FC Miesbach ohne Trainer

Miesbach - Unter sechs Augen analysierten die Vorsitzenden des FC Miesbach und Trainer Holger Fritz die Lage nach der jüngsten 2:4-Niederlage gegen die FT Starnberg. Das Ergebnis lag auf der Hand: Fritz nimmt seinen Hut. Dass noch kein Nachfolger für den A-Lizeninhaber gefunden wurde, zeigt, wie rasch der FC diese Konsequenz gezogen hat.

VON HANS-PETER KOLLER

"Das Ziel war, die Information so lange unter der Decke zu halten, bis mit einigen eventuellen Nachfolgern geredet werden konnte", war Robert Egger, Vorsitzender des FC Miesbach, verärgert. Die Stimmung der geheimen Sitzung, an der auch Ger- hard Dietl beteiligt war, beschreibt Holger Fritzdagegen als locker und gelöst. "Wir haben in aller Ruhe analysiert und mein Ausscheiden als den einzig richtigen Schritt erkannt, der die Mannschaft nach vorne bringen kann."

Bereits vor fünf Wochen waren Spielerrat, Trainer und Vorstand zusammengekommen. "Meine Aufgabe war es, mit dem vorhandenen Spielerpotenzial den Klassener- halt zu schaffen. Hierbei erhielt ich das Vertrauen ausgesprochen", verrät Fritz. Abgesehen von einer 0:5-Schlappe beim VfB Eichstätt, schien dies mit Punkteteilungen gegen den TSV Wasserburg, den ESV Freilassing, den TSV Grünwald und einem 2:1-Sieg über die SpVgg Feldmoching auch Früchte zu tragen. Die 2:4-Abfuhr am Samstag aber war nicht mehr als normale Niederlage abzutun. "In der Mannschaft ist zu wenig Leben", erkannte der ehemalige Trainer, Rupp Haimerl, der unter den Zuschauern weilte.

Wie soll nun der Karren aus dem Sumpf gezogen werden? "Es ist zwar traurig, aber Realität, dass Spieler in der Bezirksoberliga nur noch mit Geld zum Vereinswechsel zu bewegen sind. Die Forderung meines Nachfolgers kann also nur lauten, den Kader aufzufrischen", meint Fritz. "Fakt ist, dass wir momentan trainerlos sind", erklärt Robert Egger zur bislang erfolglosen Suche nach einem neuen Chefanweiser. Zu eventuel- len Neuverpflichtungen von Spielern in der Winterpause hält er sich bedeckt.

Das Montags-Training leitete Norbert Vogt, und wer heute Abend die Verantwortung trägt, ist noch unklar. "Ich habe große Hochachtung vor Holger Fritz. Wir ha- ben uns in gegenseitigem Einvernehmen getrennt, was mir persönlich sehr schwer gefallen ist", fasste Egger die 16 Monate des gemeinsamen Weges zusammen.

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