"Hopp oder Topp": Holzkirchen spielte auf Risiko

- Raubling gewinnt 4:2 gegen Mannschaft des TuS

VON HANS-PETER KOLLER Holzkirchen - Eine Serie musste brechen, als der TuS Raubling den TuS Holzkirchen empfing. Standen sich doch im Duell der beiden Kreisliga-Meister aus dem Vorjahr die beste Heim- und die erfolgreichste Auswärtsmannschaft gegenüber. Die Platzherren setzten sich am Ende verdient mit einem 4:2-Sieg durch, so dass den Grün-Weißen nur der Achtungserfolg blieb, den Raublingern im fünften Heimspiel die ersten Gegentreffer in dieser Saison aufgezwungen zu haben.

Als Heinz Tochtermann seine Burschen vor der Abfahrt nach Raubling am Sportplatz begrüßte, wusste er schon, dass Stefan Hanfler nicht dabei sein würde. Er musste nach der Verletzung im Auftaktspiel, trotz aller Hoffnungen auf sein Comeback, mit Schmerzen im Fuß passen. Da zudem der verletzte Markus Schömer nicht zur Verfügung stand, war es um das defensive Mittelfeld des TuS schlecht bestellt.

Die Holzkirchner begannen das Spiel, wie es Tochtermann angeordnet hatte. Abgesehen von Markus Müller und Thomas Hofbauer, die an der Mittellinie auf Konter lauerten, hinderte ein dichter Abwehrriegel die Gastgeber an zu forschem Vorwärtsdrang. Beim 1:0 (23.) zeigten die Raublinger mit zwei schnellen Doppelpässen in den Strafraum, wie auch eine viel beinige Abwehr zu knacken ist. Das 0:2 (30.) musste Oliver Beck auf seine Kappe nehmen. Der Torwart blieb, trotz einer Flugbahn des Balles über 30 Meter, wie angewurzelt auf seinem Platz stehen. Ein Fehler, den Torwart-Trainer Charly Roßgotterer seit Wochen erfolglos auszumerzen versucht.

Nach 395 Minuten ohne Gegentreffer vor heimischem Publikum musste sich dann aber auch Robert Fischer geschlagen geben. Der langjährige Keeper des Drittligisten FC Kufstein musste seinen ersten Gegentreffer hinnehmen. Markus Müller hatte ihn mit einem Gewaltschuss zum Abklatschen gezwungen, und Thomas Hofbauer konnte zum 1:2 abstauben. "Der Mann fasziniert mich", lobte Tochtermann den 34-Jährigen, dessen Einsatz vorbildlich war. Kurz vor der Pause konnte Fischer den Ausgleich verhindern, als er Hofbauer den Ball vom Fuß fischte. "Das 1:2 ging in Ordnung, denn Raubling hatte wesentlich mehr vom Spiel", blieb der Holzkirchner Vorsitzende Toni Staller realistisch.

Nach dem Seitenwechsel rückten alle Feldspieler des TuS um zehn Meter nach vorne und erzwangen so einen offenen Schlagabtausch im Mittelfeld. Dass Beck beim 1:3 (75.), als er einen Freistoß nach vorne abprallen ließ, erneut keine glückliche Figur machte, war bitter. Nach einer Flanke von Martin Pantalitschka, die Jozo Ereiz, der neben Hofbauer auffälligste Aktive im TuS-Trikot, per Kopf zum 2:3 verwertete, setzte Tochtermann auf die totale Offensive. "Hopp oder Topp. Alles andere wäre Käse gewesen", meinte er zum Risiko. Ein Konter, bei dem Beck das kurze Eck geöffnet hatte, anstatt den Stürmer zu zwingen, ihn zu umkurven, bescherte den Platzherren das 4:2 (89.) und den fünften Heimsieg in Serie. "Wer auswärts zwei Tore schießt und trotzdem zu keinem Punkt kommt, muss sich gröbere Schnitzer geleistet haben", so Tochtermann im Hinblick auf anstehende Einzelgespräche, denen sich neben Beck auch Florian Hafner und Kaspar Obermüller stellen werden müssen.

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