die Spieler steigen also in vier Jahren in den Herrenbereich auf – und sollen dann bei den Sportfreunden bleiben.

Neben dem Sportlichen soll in Gmund auch das Vereinsleben wieder ein Vereinsleben sein. Als erster Baustein ist, sobald es die Corona-Vorgaben zulassen, ein Schnuppertag mit Neu-Trainer Mott angedacht. Im Sommer plant Werth ein Camp für die Kinder sowie ein Sommerfest mit dem Gesamtverein. Die Nachfrage sei schon jetzt sehr groß.

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