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Bernhard Adelsberger trainiert die E-Jugend der DJK Darching.

Merkur CUP - Buch der Werte

Adelsberger: „Kinder sollen sich in den Gegner hinein versetzen“

  • vonHeidi Siefert
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Fairplay gehört zu den wichtigen Werten im Fußball - und vor allem beim Merkur CUP. Bernhard Adelsberg, Trainer der DJK Darching, erklärt, wie er diesen Wert vermittelt.

Darching – Fußball, sagt man, sei die schönste Nebensache der Welt. Doch bisweilen hat man den Eindruck, als wäre es alles andere als eine Nebensache. Schreiende Trainer, aufgebrachte Eltern und Kinder, die schmutzige Fouls als Krönung cleveren Spiels sehen, weil es ihnen die Großen des Profi-Fußballs so oft vormachen. Dass es auch anders geht, ist nicht nur eines der großen Anliegen der Merkur CUP-Macher. Es wird auch vom Großteil der Vereine so vermittelt. Bernhard Adelsberger (40) trug jahrelang selbst das Trikot der DJK Darching und stieg vor einigen Jahren bei den Bambini als Trainer ein. Seit drei Jahren betreut er zusammen mit Markus Busch (37) die E-Junioren des Traditionsvereins im Landkreisnorden, denen aktuell ein Mädchen und 19 Buben angehören. Wir haben mit ihm über die Bedeutung von Fairplay gesprochen.

Wie vermittelt man Kindern Fairness?

Das Wichtigste: Man muss ein Vorbild sein. Ich kann nicht bei einem Streit versuchen, ihn durch Schimpfen und Schreien zu schlichten, sondern muss ihn friedlich lösen. So, wie ich möchte, dass es auch die Kinder tun. Für mich gehört es dazu, sich zu helfen. Beim Spiel auf dem Platz, aber auch daneben. Auch wenn wir beim Training alle miteinander Hütchen aufstellen oder Bälle einsammeln und aufräumen, drückt das aus, dass wir gut miteinander umgehen.

Wie bringt man das aufs Spielfeld?

Wir halten die Kinder an, fair zu spielen. Nach einem Foul sollen sie sich entschuldigen. Was auch nicht geht, ist auf Erwachsene heraus zu schreien. Umgekehrt muss auch ich am Spielfeldrand immer ruhig bleiben, sonst eskaliert es auch auf dem Platz.

Nicht immer sind Trainer oder Spieler für Unruhe verantwortlich.

Das stimmt. Auch Eltern und Zuschauer können für Unfrieden sorgen. Es ist sehr schön, dass bei uns keiner draußen anheizt.

Man kann ja selbst so fair spielen, wie man will. Manchmal wird man auch mit unfairen Aktionen konfrontiert. Was dann?

Dafür versuchen wir, den Kindern zu vermitteln, dass zum Beispiel ein Gefoulter auch mal ausflippen kann, obwohl er das gar nicht unbedingt will. Die Mädchen und Buben sollen sich in den Gegner hinein versetzen und lernen, darauf ruhig zu reagieren.

Sie selbst haben eine Tochter im Team. Läuft da immer alles fair?

Als Mädchen musste sie sich anfangs von den Buben schon viele blöde Kommentare anhören. Aber sie hat sich nicht entmutigen lassen und jetzt den vollen Respekt ihrer Mitspieler.

Und wie geht es der Darchinger E-Jugend im fußballlosen 2020?

Die Kinder sind schon alle sehr traurig, nicht kicken zu können. Man hat schnell gemerkt, wie ihnen die Bewegung abgeht. Und noch mehr der Sport mit den Freunden. Ich bin mit meiner Tochter viel Radfahren gegangen. Da bewegt sie sich zwar, aber es ist etwas anderes, als im Team zu kicken. Für unsere sechs vom älteren Jahrgang ist es schade, dass sie den Merkur CUP nicht spielen können, weil er ein schönes Turnier und immer etwas Besonderes ist. Umso mehr, als wir heuer eine besondere Mannschaft haben, die sehr freundschaftlich und fair miteinander umgeht.

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