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Von zwei sehr guten Waldfesten zehrt beispielsweise der TSV Bad Wiessee derzeit noch. Ein Ausfall 2022 hätte aber Folgen. Das Foto zeigt das Fest 2018.

Drei Beispiele aus dem Landkreis Miesbach

So helfen Mitgliedsbeiträge Vereinen durch die Krise

  • vonThomas Spiesl
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  • Michael Eham
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Mitgliedsbeiträge helfen den Vereinen im Kreis Miesbach durch die Corona-Krise. Doch das Wegfallen von Veranstaltungen macht sich bemerkbar.

Landkreis – Kein Training, keine Spiele, keine geselligen Abende: Durch Corona gingen im vergangenen Jahr auch im Sport viele soziale Aspekte verloren. Doch nicht nur das: Auch finanziell mussten die Vereine im Landkreis Einbußen hinnehmen durch ausgefallene Feste, Stände auf Christkindlmärkten und weiteren Veranstaltungen, die aufgrund der Pandemie nicht stattfinden konnten. Zuletzt haben etwa die DJK Darching und der TSV Schliersee ihre Pfingstfeste abgesagt (wir berichteten). Ein Punkt, der finanziell zumindest ein bisschen durch die Krise hilft, sind die Mitgliedsbeiträge. Doch wie gehen die Vereine mit diesen um, konnten sie ihr Angebot im vergangenen Jahr doch nur in wenigen Monaten und oft eingeschränkt zur Verfügung stellen. Drei Beispiele:

TSV Bad Wiessee

Einigermaßen komfortabel ist die Lage beim TSV Bad Wiessee. Das gründet sich vor allem auf zwei Aspekte: Zum einen sind dem TSV praktisch alle der rund 850 Mitglieder erhalten geblieben – und das, obwohl quasi sämtliche Leistungen seitens des Vereins in den Sparten Fußball, Turnen und Taekwondo in den vergangenen zwölf Monaten weggebrochen sind. Dafür empfindet der Vorsitzende Thomas Erler tiefsten Dank. „Wir haben im Grunde genommen die kompletten Einnahmen aus den Mitgliedsbeiträgen bekommen“, stellt Erler, der seit 2011 die Geschicke des Vereins leitet, fest.

Weggefallen sind stattdessen sämtliche Einnahmen des vereinseigenen Waldfests und des Wiesseer Seefests. Hierbei kommt allerdings der zweite Grund zur finanziellen Gelassenheit beim TSV ins Spiel. „In den Jahren 2018 und 2019 hatten wir zwei sehr gute Waldfeste und ordentliche Seefeste“, erzählt Erler. Dadurch habe der Verein „ein bisschen Winterspeck“ gehabt. Mit dem angesparten Geld komme man noch relativ solide über dieses Jahr, eine weitere ausgefallene Festsaison 2022 würde aber auch den TSV treffen.

Daran will Erler momentan noch gar nicht denken, er blickt lieber vorsichtig optimistisch in die Zukunft. „Wir müssen uns mal überlegen, ob wir im Herbst vielleicht mit den anderen Vereinen am See wieder Veranstaltungen machen können“, hofft Erler.

TSV Weyarn

Beim TSV Weyarn haben sich die Mitgliederzahlen nicht großartig verändert. „Die Zahl der Ein- und Austritt liegt im Schnitt der letzten Jahre“, erklärt TSV-Kassier Robert Wacker. Die Klosterdörfler liegen konstant zwischen 700 und 750 Mitgliedern, daran habe auch Corona nichts geändert. Dabei ruhte auch beim TSV der Sportbetrieb weitgehend, die Sommermonate im Freiluft-Betrieb einmal ausgenommen. Im Herbst des vergangenen Jahres konnte sogar eine neue Volleyball-Sparte ins Leben gerufen werden, die guten Anklang fand. Allerdings befinden sich die Volleyballer genau wie die Fußballer, die Turner und die Eisschützen aktuell in der Zwangs-Pause.

Zusatzerlöse generieren die Weyarner normalerweise über zahlreiche Veranstaltungen, vom Weyarner Dreikampf, über das Kartenrennen bis hin zum Oberland Cup oder verschiedenen Jugendturnieren, die im Jahr 2020 fast allesamt ausfallen mussten und dies tendenziell auch im Jahr 2021 tun werden. Dennoch stehe der Verein wirtschaftlich solide da, berichtet Wacker.

Als kleines Dankeschön für die Treue der Mitglieder wollen die TSV-Verantwortlichen, sobald es die Pandemie zulässt, ein Vereinsfest ausrichten. „Wir wollen uns bei unseren Mitgliedern bedanken und allen Bürgern die Möglichkeit bieten, in gemütlichem Rahmen unsere Angebote kennenzulernen“, sagt der TSV-Vorsitzende Michael Molitor. Dabei sollen sich alle Sparten präsentieren, es soll Mitmachangebote für Interessierte geben, die Kosten für die Verpflegung aller Gäste übernimmt der Verein mit Unterstützung von Sponsoren. So lautet jedenfalls der Plan, ob und wann das Event stattfinden kann, steht dagegen in den Sternen.

SC Wörnsmühl

Auch dem SC Wörnsmühl entsteht der größte wirtschaftliche Verlust durch den Wegfall von Veranstaltungen wie dem HDW Festival, das in diesem Jahr bereits zum zweiten Mal nicht stattfinden kann. „Das tut uns brutal weh, weil wir von diesen Einnahmen normalerweise besondere Investitionen außer der Reihe vornehmen können. Zuletzt wurde beispielsweise eine Sprinkleranlage angeschafft“, berichtet der Zweite SC-Vorsitzende Martin Kreuzmayr. Außerdem fehlen durch die Corona-Pause die Eintritte von Kindern, die neu in den Sport einsteigen, beispielsweise in die Nachwuchs-Mannschaften der Fußballer.

Eines haben diese drei Vereine aus dem Landkreis also gemeinsam: Sie müssen derzeit nicht um ihr Fortbestehen bangen, könnten das Geld aus Festen und Turnieren aber für Investitionen gut gebrauchen. Diese müssen nun – notgedrungen – erst einmal aufgeschoben werden.

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