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Green: „An Leistung vor zwei Jahren anknüpfen“

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Seine Ballfertigkeit will Julian Green (r.) in der kommenden Saison in der 2. Bundesliga wieder öfter zeigen und so zum Mannschaftserfolg beitragen.
Seine Ballfertigkeit will Julian Green (r.) in der kommenden Saison in der 2. Bundesliga wieder öfter zeigen und so zum Mannschaftserfolg beitragen. © DPA-Bildfunk

Mit Greuther Fürth ist Julian Green aus der Fußball-Bundesliga abgestiegen. In der 2. Bundesliga will er auch persönlich an frühere Erfolge anknüpfen.

Miesbach/Fürth – Er hat eine Bundesliga-Saison mit Höhen und Tiefen hinter sich. Letztlich ist der in Miesbach aufgewachsene Julian Green mit der SpVgg Greuther Fürth abgestiegen, 24 Liga-Einsätze stehen für ihn zu Buche. Mit 27 Jahren ist der gebürtige Amerikaner der dienstälteste Spieler des Vereins, will deshalb auch in der kommenden Zweitliga-Saison voll angreifen und Verantwortung auf dem Platz übernehmen. Im Interview blickt er auf die vergangene Saison zurück und spricht über seine Ziele mit dem Kleeblatt – sowie über einen Karriere-Traum.

Herr Green, wie zufrieden sind Sie mit Ihrer Leistung in der vergangenen Bundesligasaison?

Es hätte für mich schon ein bisschen besser laufen können. Am Ende hat auch die Mannschaftsleistung mit reingespielt, dass es für mich nicht optimal lief. Aber das ist Vergangenheit. Als Aufsteiger hat man es immer schwer.

War der Abstieg vor der Saison einkalkuliert?

Von außen wahrscheinlich schon. Wir als Mannschaft sind aber nicht so in die Saison reingegangen. Wenn man sich den Etat ansieht, war es wahrscheinlich für die Öffentlichkeit so, als hätte jeder gewusst, dass wir absteigen. So klar, wie es am Ende in der Tabelle ausgesehen hat, hat es sich selten angefühlt.

Es waren ja viele knappe Spiele.

Deswegen ist es umso ärgerlicher. Da waren sehr viele Spiele dabei, die du nicht verlieren darfst. In der Rückrundentabelle waren wir immerhin auf dem Relegationsplatz und wenn wir uns schneller eingewöhnt hätten, hätten wir bis zum letzten Spieltag eine Chance auf den Klassenerhalt gehabt.

Was haben Sie sich für die kommende Saison vorgenommen? In Ihrer letzten Spielzeit in der 2. Bundesliga haben Sie mit neun Toren und zwei Vorlagen maßgeblich zum Aufstieg beigetragen.

Ich möchte so viele Spiele wie möglich machen und an die Leistung von vor zwei Jahren anknüpfen. Ich sehe mich in der Mannschaft als Führungsspieler und bin am längsten im Verein. Jetzt schauen wir erst mal, wie schnell wir uns in der neuen Liga einfinden.

Was erwartet der Verein in der Saison 2022/23?

Der neue Trainer ist erst ein paar Tage da, wir haben noch nicht konkret über Ziele gesprochen. Wir sind Absteiger und die Vergangenheit hat gezeigt, dass es immer schwierig ist. Das Ziel sollte aber sein, sich wieder neu zu beweisen. Die Qualität im Kader haben wir auf jeden Fall. Es sind viele Spieler dabei, die die Liga kennen, die hier schon viele Jahre gespielt haben. Ich bin jedenfalls guter Dinge. Wenn man bis zum Ende in den Top Sechs mitspielt, hat man in der 2. Liga immer die Chance, hochzugehen. Wir tun aber gut daran, zu schauen, wie die Vorbereitung läuft. Nach sechs bis sieben Spieltagen sieht man ungefähr, wo man steht.

Wie würden Sie die Qualität der 2. Bundesliga in der kommenden Saison einschätzen?

Die Qualität ist immer ähnlich. Auch Bremen und Schalke hatten es nicht leicht, haben erst ganz am Ende den Aufstieg perfekt gemacht. Stark einschätzen würde ich die üblichen Verdächtigen wie den HSV, St. Pauli, Düsseldorf, Heidenheim oder Paderborn.

Sie haben es bereits angesprochen: Marc Schneider ist der neue Trainer in Fürth. Erzählen Sie ihm.

Menschlich ist er ein super Typ. Er will einfach attraktiven Fußball spielen, will immer den Ball haben. Die Eindrücke von den ersten Trainings waren sehr gut.

Bedauern Sie den Abschied von Ex-Trainer Stefan Leitl?

In dem Moment, als er es uns mitgeteilt hat, war ich schon etwas traurig. Gerade, weil wir ja zusammen viel erlebt und erreicht haben. Aber jetzt sind wir in der Liga Gegner.

Eine Kampfansage an den ehemaligen Coach.

Nein, das nicht. (lacht) Ich freue mich einfach, ihn auf dem Platz wiederzusehen und auf die Spiele in dieser Saison.

Ihren Vertrag haben Sie bis 2024 verlängert. Was gefällt Ihnen so am Verein?

Als ich hergekommen bin, hätte ich auch nicht gedacht, dass ich hier mindestens sechs Jahre bleiben werde. Aber es hat einfach von Anfang an alles gepasst. Deswegen hat nichts dagegengesprochen, erneut zu verlängern.

Blicken wir in die Zukunft: Haben Sie sich schon darüber Gedanken gemacht, wie es weitergeht? Wäre es ein Traum, mal in der Major League Soccer (MLS) zu spielen?

Die MLS ist immer eine Option. Es ist immer in meinem Kopf, dass das mal passieren könnte. Aber ich habe mir noch keine konkreten Pläne gemacht, wann das so weit sein könnte. Jetzt geht es erst mal nur um diese Saison mit Fürth.

2026 wäre für Sie die Heim-WM in den USA, Mexiko und Kanada. Da wären Sie 31, also im besten Fußballeralter. Wie schön wäre es, dort dabei zu sein?

Das wäre ein Traum, es ist aber noch lange hin. Im Fußball kann alles ganz schnell gehen. Mit der WM, die ich damals in Brasilien gespielt habe, wäre das aber ein absolutes Karriere-Highlight.

Das Gespräch führte Philip Hamm.

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