Spiele gegen den Champions-League-Nachwuchs, hier von Red Bull Salzburg, gehören für die jungen Otterfinger immer zu den Highlights des Jahres.
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Spiele gegen den Champions-League-Nachwuchs, hier von Red Bull Salzburg, gehören für die jungen Otterfinger immer zu den Highlights des Jahres.

„2007er Mannschaft hat sich jahrelang gefreut“

TSV Otterfing: Das Highlight des Jahres fällt aus

  • vonHeidi Siefert
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„Es fällt mir richtig schwer, dass nichts ist.“ Dieses Wochenende wird für Bruno Behler anders laufen, als es das letzte Ferienwochenende normalerweise tut.

Otterfing – Er ist Turnierleiter des Otterfinger Challenge Cups, der heuer zum 19. Mal die Creme de la Creme des U13-Nachwuchsfußballs am Nordring zu Gast gehabt hätte. Corona bremste auch die jungen Kicker aus. Und Behler bleibt nicht mehr als „ein kleiner, wehmütiger Gedanke“, wenn er am Sportgelände vorbei kommt und sich langsam auf den Montag als ersten Arbeitstag nach den Ferien einzustellen.

Im Endspurt vor dem Turnier-Wochenende hätte er sich noch einmal in Ruhe hingesetzt, wäre den sportlichen Ablauf der zweitägigen Großveranstaltung durchgegangen und hätte sich Gedanken über die Einlauftexte gemacht. Informative Kurzporträts aller Teams, die nicht nur den Zuschauern die Mannschaften näher bringen, sondern auch ein Zeichen der Wertschätzung des leidenschaftlichen Fußballers gegenüber den Aktiven ausdrückt. Er hätte die TSG Hoffenheim als Titelverteidiger vorgestellt, den FC Bayern München als mehrfachen Sieger und Finalisten des Vorjahres und ob seiner privaten Wurzeln und sportlichen Leidenschaft hätte sein Herz vielleicht ein bisschen mehr für Eintracht Frankfurt geschlagen, als für alle anderen.

„Die 2007er Mannschaft hat sich jahrelang gefreut“

Mit dem langjährigen Verantwortlichen der Hessen habe er kürzlich gesprochen und der habe ihn darin bestätigt, dass Otterfing richtig gehandelt habe, schon früh den Challenge Cup 2020 abzusagen. „Alles andere hätte mich gewundert“, habe der Frankfurter das Aus am 18. April kommentiert. Auch vergleichbar hochkarätige Turniere finden heuer nicht statt. Das 16er-Feld im Landkreisnorden wäre nahezu identisch mit dem im Vorjahr gewesen. Nur das traditionell über Beziehungen eines Sponsors eingeladene Team aus Südosteuropa sei noch nicht namentlich bekannt gewesen. Im Vorjahr war es der kroatische Erstligist NK Osijek, 2018 Vozdovac Belgrad aus der serbischen Superliga, 2017 FK Slavia Sarajevo.

Einen der Fixpunkte hätte natürlich die Heimmannschaft dargestellt, für die der Auftritt im Kreis der ganz Großen traditionell ein besonderes Erlebnis gewesen wäre. „Die 2007er Mannschaft hat sich jahrelang darauf gefreut und nächstes Jahr dürfen sie nicht. Das ist sehr schade“, bedauert Behler. Doch auch die hat heuer am ersten Septemberwochenende frei.

TSV Otterfing: Normalerweise nur kurze Verschnaufpause

So, wie Jörg Müller, der sich bei den Otterfinger Fußballern um die Einladung und Betreuung der Mannschaften kümmert. Und wie der große Stab der Freiwilligen, die nicht erst am Challenge-Cup-Wochenende dafür sorgen, dass alles rund läuft. „Im Normalfall schnaufen wir am Sonntagabend tief durch und dann geht‘s los mit der Vorbereitung fürs nächste Jahr“, sagt Behler, der selbst fast alle Turniere mitgemacht hat. „Seit zwölf, 13 Jahren als Turnierleiter.“

Als dieser hofft er, dass keine der Mannschaften durch die (Zwangs-)Pause abspringt und der Challenge Cup in seinem 20. Jahr wieder stattfinden kann. Er selbst wird, wie jedes Jahr, den Familienurlaub entsprechend planen, wird beobachten, wie das Jahr über die Gästemannschaften beobachten und sobald es irgendwann wieder mit Blasmusik ins Stadion geht zwei Tage lang als routinierter und umsichtiger Kopf des Turniers die sportliche Schaltzentrale am Nordring sein.

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HEIDI SIEFERT

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