Mit seinen Toren soll Maximilian Dengler (vorne rechts) den TSV Otterfing zum Klassenerhalt in der Bezirksliga schießen. Sein Ziel ist es aber, diesen Erfolg durch eine gute Mannschaftsleistung zu erreichen.
+
Mit seinen Toren soll Maximilian Dengler (vorne rechts) den TSV Otterfing zum Klassenerhalt in der Bezirksliga schießen. Sein Ziel ist es aber, diesen Erfolg durch eine gute Mannschaftsleistung zu erreichen.

TSV Otterfing nimmt in Aschheim Unternehmen Klassenerhalt in Angriff

TSV Otterfing beginnt das Abenteuer Bezirksliga in Aschheim

  • VonHans-Peter Koller
    schließen

Endlich geht es los: Der TSV Otterfing startet beim FC Aschheim in die Bezirksliga. Es ist die erste Saison in dieser Spielklasse in der Vereinsgeschichte.

Otterfing – Als die Otterfinger Fußballer im Oktober 2020 gegen den SV Ohlstadt aufliefen, ahnte keiner, dass dies für lange Zeit das letzte Punktspiel sein sollte. Erst an diesem Sonntag rollt 20 Monate später wieder der Ball im Spielbetrieb. Allerdings in einer noch nie erreichten Spielklasse. Der dominante Auftritt in der Kreisliga 1 hat der Nordring-Elf den Aufstieg in die Bezirksliga beschert.

Ein Höhepunkt in der Vereinsgeschichte, der nicht als Momentaufnahme in der Klub-Statistik auftauchen soll. „Wir waren schon mal knapp dran. So Mitte der 90er Jahre gegen den FC Rottach-Egern“, kramt Dominik Urban in seinen Erinnerungen. Valentin „Voitl“ Eder weiß es genauer. Der spätere Erste Vorsitzende des ortsansässigen Skiclubs war live dabei. „Es war im Juni 1994. Wir waren gut dabei, aber es hat nicht ganz gereicht.“ Zu diesem Zeitpunkt waren seine Söhne noch nicht geboren und der Sohn des Otterfinger Mittelstürmers Tristan Bacher ging noch in den Kindergarten.

Die Namen Eder und Bacher sind stellvertretend für die heute noch gültige Philosophie in der knapp 5000 Einwohner großen Gemeinde im Landkreis-Norden. Die Tradition und der Zusammenhalt haben einen hohen Stellenwert. In der Zwischenzeit ist Florian Bacher seit vier Jahren Kapitän und die Zwillinge Kilian und Andreas Eder haben geschafft, was dem Papa verwehrt geblieben ist. Den Sprung in in die Bezirksliga. 28 Jahre tritt Bacher nun gegen den Ball und es nahm ihm im Verein keiner krumm, dass er seine fußballerische Grenze jenseits der Kreisliga austesten wollte. Aber nach zwei Jahren Landesliga beim TuS Holzkirchen zog es ihn wieder nach Hause an den Nordring.

Probst will junge Spieler entwickeln

Gegenüber Andreas Schmalz aber ist auch der 32-jährige Kapitän ein Jungspund. 43 Lenze zählt der Mittelfeldspieler, der nicht nur ob seiner Erfahrung den Vergleich mit seinen Team-Kollegen nicht zu scheuen hat. Schmalz ist bei den Laufeinheiten immer im Spitzenfeld und seine Fairness und sein Spielverständnis sind beispielhaft. Bacher und Schmalz aber sind nicht die Einzigen, die schon hochklassig gekickt haben. Torwart Christian Utmälleki (MTV Berg), der Abwehr-Stratege Alexander „Nicki“ Lankes (TuS Holzkirchen), Sturmtank Stefan Ott (FC Deisenhofen) und der amtierende Kreisliga-Torschützenkönig Maximilian Dengler (TuS Holzkirchen) haben Bezirks- oder Landesligaerfahrung gesammelt. „Mein Ziel ist es nicht, die meisten Tore in der Bezirksliga zu schießen, sondern so mannschaftsdienlich zu spielen, dass wir in der Liga bleiben“, verdeutlicht Dengler.

Hat aber der TSV Otterfing, der mit Michael Scherer, dem vormaligen Spielertrainer der SG-Aying/Helfendorf, heuer einen 33-Jährigen eingegliedert hat, einen überalterten Kader? „Wir haben das Glück, auf einen Trainer bauen zu können, der sich mit dem Vereinsziel voll identifiziert“, erklärt Urban die Marschroute von Mike Probst. Der Fußball-Lehrer mit der A-Lizenz hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Nachwuchsspieler zu fördern. Nicht nur im Training, das dreimal die Woche angesetzt war, sondern in den Punktspielen. „Einigen ist es schon gelungen, sich in den engen Startelf-Kader zu spielen“, weiß Probst mit Blick auf Kilian und Andreas Eder, „und einige stehen dicht davor.“ Dass er damit den 18-jährigen Magnus Eder und den gleichaltrigen Neuzugang Leon Kirchner von der SG Aying/Helfendorf meint, liegt auf der Hand.

Bacher auf jeden Fall hat kein Problem damit, die Ersatzbank zu drücken: „Der Trainer weiß schon, wer wann der Richtige ist.“ Und wenn er im Kader nicht berücksichtigt ist, bereitet er sich auf die Zeit vor, die zwangsläufig auf ihn als 32-Jährigen zukommt. Zusammen mit „Voitl“ Eder auf der Steintribüne am Nordring zu sitzen, von alten Zeiten zu plaudern und seinen Nachfolgern zu applaudieren.

Probst hat viel mit Mannschaft gearbeitet

„Die Summe der Transfers in der Bezirksliga Ost hat sich im Rahmen gehalten“, erklärt Probst zu 109 Neuzugängen und 14 Abgängen, wobei die Regionalliga-Reserve aus Buchbach mit 16 Neulingen den Rekord hält. Dass sich der Auftaktgegner FC Aschheim mit dem Ziel eines Platzes unter den ersten Fünf schmückt, kommt dem Nordring-Trainer entgegen, „das ist doch dann gleich ein erster Hinweis, was uns erwartet“.

Gegen die selbst ernannte Spitzenmannschaft aus dem Münchner Osten die Strategie zu wechseln, oder auf die jungen Hoffnungsträger zu verzichten, kommt Probst nicht in den Sinn. „Wir haben einiges geübt in der Vorbereitung und im Pokal. Und das wird jetzt Stück für Stück umgesetzt“, gibt Probst preis. Er meint damit die Abkehr von der Vierer-Abwehrkette in eine Dreierformation, die bei defensiver Strategie auch auf fünf Aktive aufgestockt werden kann. Auch von einem Sechser, einem zentral-defensiven Mittelfeldspieler, hat sich der TSV-Trainer verabschiedet. Er favorisiert eine Dreierkette vor der Abwehr und benennt hier mit Schmalz, Ott und Simon Eder seine erste Wahl. Auch was die Offensive betrifft, hat Probst eine klare Vorstellung. Bacher und Dengler sollen sich, wie in den Vorjahren, ergänzen.

Offensichtlich muss Bacher mit dem Platz auf der Steintribüne noch etwas warten. Wer als Titelfavorit gehandelt wird, ist dem Nordring-Trainer egal. Er hat zwei andere Ziele: die spielerische Weiterentwicklung seiner Schützlinge, für die ihm die Bezirksliga entgegen kommt, und einen Platz über dem Abstiegsstrich. Am besten einstellig.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare