Irgendwann soll der Ball wieder rollen: Um möglichst fit in den Re-Start zu gehen – wie hier im Kreisliga-Spiel zwischen dem TuS Holzkirchen mit Vincent Scheidemann (l.) und der SG Hausham mit Benedikt Büchl –, sind drei Vorbereitung das Minimum. 
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Irgendwann soll der Ball wieder rollen: Um möglichst fit in den Re-Start zu gehen – wie hier im Kreisliga-Spiel zwischen dem TuS Holzkirchen mit Vincent Scheidemann (l.) und der SG Hausham mit Benedikt Büchl –, sind drei Vorbereitung das Minimum. 

Tests zu teuer für Training

Kreis Miesbach: Reserviert beim Re-Start

  • vonRedaktion Miesbach
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Die Fußballvereine im Kreis Miesbach blicken der Wiederaufnahme des Trainingsbetriebs skeptisch gegenüber. Das Testen vor dem Training ist zu teuer.

Landkreis – Ab 24. April soll es auf den Fußballplätzen der Region wieder um Punkte gehen – so zumindest der Plan des Bayerischen Fußball-Verbands (BFV). Wie berichtet, hat der BFV das Datum als Ziel ausgegeben, um die Saison 2019/21 noch zu Ende spielen zu können. Das Vorhaben steht unter der Prämisse, dass die Vereine zuvor drei Wochen Teamtraining abhalten konnten. Im Landkreis wäre das eine Punktlandung. Mit einer Inzidenz über 50 wäre ein normales Mannschaftstraining laut jüngster Beschlüsse erst ab 5. April möglich. Dann hätten die Kicker genau drei Trainingswochen zum Re-Start. Greifen Spieler und Betreuer auf Schnelltests zurück, wäre der Trainingseinstieg sogar ab 22. März möglich. Hier eine exemplarische Übersicht, wie die Vereine planen – und was wäre, wenn der Re-Start-Termin nicht gehalten wird.

TuS Holzkirchen: Training mit Tests wird es nicht geben

Die Spieler des TuS Holzkirchen halten sich – wie andere Vereine auch – derzeit mit einer Trainings-App fit. Trainer Torsten Spittler gibt den Umfang der Übungen oder Laufeinheit vor und kann die Ergebnisse seiner Schützlinge einsehen. „Eine gewisse Grundlage sollte da sein“, erklärt Spittler mit Blick auf den möglichen Trainingsbeginn am 5. April und stellt klar: „Wir werden nicht früher und mit Tests beginnen, da das schon finanziell bei uns nicht geht.“ Der Coach der Holzkirchner hält das Konzept mit Tests erst ab etwa drei pro Woche für sinnvoll, wobei davon nur ein kleiner Teil kostenlos wäre. „Vereine mit finanzieller Kraft hätten einen Vorteil.“

Einen Abbruch hält Spittler für wahrscheinlicher. Durch die kurze Vorbereitung könne man sich schon jetzt auf wenig attraktive Spiele einstellen, bei denen eine größere Verletzungsgefahr hinzukomme. „Es sieht ja aktuell so aus, dass die derzeit wichtigen Werte wie Inzidenzen nicht wirklich weiter nach unten gehen“, sagt der 59-Jährige. „Ob dann ein Neustart realistisch ist, müssen die Experten beurteilen.“

Für Spittler ist die Situation eine ungleich schwierigere als für Trainer, die ein Team schon länger betreuen. Mit jedem angepeilten Neustart muss der Übungsleiter versuchen, gewisse Automatismen zu entwickeln, die andere Mannschaften längst haben. „Ich bin ja eigentlich neu hier, und für mich – aber auch für die Jungs – ist es sehr frustrierend, immer wieder das Gleiche von vorne machen zu müssen.“ Gegen einen Abbruch hätte Spittler nicht sonderlich viel.

