Voraussichtlich nicht betroffen vom neuen Modus im Kreis Zugspitze ist Trainer Mike Probst mit dem TSV Otterfing. Eine Meinung hat er dennoch. 
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Voraussichtlich nicht betroffen vom neuen Modus im Kreis Zugspitze ist Trainer Mike Probst mit dem TSV Otterfing. Eine Meinung hat er dennoch. 

Fehlende David-gegen-Goliath-Duelle als Nachteil

TSV Otterfing steht möglicher Ligareform „absolut positiv gegenüber“

  • vonHans-Peter Koller
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Es ist irrig, Mike Probst Desinteresse an den geplanten Neuerungen zu unterstellen, da er ja an der Seite des TSV Otterfing mit größter Wahrscheinlichkeit in der kommenden Saison in der Bezirksliga starten wird.

Otterfing – Zum einen verfügt der Klub aus dem Landkreis-Norden auch über eine Reserve in der B-Klasse, und zum anderen könnte der Start im Oberhaus auch in ein einjähriges Abenteuer münden, womit die Otterfinger sofort anschließend von den Änderungen betroffen wären.

„Die Kernaussage ist, dass ich den Neuerungen absolut positiv gegenüber stehe“, erklärt Probst. „Ein großes Lob an die Verantwortlichen, die sich viel Mühe gemacht haben, bis das Konzept stand.“

Dass er dennoch Kleinigkeiten abändern würde, sieht er nicht als Suche nach dem Haar in der Suppe, sondern als Würze eines gelungenen Essens. Was dem 58-Jährigen zu denken gibt, ist die Bonusregel 6/4/2 – je nach Platzierung nach der ersten Saisonhälfte. „Seit 25 Jahren werden für einen Sieg drei Punkte vergeben. Warum also nicht daran angelehnt 9/6/3?“, fragt Probst.

Relegation könnte unter Reform leiden

Was ihm mehr zu denken gibt, ist der mit der Regeländerung abhandengekommene Charme im Terminkalender. Also Spiele der Tabellen-Favoriten gegen Außenseiter, die selbst ein Unentschieden schon als Erfolg ansehen würden. Zudem könnte die regionale Einteilung in der ersten Saisonhälfte das Leistungsbild der Mannschaften verfälschen.

Hierzu blickt der A-Lizenzinhaber auf den aktuellen Tabellenstand in der Kreisliga. Mannschaften wie der FC Deisenhofen II und der SV Miesbach, die aktuell durchaus die Aufstiegsrelegation im Auge haben, müssten in eine der Abstiegsgruppen weichen. Was Probst als problematisch einstuft, ist eine Änderung der Relegation. „Hin- und Rückspiel haben sich bewährt“, stellt der TSV-Coach fest. „Ein eventuell drittes Spiel und hier das Heimrecht zu losen wäre nicht zielführend und würde die Saison, wenn der Großteil der Fußballvereine bereits pausiert, unnötig in die Länge ziehen.“

Spiele müssen bis zum Winter absolviert werden

Zudem verursacht die Planung, die erste Saisonhälfte auf Biegen und Brechen bis zur Winterpause abzuschließen, bei Probst Zweifel. Speziell im November kann es im Oberland witterungsbedingt zu Spielabsagen kommen, wobei eine Neuansetzung im Frühjahr ein probates Mittel wäre. Die Verpflichtung aber, das Heimrecht aufzugeben und beim Gegner anzutreten oder gar die Begegnung auf einem neutralen Platz auszutragen, sieht der Trainer des TSV Otterfing nicht als zielführend an.

Diese Gedanken ließ Probst bei einer Telefonkonferenz mit TSV-Abteilungsleiter Dominik Urban und Kapitän Florian Bacher einfließen, die ihrerseits in gleicher Weise an die Aktiven herantreten werden. Unabhängig vom Kreuzchen des TSV Otterfing aber kann Prost der Idee an sich, das Spielmodell coronabedingt zu modifizieren, durchaus etwas abgewinnen.

(Hans-Peter Koller)

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