Breit aufgestellt: Trainer Josef Albersigner (2. Reihe r.) hält den Kader des TuS Holzkirchen für groß genug, um auch einige Ausfälle – wie die aktuellen – auffangen zu können.
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Breit aufgestellt: Trainer Josef Albersigner (2. Reihe r.) hält den Kader des TuS Holzkirchen für groß genug, um auch einige Ausfälle – wie die aktuellen – auffangen zu können.

TuS Holzkirchen startet ersatzgeschwächt in erstes Spiel beim FC Töging

Start mit Mammutaufgabe

  • VonHans Spiegler
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Der TuS Holzkirchen startet in die neue Landesligasaison. Mit dem FC Töging wartet direkt eine Mammutaufgabe.

Holzkirchen – Von einer optimalen Vorbereitung kann beim TuS Holzkirchen keine Rede sein. Zu große Verletzungssorgen plagen die Mannschaft von Trainer Josef Albersinger zum Start der Spielzeit in der Landesliga-Südost. Gleichwohl ist dem gesamten Verein bewusst, dass es den meisten Konkurrenten nach der langen Corona-Pause ähnlich ergeht und es eine der berühmten Standortbestimmungen benötigt. Hierfür soll als erster Gegner der FC Töging dienen – also gleich zum Start ein Kracher gegen einen der möglichen Favoriten der Liga.

„Verletzungen dürfen kein Grund für eine Ausrede sein, auch wenn es noch so viele sind“, stellt Albersinger sofort klar, wenn er auf den voraussichtlichen Kader für die Partie gegen die Töginger blickt. „Jeder, der jetzt seine Chance bekommt, muss sie nutzen – wie gut dies gelingt, werden wir sehen, aber die Grundfitness dafür haben wir geschaffen.“

Zu den schon länger Ausfallenden wie Beni Gulielmo (Aufbautraining) oder Außenverteidiger Yasin Keskin (Knie-Entzündung) gesellten sich im Laufe der Vorbereitung noch Riccardo Ferraro, Sean Erten, Toni Bauer und Sepp Kollie hinzu. Während die ersteren beiden Offensivakteure für den Saisonauftakt eventuell für einen Kurzeinsatz bereitstehen könnten, handelt es sich bei Top-Stürmer Bauer um einen Bänderriss am Sprunggelenk, was sich noch ein paar Wochen ziehen wird. Rechtsverteidiger Kollie fällt nach einer OP am Syndesmoseband sogar mehrere Monate aus.

Erschwerend hinzu kommt die bedauernswerte Entwicklung in der Leiste von Neuzugang Michael Vitzthum, der einer der neuen Stabilisatoren werden sollte. „Bei Michi ist die letzte Entscheidung noch nicht gefallen, aber es deutet vieles auf eine weitere Operation hin – die Entwicklung ist also nicht wirklich positiv“, erklärt Albersinger. „Man darf einfach – und da geht es fast allen Vereinen gleich – diese ewig lange Pause wirklich nicht unterschätzen.“

Der Trainer der Holzkirchner hält den Kader weiterhin für groß genug und baut auf eine erfahrene Achse: „Beni Zeisel, Alex Zetterer, Maxi Drum, Franz Fischer und Sean Erten – wenn er fit wird – sollen unsere Mannschaft führen, und die anderen jungen Spieler bekommen mein volles Vertrauen, um befreit aufzuspielen.“

Töging gehört zu Ligafavoriten

Seinen Mannen attestiert der 53-Jährige aktuell noch fehlende Konstanz in der Defensive und teils mangelnde Zielstrebigkeit in der Offensive. Nicht nur deswegen werden auf Drum besondere Aufgaben zukommen. Der mit 29 Jahren sehr erfahrene zentrale Defensivspieler muss das Bindeglied zwischen Verteidigung und Angriff darstellen und sein Team in schwierigen Momenten stützen. Albersinger traut dies seinem Schützling allemal zu. „Maxi hat alle Qualitäten, um bei uns ein Anführer zu sein“, ist sich der TuS-Übungsleiter sicher. „Er kann auch besonders den Jungen eine große Hilfe sein.“

Alle Fähigkeiten Drums können die Holzkirchner beim Auswärtsspiel gegen den FC Töging sicherlich gut gebrauchen, wenngleich – wie beim TuS – die Testspiele der Mannschaft von Trainer Mario Reichenberger nicht allzu oft Siege hervorbrachten. Nicht nur im Vorstand der Holzkirchner handelt man Töging als potenziellen Sieger der Landesliga. „Wenn man rein die Namen betrachtet, verfügt der FC über eine qualitativ sehr starke Mannschaft“, weiß Albersinger. „Buchner (Christoph, d. Red.) und Hofstetter (Daniel, d. Red.) sind Verteidiger mit Regionalliga-Erfahrung und auch die Stürmer Thomas Breu und Stefan Denk haben höherklassig gespielt – ich sehe sie schon in den Top Fünf der Liga.“

Die Männer von der Haidstraße erwartet also ein echter Prüfstein und exakt so einen will deren Coach auch haben. „Es herrscht allgemeine Ungewissheit über das Leistungslevel und das wird auch etwa fünf Spiele dauern, bis wir wissen, wo wir stehen“, meint Albersinger. „Gerade am Anfang kann man sich mit guten Ergebnissen unwahrscheinlich viel Vertrauen holen – genau diese Schritte wollen wir gehen und uns für den Aufwand belohnen, den wir betreiben.“

Etwas mehr Sorgen bereiten dem erfahrenen Mann an der Seitenlinie eher die vielen Spiele, die gleich zu Beginn der Runde hintereinander anstehen. Fünf Partien in zwei Wochen müssen die Vereine absolvieren. „Grundsätzlich habe ich nichts gegen englische Wochen, aber gerade nach dieser langen Zeit ohne Training und Wettbewerb sehe ich das kritisch“, sinniert der 53-Jährige. „Für alle Teams gilt es da, mit möglichst wenigen Verletzten durchzukommen.“ Auch ein Ziel aus diesen fünf Duellen lässt sich Holzkirchners Trainer nicht entlocken, indem er eine alte Sport- Weisheit lächelnd für wahrhaftig erklärt: „Die Floskel von Spiel zu Spiel schauen stimmt leider – und genau das werden wir machen.“

Zum Spiel

Samstag, 24. Juli, 14.30 Uhr, Sportanlage Töging (Wöhlerstraße).

Voraussichtliche Aufstellung: Zeisel – Höger, Zetterer, Mättig, Paal – Drum, Siebler, A. Bauer, Seidl – Lechner, Fischer.

Auf der Bank: Hartl, Korkor, S. Bauer, Glatz, Elouafai.

Schiedsrichter: Florian Braunsperger (ASCK Simbach).

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