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Pokal als Staffel-Stab: Beim Training haben (v.l.) Lisa Bremm, Magdalena Baumann, Sophia Schwarz und Trainerin Barbara Stich schon eine Verwendung für ihren Pokal zur Landkreis-Mannschaft des Jahres 2019 gefunden.

Sportler des Jahres

Als Team macht Sport gleich mehr Spaß

2019 gewannen Sophia Schwarz, Magdalena Baumann und Lisa Bramm von der SG Hausham die Bayerische Meisterschaft über 3 x 800 Meter – und wurden von den Lesern zur Mannschaft des Jahres gewählt.

Hausham – Titel sammeln wollten Sophia Schwarz, Magdalena Baumann und Lisa Bremm heuer nicht nur als Mannschaft im Trikot der LG Oberland, sondern auch auf den Einzelstrecken. Doch dann grätschte Corona dazwischen, große Titelkämpfe wurden abgesagt und „kleinere“ Titelkämpfe werden „nur vielleicht“ oder auch gar nicht durchgeführt.

Sophia Schwarz überbrückte die Corona-Phase mit Läufen rund um ihren Wohnort Fischbachau. „Unsere Trainer haben sich die Mühe gemacht, uns Trainingspläne zu erstellen“, erzählt die 16-Jährige, die seit 2014 aktiv im Verein läuft und im Vorjahr in die Deutsche 3000 Meter-Elite der U16 vorgestoßen ist. „Oft hat mir beim Alleine-Laufen die Motivation gefehlt, doch wenn ich das Training gut geschafft hatte, war es ein super Gefühl“, sagt die Schülerin des Gymnasiums Miesbach. Nach ihren wertvollen Erfolgen im Cross und in der Halle im Winter hofft sie nun auf die Saison 2021 und möchte heuer eher bei „Wald- und Wiesenläufen“ starten und vor allem im Cross weitere Erfolge sammeln. Allerdings hat sie bei ihrem Alternativtraining am Berg mit Wandern und Mountainbiken etwas an Schnelligkeit verloren. Aber: „Das war natürlich auch mal ganz schön, dass ich mich für andere Sportarten begeistern konnte.“

Platz 2 ging bei der Wahl an den TEV Miesbach. Merkur-Mitarbeiter Thomas Spiesl (r.) überreicht den Pokal an (v.l.) David Keckeis, Johannes Bacher und Dusan Frosch.

Froh ist auch Lisa Bremm, dass das einsame, häusliche Training wieder vorbei ist. Die eigentliche 400 Meter-Spezialistin aus Radthal bei Irschenberg hat die Leichtathletik zwar erst vor drei Jahren für sich entdeckt, doch im Langsprint geht es seitdem steil bergauf für die Miesbacher Gymnasiastin. „Ich finde, dass ich beim Laufen einfach gut abschalten, nachdenken und an meine körperlichen Grenzen gehen kann.“ Doch in der Gruppe macht das einfach mehr Spaß. Deshalb war es für die 16-Jährige eine sehr lange Zeit „ohne die anderen zu trainieren“. Ihre Planung auf einen möglichen Wettkampf läuft aktuell eher spontan, obwohl sie ebenfalls gewisse läuferische Rückstände bezüglich Schnelligkeit und Reaktion aus dem Startblock einstecken musste.

Landkreis-Sportler des Jahres: Das sind die Sieger.

2015 kam Magdalena Baumann zum Laufsport. Große Freude bereitet ihr hier, dass „ich beim Laufen einfach vom Alltag abschalten kann, und ich mag das Gefühl, total ausgepowert zu sein“. Die 17-jährige Miesbacherin absolvierte „ihre“ Strecken vor der Haustür: Bergauf läuft sie gerne zum Wasserschloss, auf den Stadelberg oder den Giglberg oder einfach eine Runde im Wald. „Unsere Trainerin Barbara Stich hat uns von Anfang an mit tollen abwechslungsreichen Trainingsplänen versorgt“, erzählt die Schülerin der FOS Holzkirchen. „Ich fand es alleine nicht so schön, weil ich einfach total gerne mit anderen und mit unserer Trainingsgruppe laufe – da motiviere ich mich irgendwie anders.“ Besonders schön sei das Gefühl danach, „dass es alle geschafft haben oder dass es den anderen auch gerade so geht wie mir selbst“. Obwohl sie nach dem Ausfall von zwei angestrebten Wettkampf-Bergläufen eher auf den Herbst spekuliert, ist sie nun froh, dass sie mit ihrer Gruppe trainieren kann. Auf die Bahn in Hausham ist sie zwar nicht angewiesen, denn „ich laufe lieber in der Natur“. An Kraft und Kondition hat sie deshalb nichts verloren, an Schnelligkeit und Taktik allerdings schon. Den Saisonausfall nimmt Magdalena Baumann gelassen: „Geärgert hat mich eigentlich nichts, weil es nun einfach so ist wie es ist und es für uns und die Gesundheit der anderen besser ist.“

Platz 3 erreichten die Bundesliga-Eisstock-Schützinnen des TSV Hartpenning. Merkur-Redakteur Sebastian Grauvogl gratuliert (v.l.) Barbara Quercher, Andrea Lembert, Sandra Schneider, Getraud Zellermayer, Romy Weikel und Monika Mösl.

Mittlerweile dürfen die drei jungen Läuferinnen wieder gemeinsam auf der Bahn in Hausham trainieren. Etwas Wehmut über den Frühling merkt man vor allem Trainerin Stich an: „Unser alljährliches Trainingslager an Ostern in Italien ist ad hoc weggefallen“, bedauert sie. Dort hätte sie ihre Schützlinge gerne intensiv auf die Saison vorbereitet – auch, um den Titel bei der Wahl zur Mannschaft des Jahres verteidigen zu können.

Ludwig Stuffer

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