Merkur CUP, SV Warngau, Sepp Freundl, Fairplay-Preis
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Fairplay ist für Sepp Freundl (l.) mehr als ein Wort. Diesen Wert lebte er auch als Jugendtrainer des SV Warngau vor. Seine Mannschaft erhielt 2016 beim Bezirksfinale auf dem heimischen Platz auch den Fairplay-Preis.

Merkur CUP

Freundl: „Man gewinnt oder verliert als Mannschaft“

  • vonHeidi Siefert
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Auf Niederlagen angemessen reagieren, das lernen junge Fußballer beim Merkur CUP. Wie das gelingen kann, erklärt Sepp Freundl vom SV Warngau.

Warngau – „Kämpfe mit Leidenschaft, siege mit Stolz, verliere mit Respekt, aber gib niemals auf!“ Die Einstellung von Sepp Freundl ist so klar wie gradlinig. So hat er es als Aktiver gehalten, und so hat er es viele Jahre als Nachwuchstrainer beim SV Warngau den jungen Kickern vorgelebt. Vielfach auch beim Merkur CUP, wo der dreifache Vater und mit allen Wassern gewaschene Trainer-Fuchs bei jedem seiner Buben an der Linie stand und das als besonderes Highlight empfand. Nicht nur 2016, als die Warngauer mit ihm und Sohn Maxi den Einzug ins „Bezirksfinale dahoam“ schafften. Ein Gespräch über das Verlieren.

Verlieren gehört zum Sport. Welche Rolle hat der Trainer nach einer Niederlage?

In meinen Augen ist es seine Kunst, das Gefühl der Niederlage gleich ins Positive umzuwandeln. Jeder Spieler geht anders mit einem verlorenen Spiel um, was ganz normal ist. Dabei muss ich meiner Mannschaft so zur Seite stehen, dass wir nach einer kurzen Analyse das Positive hervorheben und gleich wieder aufs nächste Spiel schauen und damit gemeinsam einen positiven Abschluss finden. Nach dem Motto: Jetzt können wir nichts mehr ändern, aber wir schauen zusammen nach vorn.

Worauf kommt es an?

Egal ob Stürmer, Verteidiger oder Torwart – man gewinnt oder verliert als Mannschaft. Keiner ist allein ist für das Spiel verantwortlich. Für mich hat das viel mit Vertrauen zu tun, und daran muss ich als Trainer bei den Kindern und bei den Eltern arbeiten. Das bedeutet viel Arbeit. Jedes Kind muss man anders aufbauen oder motivieren. Das eine ist sensibel, das andere kann man schon mal bei der Ehre packen; etwa anstacheln, dass man am Boden kein Spiel gewinnt, wenn es aus Frust am Platz liegt.

Wie gehen Sie mit einem verlorenen Spiel um?

Nach einer Niederlage ist es normal, dass ich mich als Trainer kurz ärgere oder enttäuscht bin. Aber das lasse ich meine Kinder nicht spüren, sondern richte gleich wieder einen positiven Blick auf meine Mannschaft. Dabei ist Niederlage nicht gleich Niederlage. Wenn etwa in einem Spiel der Gegner vom Schiedsrichter so begünstigt wird, dass er gewinnt, darf ich als Trainer keine Vorlage geben und auf den Schiri schimpfen. Ich muss mit gutem Beispiel voran gehen und klar machen, dass nicht immer alles gerecht ist, dass nicht nur der Sieg zählt, sondern auch die Erfahrung aus dem Spiel. Nach dem Motto: Beim nächsten Mal zoang mas eana scho.

Wie gelingt Ihnen das?

Das Spiel wird mit seinen Stärken und Schwächen analysiert. Ich halte nicht vor, was schlecht oder falsch gelaufen ist, sondern baue meine Jungs wieder auf, was sie besser machen können. Als wir etwa die 2005er in der E-Jugend im älteren Jahrgang in der starken Gruppe gemeldet hatten, gewannen wir in der Punktrunde kein einziges Spiel. Aber meine Mannschaft war immer im Training, hat immer aufopferungsvoll gekämpft und extrem viel gelernt. In der Rückrunde kamen wir in eine Gruppe, die wir ungeschlagen gewannen. Als Trainer muss ich meiner Mannschaft – und natürlich auch den Eltern – vermitteln, dass nicht das Gewinnen der Erfolg ist. Wichtiger ist es, auch Niederlagen positiv zu sehen. So kann ich über diesen Umweg Zusammenhalt schaffen. Denn das Wichtigste ist, dass Trainer, Kinder und Eltern eine Einheit sind, als die sie Erfolge gemeinsam feiern und Niederlagen zusammen verarbeiten.

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