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In welche Richtung wird sich der BFV entscheiden? Josef Sontheim, Trainer des SV Miesbach, hofft, dass noch heuer wieder gespielt wird. Idealerweise mit Zuschauern am Spielfeldrand.

Einschätzung des Trainers des SV Miesbach

Sontheim über BFV-Szenarien: „Hoffe, dass wir Saison zu Ende spielen“

  • vonMarkus Eham
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Josef Sontheim, Trainer des SV Miesbach, beurteilt fünf mögliche Szenarien des Bayerischen Fußball-Verbands zur Fortsetzung der Saison.

Miesbach – Die Corona-Krise hat den Amateurfußball weiter fest im Griff. Derzeit ist vieles unklar: Geht es in dieser Saison überhaupt noch einmal weiter? Wenn ja wann? Oder muss die aktuelle Spielzeit abgebrochen werden. Am vergangenen Wochenende hielt der Bayerische Fußballverband (BFV) dazu ein Webinar ab und skizzierte 15 verschiedene Szenarien (wir berichteten). Fünf dieser Szenarien – vom Saisonabbruch bis zur Fortsetzung im März 2021 – sind wohl der Kern der Verbandsüberlegungen. Welche Auswirkungen diese beispielsweise auf einen Kreisligisten wie den SV Miesbach haben könnten, erklärt SV-Trainer Josef Sontheimer.

Saisonabbruch nach dem Stand der Vorrunde

Die Spielzeit 2019/20 wird nach dem Stand der Vorrunde der jeweiligen Ligen abgebrochen. Das hieße in der Kreisliga 1 nach dem 13. Spieltag. Jedes Team würde dementsprechend 13 Partien absolviert haben. Der Tabellenstand bildet zugleich das Abschlussklassement. „Wenn man wirklich in absehbarer Zeit nicht mehr spielen darf, fände ich das schon in Ordnung“, sagt SV-Coach Josef Sontheim. „Für die Teams, die auf einem Abstiegsplatz stehen, ist das aber natürlich schon heftig.“

Die Saison wird nicht gewertet oder auf null gesetzt

Tritt dieses Szenario ein, dann bedeutet das: Die Saison 2019/20 hat gewissermaßen nicht stattgefunden. Die Ligeneinteilung und damit auch die Besetzung der Teams bleiben unverändert. Es wird dann die nächste Spielzeit einfach neu gestartet. „Das ist schwer zu beurteilen. Wir haben es da mit einem Mittelfeldplatz natürlich leicht“, gibt Sontheim zu bedenken. „Für die Mannschaften, die derzeit auf einem Aufstiegsplatz sind, ist es natürlich hart.“

Die Saison wird ausgesetzt und im März 2021 fortgesetzt

Die Kreisliga 1 – wie auch alle anderen Ligen – setzt den Spielbetrieb aus, ehe es aus gesundheitlicher Sicht wieder ohne Einschränkungen möglich ist, zu spielen. Die Saison wird dann frühestens im März kommenden Jahres wieder aufgenommen und regulär zu Ende gebracht. Das bedeutet allerdings auch, dass der Spielbetrieb für rund ein Jahr ruhen würde. „Das fände ich Wahnsinn“, sagt Sontheim. „Ich denke auch, dass die Menschen irgendwann mal wieder etwas brauchen, woran sie Freude haben.“

Fortsetzung der Saison mit Geisterspielen

Der Saisonbetrieb wird womöglich im Mai wieder aufgenommen, allerdings ohne Zuschauer. Zugelassen sind demnach nur die Spieler, Schiedsrichter, Betreuer und Pressevertreter. „Ich glaube, dass man die Zuschauer braucht“, betont Sontheim. „Man kann auch die Zuschauerzahl stark beschränken und daran appellieren, den Mindestabstand einzuhalten.“

Die Saison wird zu Ende gespielt und im Herbst erfolgt der Start der neuen Spielzeit

Sollte dieses Szenario eintreffen, wird der Spielbetrieb zum Beispiel in der Kreisliga 1 zu einem späteren Zeitpunkt wieder regulär aufgenommen. Die übrigen Spieltage finden ganz normal statt – wohl aber mit englischen Wochen. Das Saisonende würde sich jedoch logischerweise nach hinten verschieben. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat die Grundlage hierfür mit einer Verlängerung der Saison über den 30. Juni 2020 hinaus bereits geschaffen (wir berichteten). „Ich hoffe immer noch, dass die Saison irgendwann normal zu Ende gespielt wird“, sagt Sontheim. „Das ist nach wie vor meine bevorzugte Lösung. Allerdings müssen wir es so nehmen, wie es kommt.“

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