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Versteht die Entscheidung nicht: Kemal Kilic, Trainer des TuS Holzkirchen II, kritisiert den BFV. 

Trainer des TuS Holzkirchen II

Kilic: „Mehr Planungssicherheit bei Abbruch“

Kemal Kilic, Trainer des TuS Holzkirchen II in der Kreisliga, kritisiert die Fortsetzung der Saison. Die Verbands-Entscheidung berge viele neue Probleme.

Holzkirchen – Der Bayerische Fußballverband (BFV) hat bekanntlich entschieden. Der Spielbetrieb im Freistaat soll frühestens ab dem 1. September fortgesetzt werden. Ob im September allerdings wirklich gespielt werden kann, bleibt fraglich. Trotz einer großen Mehrheit der Vereine im Landkreis Miesbach, die sich für den Vorschlag des BFV ausgesprochen haben, gibt es einige kritische Stimmen, wie etwa die von Kemal Kilic, seines Zeichens Trainer der Zweiten Mannschaft des TuS Holzkirchen in der Kreisliga 1. „Ich finde die Lösung nicht gut“, betont er. „Zudem finde ich es schade, dass nicht auch andere Optionen ernsthaft diskutiert wurden.“

Konkret bezieht sich Holzkirchens Übungsleiter dabei auf die Regelung, die jüngst der Deutsche Handball-Bund (DHB) gefunden hat. Mittels einer Quotientenregelung hat die Handball-Bundesliga ihre Saison nach einer Umfrage unter den Vereinen abgebrochen und nach der Auswertung den Tabellenführer THW Kiel zum Meister erklärt. Absteiger gibt es keine, Aufsteiger hingegen schon. Ein Prinzip, das übrigens auch in den unteren Ligen angewendet wurde.

„Das finde ich persönlich die fairste und richtige Entscheidung“, meint Kilic. „Im Fußball versucht man jetzt, eine Saison hinauszuzögern und geradezubiegen auf Kosten der nächsten Saison. Gespielt wird ohnehin frühestens erst wieder im September.“ Fakt ist: Wie eine mögliche Spielzeit 2020/21 aussehen soll, steht noch nicht fest. „Ich glaube, dass wir auch im September nicht spielen werden können“, sagt der TuS-Coach.

Ein anderes Problem sieht der Holzkirchner in puncto Planungssicherheit – ein Hauptargument des BFV für eine Fortsetzung der Saison ab September. „Ich finde, dass man mehr Planungssicherheit hätte, wenn man jetzt die Spielzeit abbrechen und im Sommer neu starten würde“, glaubt Kilic. „Aber ich bin mir auch sicher, dass der Verband das intensiv diskutiert hat.“

Kilic sieht Wechselfrist als Problem

Dennoch ergeben sich bei der aktuellen Lösung weitere Probleme. Vor allem bei der Wechselfrist. „Wenn ein Spieler beispielsweise aus persönlichen Gründen fest geplant hatte zu wechseln, zwingt man ihn nun zu bleiben“, stellt Kilic klar. Außerdem leide auch die Fairness unter der Saisonfortsetzung. „Wir kriegen jetzt dann viele Spieler aus der starken A-Jugend dazu, weil sie 18 Jahre alt sind. Die können wir natürlich gut gebrauchen“, sagt Kilic. „Die hätten sonst in dieser Spielzeit nicht mehr gespielt. Und auch wenn es uns hilft: Wo bleibt da die sportliche Fairness für alle Vereine?“ Eine Tatsache, die er trotz des eigenen Vorteils anprangert.

Es bleibt also spannend, wie und ob die Saison fortgesetzt wird. Eine andere große Liga außerhalb der Reichweite des BFV, die Regionalliga West (4. Liga), steht derweil vor dem Saisonabbruch.

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