„Der Herr der Gräser“: Manfred Hantl ist seit 32 Jahren Platzwart beim TuS Holzkirchen. Mit viel Erfahrung und Liebe pflegt er die Rasenplätze an der Haidstraße. Doch die Bedingungen dort sind schwierig.
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„Der Herr der Gräser“: Manfred Hantl ist seit 32 Jahren Platzwart beim TuS Holzkirchen. Mit viel Erfahrung und Liebe pflegt er die Rasenplätze an der Haidstraße. Doch die Bedingungen dort sind schwierig.

Fußballer wünschen sich neuen Untergrund

Platzwart des TuS Holzkirchen mahnt: „Unsere Rasenplätze sind überbeansprucht“

  • Marlene Kadach
    vonMarlene Kadach
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Die Rasenplätze des TuS Holzkirchen an der Haidstraße sind stark beansprucht. Die Verantwortlichen hoffen nun auf eine Sanierung - und eine Bewässerungsanlage.

Holzkirchen – Sie nennen ihn den „Herr der Gräser“. Und Manfred Hantl macht seinem Spitznamen alle Ehre. „Es ist phänomenal“ was der Platzwart des TuS Holzkirchen an den Rasenplätzen an der Haidstraße angesichts der begrenzten Mittel heraushole, lobt der gemeindliche Sportbeauftragte Jörg Wedekind. Und auch Bürgermeister Christoph Schmid (CSU) spricht nur in den höchsten Tönen von Hantls Pflege.

Doch trotz seiner Talente und Erfahrung – er ist seit 32 Jahren Platzwart – kann Hantl, der zugleich Zweiter Vorsitzender beim TuS ist, nicht zaubern. Und an der Tatsache, dass die Fußplätze an der Haidstraße überlastet und marode sind, führt kein Weg vorbei. Ganz neu ist das Problem zwar nicht. Aber durch den Sportentwicklungsplan (wir berichteten) hat das Thema neuen Schwung bekommen.

Hantl nennt das Grundproblem: „Die drei Rasenplätze sind völlig überbeansprucht.“ In Nicht-Corona-Zeiten gehen dort regelmäßig 18 Mannschaften aufs Feld – von der Herrenmannschaft in der Landesliga Südost bis zum Fußball-Kindergarten. Hinzu kämen mehrere hundert Heimspiele pro Jahr. „Die Plätze sind nie professionell aufgebaut worden“, erklärt Wedekind. „Inzwischen sind sie brutal verdichtet.“ So können Regen und Schmelzwasser nicht richtig ablaufen. Ist der Boden matschig, geht er bei Benutzung noch mehr kaputt. Ein anderes Problem sei die mangelnde Bewässerung im Sommer, ergänzt Hantl. Nachdem eine Bewässerungsanlage fehle, müsse er auf ein umständliches Schlauchsystem zurückgreifen, um die 25 000 Quadratmeter zu bewässern. Das schlucke viel Wasser und Zeit.

Gemeinde sponsert regelmäßig Spezialkur

Zwar bekommen die Flächen oft eine kosmetische Behandlung. Zum Beispiel, wenn Hantl mit seiner Aerifizierungsmaschine anrückt und anschließend Sand in die Löcher streut. Das lockere die Bodenstruktur und mache den Rasen strapazierfähiger, erklärt der Platzwart. Zudem sponsert die Gemeinde regelmäßig – das letzte Mal 2020 für 20 000 Euro (wir berichteten) – eine Spezialkur. Hierbei wird mit speziellem Gerät noch tiefer gebohrt und besserer Sand benutzt. „Aber das alles ist wie eine Vitaminkur für einen 80-Jährigen“, meint Sportbeauftragter Wedekind. „Das hält nicht lange.“

Laut Wedekind wäre es nötig, die Plätze neu anzulegen. Hantl denkt, dass eine richtige Sanierung und eine Bewässerungsanlage zumindest für den Hauptplatz dringend anstünden. Ob sich der Aufwand angesichts der hohen Kosten – laut Wedekind lägen sie bei Neuanlage im höheren sechsstelligen Bereich – lohne, hänge von der Frage ab, ob am Moarhölzl eines Tages ein Sportzentrum entsteht. In einem offenen Brief hatte Wedekind vor Kurzem gefordert, dass der Gemeinderat eine Entscheidung trifft (wir berichteten). So lange offen sei, ob die Fußballplätze ausgelagert werden, könne man an der Haidstraße nichts Größeres anpacken.

Standort Haidstraße auch in anderen Punkten mangelhaft

Im Übrigen zwickt es an anderen Ecken: Laut Hantl sind es zu wenig Parkplätze, Umkleiden und Duschen. Und die Container, wo zusätzliche Kabinen und Büros untergebracht sind, seien nur ein Provisorium, sagt Wedekind. Für ihn ein Zeichen dafür, dass der Standort Haidstraße nicht für die Ewigkeit gedacht ist. Zugleich denkt Wedekind, dass man indirekt „schon noch länger Fußball dort“ plane. Wieso sonst sollte die Gemeinde eine neue Tribüne dort bauen? Für Wedekind ist trotzdem klar: „Auf lange Sicht gesehen wird man dort weg müssen.“ Das sieht Hantl ähnlich. „Bei der Gemeinde sind die Probleme bekannt.“ Dort bemühe man sich sehr. Und ihm sei ebenfalls klar, dass die Gemeinde mehrere Baustellen und begrenzte Finanzen hat. Trotzdem hofft er, dass was vorangeht.

Bürgermeister Christoph Schmid (CSU) bemerkt, dass die Rasenplätze wegen des Lockdowns in einem so guten Zustand „wie seit zehn Jahren nicht mehr“ wären. Trotzdem werde eine weitere Spezialkur für heuer in den Haushaltsplänen auftauchen. „Wir hegen und pflegen die Plätze.“ Eine Neuanlage stehe aktuell nicht zur Debatte. Auch er wolle den Sportentwicklungsplan sowie die Entscheidung über das Moarhölzl vorantreiben. Die größte Herausforderung sei die Erschließung von der B 13 aus, das Staatliche Bauamt Rosenheim hatte eine entsprechende Machbarkeitsstudie gefordert. Hierfür stehe die Gemeinde in Kontakt mit einem Ingenieurbüro, jedoch: „Da reden wir von einem Marathon, keinem Sprint.“

mar

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