FC Real Kreuth: Kein Glauben an den Re-Start

Beim FC Real Kreuth sieht man den geplanten Lockerungen rund um eine Wiederaufnahme des Trainings mit gemischten Gefühlen entgegen. „Solange es nicht wieder richtig geht, macht es aus unserer Sicht wenig Sinn. Gerade eventuelles Kleingruppentraining wäre wenig zielführend“, sagt Kreuths Co-Trainer Tobias Schnitzenbaumer. „Wir haben uns daher darüber noch keine großen Gedanken gemacht.“

Auch von einem möglichen früheren Trainingsbeginn mithilfe von Schnelltests hält Schnitzenbaumer reichlich wenig: „Wer soll das denn finanzieren? Ich denke nicht, dass sich die Vereine diesen Aufwand leisten können.“ Auch glaubt der 36-Jährige nicht an den anvisierten Re-Start am 24. April. „So wie die Situation derzeit ist, sehe ich da schwarz“, sagt Schnitzenbaumer. „Wir werden uns in den kommenden Tagen mal mit dem Vorstand beraten. Dann sehen wir, wie es weitergeht und werden uns sicher mit der Mannschaft abstimmen.“ Man darf also gespannt sein, wie und wann der FC Real sein Training wieder aufnimmt. Schnitzenbaumer verrät vielsagend: „Es gibt einige im Verein, die den Hygiene-Aufwand vom letzten Jahr nicht mehr betreiben wollen.“

SG Hausham: Hoffen auf eine fallende Inzidenz

Noch nicht ganz sicher ist man bei der Abteilung Fußball der SG Hausham, wie man die Lockerungen umsetzen wird und wann der Trainingsbetrieb wieder startet. „Wir warten noch auf genauere Informationen und hoffen, dass diese Woche mehr Klarheit entsteht. Außerdem warten wir auf die Kommune, damit die Plätze freigegeben werden“, erklärt SG-Vize-Abteilungsleiter Florian Fink. Im Anschluss wollen sich die Verantwortlichen absprechen, wann man im Senioren-Bereich wieder trainiert.

Sollte die Inzidenz weiterhin zwischen 50 und 100 liegen, wären Schnelltests ein Thema. „Ob wir das Training mit Tests machen, haben wir noch nicht entschieden. Auch hier muss man die Entwicklung abwarten“, sagt Fink. „Als kritischen Punkt sehe ich die Dokumentation des Ganzen.“ Die einfachste Möglichkeit, das Training in kontaktloser Form und Zehner-Gruppen aufzunehmen, wäre eine sinkende Inzidenz in der Region. „Wir hoffen, dass sich die Zahlen endlich unter 50 einpendeln und sich dauerhaft auch dort halten.“

SC Wall: Saison soll sportlich beendet werden

Für Sepp Bernöcker, Trainer des SC Wall, ist Training mit Tests unrealistisch. „Das kann ich im Namen der Mannschaft ausschließen“, sagt der A-Klassen-Coach. Bisher setzte er weitgehend auf die Freiwilligkeit seiner Spieler. „Ich habe im Dezember eine kleine interne Challenge gestartet, bei der die Jungs durch Laufen, Radfahren oder Langlaufen Punkte sammeln“, erzählt er. Der Gewinner werde bei einem hoffentlich erlaubten Grillfest mit Essen und Bier versorgt. „Die Jungs ziehen da bisher super mit, und ich glaube, das könnte für uns ein Ass im Ärmel sein für den Trainingsstart.“

Denn ohne Tests ist Training frühestens ab 5. April möglich, sodass der SC – aktuell Neunter in der A-Klasse 3 – nur drei Wochen Vorbereitung auf den Re-Start hätte. Eigentlich ziemlich knapp, meint Bernöcker, „aber so müssen wir nicht mehr allzu viel Training für die Kondition nutzen und können früher als andere mit den Feinheiten anfangen“. Zur Not würde der SC Wall auch mehrere englische Wochen absolvieren, um die Saison 2019/21 zu beenden. Denn Bernöcker wünscht sich, dass die Saison 2021/22 ganz normal laufen kann.  

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