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Bernd Marcks erhielt 2018 die „Goldene Ehrennadel des Bayerischen Fußball-Verbands“.

Merkur CUP

Marcks: Eltern spielen eine große Rolle

  • vonHeidi Siefert
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Bernd Marcks von der SG Hausham spricht im Interview über die Bedeutung von Eltern im Jugendfußball.

Hausham – Schon seine Kindheit verbrachte Bernd Marcks vorwiegend am Fußballplatz und heimste bei der SG Hausham die eine oder andere Torjägerkanone ein. Als ihm Sohn Manuel nachzueifern begann, engagierte er sich als Trainer bei den F-Jugendlichen, die er bis zu den Herren begleitete. Viele Jahre war er Jugendleiter, und seit 2018 trägt er die „Goldene Ehrennadel des Bayerischen Fußball-Verbandes“. Als Technischer Leiter zeichnet er unter anderem für die stets vorbildlich organisierten Hallen-Kreismeisterschaften im Nachwuchsbereich verantwortlich. Ein Gespräch über Eltern beim Jugendfußball.

Welche Rolle spielen Eltern im Fußball?

Nach wie vor eigentlich eine große. Kinder brauchen die Unterstützung und die Anerkennung der Eltern bei dem, was sie machen. Auch finde ich, gehört Trost oder Lob direkt nach dem Spiel dazu, das kann nicht alles der Trainer machen.

Hat sich im Lauf der Jahre die Einstellung der Eltern zum Verein geändert? Sind sie noch bereit, ihren Beitrag zum Gelingen zu leisten oder herrscht mittlerweile auch im Fußball eine Fitnessclub-Mentalität, dass man mit der Beitragszahlung eine Rundumbetreuung erwartet?

Marcks: Eltern sehen Merkur CUP unterschiedlich an

Das ist nach wie vor das Gleiche: Die, die wollen, machen was und die anderen halt nicht, das war zu meiner Trainer-Zeit schon so und ist jetzt auch nicht anders. Es sind dann immer die Gleichen, die helfen, wenn Veranstaltungen sind und Kinder zu den Spielen fahren. Fitnessclub-Mentalität kann ich bei uns noch nicht beobachten. Sollte das so kommen, werden sie das bezahlen müssen, und das wird nicht zu billig, denn mit den aktuellen Beiträgen von 50 Euro im Jahr ist das nicht zu stemmen. Vielen wiederum ist egal, was es kostet. Zumindest war das vor der Krise so. Ich hoffe mal, dass einige in dieser Zeit aufgewacht sind, glaube es aber nicht.

Wie ist die Erwartungshaltung in sportlicher Hinsicht? Was ist Eltern wichtig? Sport, Bewegung, Teamgeist? Oder sehen sie ihre Kinder schon im Bayern-Trikot?

Tja, da gibt es von allen ein wenig, die meisten Eltern bewegen sich in den ersten drei Bereichen. Ganz verrückte Papas meinen schon, ihr Kind wäre zu etwas Höherem bestimmt.

Hat der Merkur CUP auch für die Eltern einen besonderen Stellenwert?

Auch hier gibt es große Unterschiede: Die einen sehen das als Turnier und freuen sich richtig, wenn ihre Mannschaft die nächste Runde erreicht. Andere wissen, dass in der Endrunde die Scouts der großen Vereine kommen.

Marcks: Ausgebildete Trainer sind sehr wichtig

Wie kann man Eltern in die Mannschaft einbinden?

Hm… kompliziert, denn was sollen sie machen? Trikotwaschen, für Getränke sorgen? Im Training ganz ganz schwierig. Es muss schon darauf geachtet werden, wie die Übungen gemacht werden – gerade in dem Alter. Da ist ein geschultes Auge von ausgebildeten Trainern oder ehemaligen Spielern sehr wichtig.

Und wie vermeiden Sie, dass Eltern dem Trainer ihre Vorstellungen aufdrücken?

Der Trainer muss das ganz klar vor der Saison den Eltern mitteilen, dass er und zwar nur er – oder sein Co-Trainer – das Sagen hat. Egal was irgendjemand meint, besser zu wissen. Der Trainer braucht hierfür aber auch die Unterstützung von der obersten Leitung im Verein.

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