+
Schwierige Phase: Nach dem furiosen Saisonstart haben die Holzis um Kapitän Mike Brunner (in Weiß) nun ihren Lauf verloren.

Pleite gegen Mammendorf

TuS sucht nach seinen verloren gegangenen Tugenden

„Bei uns ist momentan einfach der Wurm drin“: Holzi-Kapitän Mike Brunner brachte die Leistung seines Teams frustriert auf den Punkt. Das Ergebnis war allerdings ernüchtern.

Mit 61:86 kassierte der TuS beim TSV Mammendorf bereits die zweite richtig deftige Klatsche hintereinander und muss sich nun ernsthaft Gedanken machen, was zur Zeit so völlig daneben geht.

Dabei hatte Sebastian Trott einen nahezu kompletten Kader zur Verfügung. Lediglich der zuletzt sehr starke Kilian Schneider musste mit demolierter Nase noch einmal aussetzen. „Auch Motivation und der Wille, etwas zu verändern, sind ja vorhanden“, glaubte Holzkirchens Coach noch im Vorfeld erkannt zu haben.

Doch dann lief, zum Leidwesen der Holzis wieder einmal alles ganz anders. Sämtliche Vorsätze waren bereits nach wenigen Minuten dahin. Mammendorfs Spielmacher Per Sebald, in der bisherigen Saison eher unauffällig und ungefährlich, streute gleich seine ersten drei Dreier zielsicher ins Holzkirchner Netz. Der TuS war sichtlich geschockt. Nach fünf Minuten stand es 13:4 für die Gastgeber, nach dem ersten Viertel hieß es 22:14.

Trott war merklich ratlos: „Irgendwie bekamen wir den Ball gegen die intensive Zonenverteidigung des TSV nicht ins Laufen.“ Überhaupt lagen die Nerven der Holzis schnell blank. Für eine fast nicht erwähnenswerte Situation erhielt Harold Martinez eine technische Verwarnung. Der an sich besonnene Guard war nicht mehr zu beruhigen und kassierte im Anschluss gleich eine zweite Strafe und dann die Disqualifikation. „Das hat natürlich nicht zu unserer Beruhigung beigetragen“, verrät Kapitän Brunner, auch wenn er diese Situation als „nicht spielentscheidend“ werten möchte.

Statt die Mammendorfer Defensive mit schnellen Pässen zu beschäftigen, versuchte es der TuS viel zu früh nur mehr mit Einzelaktionen. Natürlich traf Yasin Mohamed dabei mit dem ein oder anderen Wurf, doch so waren die Holzis viel zu leicht auszurechnen. Zur Halbzeit lagen die Gastgeber verdient mit 46:31 in Front.

Und irgendwie änderte sich am Spielverlauf auch in der zweiten Hälfte nicht viel. Die Intensität der Mammendorfer Verteidigung ließ nicht nach, und der TuS fand keine spielerischen Mittel, um diese zu knacken. Joschi Simon, sonst eher ein sachlicher Basketball-Arbeiter, avancierte am Ende noch mit ein paar wilden Dreiern zum Topscorer seines enttäuschenden Teams.

Nach dem tollen Saisonstart und sechs Siegen in Serie zeigen die Holzis nun seit Wochen wieder jenes Gesicht, das in der vergangen Saison beinahe den Abstieg gebracht hätte. Es wird höchste Zeit, dass sich der TuS wieder an simpelste Tugenden erinnert. Ohne bedingungslosen Kampf und Teamgeist haben sie schnell wieder jenen Respekt verwirkt, den sie sich zu Saisonbeginn so ehrlich erarbeitet hatten.

wed

TuS Holzkirchen: Simon 14, Frystacki 12, Mohamed 12, Ibrahimovic 6, Brunner 4, Gricar 4, Keil 3, Gößl 2, Martinez 2 und Siede 2.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

TuS Holzkirchen erhöht Fußballjugend-Beitrag
Vor drei Wochen ging es den Mitglieder des TuS Holzkirchen zu schnell, nun stimmte eine deutliche Mehrheit für die Beitragserhöhung im Jugendfußball.
TuS Holzkirchen erhöht Fußballjugend-Beitrag
SF-Coach Hahn: „Das wird eine knackige Aufgabe“
Mit einer 32:35-Heimniederlage gegen den TSV Brannenburg verabschieden sich die Sportfreunde Föching in die Weihnachtspause. Die Bilanz ist deprimierend: kein Sieg, ein …
SF-Coach Hahn: „Das wird eine knackige Aufgabe“
SF Föching gehen die Spieler aus
Es ist keine leichte Saison für die Handballer der Sportfreunde Föching. Auch nach zehn Spielen wartet die Mannschaft von Trainer Michael Hahn noch immer auf den ersten …
SF Föching gehen die Spieler aus
„Es ist mein Traum, dass alle drei irgendwann für die erste Mannschaft des TuS Holzkirchen spielen“
Samstagmorgen, 9 Uhr. Der Himmel ist grau, es windet ein wenig, das Thermometer klettert maximal auf fünf Grad. Für Verena Feldbrach (44) ist das alles kein Hindernis.
„Es ist mein Traum, dass alle drei irgendwann für die erste Mannschaft des TuS Holzkirchen spielen“

Kommentare