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Gute Leistungen – vereinzelte Fehlentscheidungen bei WM

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Dominik von Maffei Schiedsrichter-Lehrwart der Gruppe Bad Tölz, der auch der Landkreis Miesbach angehört.
Dominik von Maffei Schiedsrichter-Lehrwart der Gruppe Bad Tölz, der auch der Landkreis Miesbach angehört. © THOMAS PLETTENBERG

Schiedsrichter-Lehrwart Dominik von Maffei aus Miesbach ordnet strittige Szenen bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2022 in Katar ein.

Miesbach – Die Fußball-Weltmeisterschaft in Katar ist aktuell in vollem Gange. Obwohl der Wettbewerb in Deutschland sehr umstritten ist, findet er große Beachtung – auch bei den Fußballinteressierten im Landkreis Miesbach. Wie schon bei der Europameisterschaft im vergangenen Jahr analysieren wir mit Schiedsrichter-Lehrwart Dominik von Maffei aus Miesbach die Leistungen der Unparteiischen und einige strittige Szenen. „Die Schiedsrichter haben bisher gut gepfiffen. Diskussionen und strittige Entscheidungen gab es nur in einzelnen Spielen. Ich erwarte, dass in den dritten Gruppenspielen nun auch die Schiedsrichterinnen zu ihren Einsätzen kommen werden“, fasst von Maffei zusammen.

1. Spieltag, Gruppe B, England - Iran 6:2

Für große Verwunderung sorgte am ersten Spieltag die lange Nachspielzeit. Rekordhalter war die Partie zwischen England und Iran mit insgesamt fast 30 Minuten Nachspielzeit. In der ersten Hälfte wurden 14 Minuten nachgespielt, in der zweiten Halbzeit aufgrund eines späten Elfmetertreffers und der VAR-Überprüfung gar deren 15. „Das war ein Vorstoß, um das Zeitspiel einzudämmen. Bei den jetzigen Spielen haben sich die Nachspielzeiten wieder auf maximal fünf bis sechs Minuten eingependelt“, erklärt von Maffei. Die Schiedsrichter seien in den ersten Spielen „manchmal ein wenig über das Ziel hinausgeschossen, aber jetzt hält sich wieder alles im Rahmen“.

1. Spieltag, Gruppe C, Mexiko - Polen 0:0

Im Spiel zwischen Mexiko und Polen bekam Robert Lewandowski einen Strafstoß zugesprochen, den er selbst verschoss. Sein Gegenspieler sah dabei die gelbe Karte – eine Fehlentscheidung, wie von Maffei erklärt: „Er wurde heftig am Trikot gezogen, der Schiedsrichter entschied auf Gelb und Elfmeter, da es auch unten einen Kampf um den Ball gab. Das Trikotziehen war aber sehr heftig und für mich die Verhinderung einer klaren Torchance. Da das Vergehen im Strafraum klar gegnerorientiert und nicht ballorientiert war, wäre für mich die rote Karte die richtige Entscheidung gewesen. Vermutlich hat der Schiedsrichter aber das Vergehen am Fuß geahndet.“

1. Spieltag, Gruppe H, Portugal - Ghana 3:2

Gleich zweimal stand Cristiano Ronaldo im Mittelpunkt des Duells zwischen Portugal und Ghana. Im ersten Durchgang wurde ihm ein Treffer aberkannt, der hätte zählen müssen. „Es gab einen leichten Armeinsatz von Ronaldo, aber auf dem Niveau war mir das zu wenig, um das Tor abzupfeifen“, erklärt von Maffei. Nach dem Seitenwechsel kam Ronaldo im Strafraum zu Fall – es gab Elfmeter, und der Portugiese verwandelte selbst zum 1:0. „Der Spieler von Ghana spielt für mich klar den Ball, auch wenn es einen minimalen Kontakt mit dem Fuß gab. Für mich war das kein Elfmeter“, sagt von Maffei. Von der Linie her habe der Schiedsrichter sein Ding durchgezogen, allerdings wäre es wohl besser gewesen, beide Male nicht zu pfeifen. So setze sich der Unparteiische nur unnötig dem Verdacht einer Konzessionsentscheidung aus.

2. Spieltag, Gruppe B, Wales - Iran 0:2

In der 86. Minute sah der walisische Torhüter Wayne Hennessey nach einem Foulspiel außerhalb des Strafraums die rote Karte, in der Nachspielzeit traf Iran doppelt und sicherte sich drei Punkte. Der Platzverweis war aber nicht unumstritten. „Iran spielt einen langen Ball in die Spitze, der Keeper geht volles Risiko. Der Schiedsrichter hat erst Gelb gegeben. Die Entscheidung wurde dann richtigerweise vom VAR in eine rote Karte abgeändert“, bewertet von Maffei. Eigentlich habe es in dieser Aktion auch keine andere Möglichkeit gegeben. „Der VAR hat gut eingegriffen. Es war ein klares Foul. Durch den Kung-Fu-Tritt in Richtung Kopf nimmt der Torwart eine Verletzung des Gegenspielers in Kauf. Es war ein überharter Angriff auf den Kopf. Daher wäre Gelb eine Fehlentscheidung gewesen“, sagt der Schiedsrichter-Lehrwart.

2. Spieltag, Gruppe H, Portugal - Uruguay 2:0

In der Nachspielzeit erzielte Portugal gegen Uruguay durch einen Strafstoß den Treffer zum 2:0-Endstand. Doch den Elfmeter hätte es nicht geben dürfen. „Der Handelfmeter war meiner Meinung nach falsch. Es liegt hier eine klassische Stützhand vor. Weshalb der VAR hier eingreift und dann auch noch Handspiel gegeben wird, ist mir schleierhaft. Hier liegt nie Absicht vor“, wundert sich der Miesbacher über die Regelauslegung der Unparteiischen in Katar. ts

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