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Lobpreisungen erhält Julian Green (M.), zwar noch nicht. Er ist aber ein wichtiger Spieler für den Erfolg der Fürther und dieser und auch schon der vergangenen Saison. Hans Nunoo Sarpei feiert gemeinsam mit Havard Nielsen dessen Tor.

Miesbacher überzeugt bei Greuther Fürth

Julian Green: Klarer Plan – In Richtung Bundesliga?

  • vonChristoph Fetzer
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Julian Green blüht derzeit bei Greuther Fürth auf und ist ein Leistungsträger. Jetzt ist er mit den Franken erstmals Tabellenführer der 2. Bundesliga.

Miesbach/Fürth – Derbysieger, Tabellenführer, Aufstiegskandidat. Für die Spielvereinigung Greuther Fürth läuft es in der 2. Bundesliga so richtig rund. Mittendrin: der Miesbacher Julian Green. Er ist Stammspieler bei den Fürthern, die zuletzt mit dem 3:2 im fränkischen Derby gegen den 1. FC Nürnberg ihren fünften Sieg in Folge einfuhren und den Hamburger SV als Spitzenreiter ablösten.

„Es ist der neunte Spieltag, das ist noch sehr, sehr früh. Aber man gibt den ersten Platz natürlich nicht gerne wieder ab“, sagt Green vor dem Heimspiel gegen den 1. FC Heidenheim am Samstag um 13 Uhr. Der 25-Jährige, der in der Jugend für den FC Miesbach und die SG Hausham spielte, bevor er in den Nachwuchs des FC Bayern München wechselte und dort zum Profi wurde, ist reifer geworden. Antwortete er als Teenager zwar freundlich aber kurz angebunden, ist er nun auch bereit, ausführlicher und dabei reflektiert zu erzählen. „Ich fühle mich sehr wohl in Fürth“, sagt Green. „Ich habe ja schon viel gesehen. Ich erinnere mich an das erste Jahr hier. Da haben wir bis zum letzten Spieltag gegen den Abstieg gespielt. Umso schöner ist es, zu sehen, wo wir momentan stehen.“

Green blüht unter Stefan Leitl auf

Nach seiner Zeit bei Bayern München war Green zunächst bei keinem anderen Verein so richtig heimisch geworden. Sein Weg führte ihn über den Hamburger SV und den VfB Stuttgart nach Fürth. Dort spielt er seit Sommer 2017. Eineinhalb Jahre später kam Trainer Stefan Leitl zur Spielvereinigung. Es mag daran liegen, dass sich Greens und Leitls Weg ähneln – auch Leitl spielte im Nachwuchs beim FC Bayern, zum gestandenen Profi wurde er aber anderswo – jedenfalls scheinen sie sich zu verstehen.

Anfangs lief Julian Green in Fürth im Sturm oder im offensiven Mittelfeld auf, unter Leitl spielt er mittlerweile im halblinken Mittelfeld. „Das ist meiner Meinung nach die beste Position für mich“, sagt Green. Auf dem Feld etwas weiter zurückgezogen kann er nun Spielverständnis, Technik und Laufstärke am besten einsetzen – und ab zu seine gute Schusstechnik bei Abschlüssen aus der Distanz einsetzen. Zwei Tore hat Green nach rund einem Viertel der Saison schon erzielt. Sein Bestwert in der 2. Bundesliga liegt über eine ganze Spielzeit gesehen bei vier Treffern.

Green ist weiterhin seiner Heimat Miesbach verbunden

Überhaupt kommt dem Miesbacher Leitls Spielphilosophie sehr entgegen. „Wir stören früh, pressen und wollen den Ball haben. So bin ich auch in der Jugend bei den Bayern aufgewachsen“, sagt Green. „Wir haben einen klaren Plan und einen sehr guten Trainer, der auch schon länger da ist. Jeder weiß, was zu tun ist.“

Reingehängt hat sich Green im Derby gegen den 1. FC Nürnberg, hier gegen Enrico Valentini und Robin Hack.

Ein Plan, der die Fürther in die Bundesliga führt? „Das ist für mich immer ein Ziel. Ich will das bestmögliche aus meiner Karriere holen“, meint Green. In seiner Zeit beim Hamburger SV spielte er schon fünfmal in der Bundesliga und bei den Bayern wurde er von Pep Guardiola zweimal in der Champions League eingesetzt, einmal sogar in der Startelf. Aber Woche für Woche in der höchsten Liga zu spielen und auch eine wichtige Rolle in seiner Mannschaft einzunehmen, das fehlt Julian Green in seiner Karriere noch. Mit der Spielvereinigung hat er die Chance, dieses Ziel zu erreichen.

Nicht nur sportlich ist Fürth für den 25-Jährigen zur Heimat geworden – wobei Miesbach „immer noch die Nummer eins“ sei. „Ich versuche, so oft es geht heimzufahren. Das tut mir gut. Ich kann da gut abschalten“, sagt Green. Zufrieden und angekommen wirkt er. Angekommen in Fürth – und vielleicht ja auch bald in der Bundesliga.

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