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Die Macher des Erfolgs: TSV Otterfings Trainer Mike Probst (l.) und Spartenleiter Dominik Urban. 

„Heuer hat eben alles gepasst“

TSV Otterfing nach Seuchenjahr Tabellenführer

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In der vergangenen Saison nur über die Relegation dem Abstieg entronnen, geht der TSV Otterfing jetzt als Tabellenführer in die Winterpause. Was ist das Erfolgsgeheimnis?

OtterfingIn der Vorsaison um ein Haar in die Fußball-Kreisklasse abgestiegen, hat der TSV Otterfing heuer die komplette Konkurrenz überrascht. Die Relegation, dank derer die Nordring-Elf überhaupt in der Kreisliga 1 blieb, ist nun schon satte 20 Punkte entfernt. Aber die Lage ist noch wesentlich komfortabler: Der TSV Otterfing führt zur Winterpause die Kreisliga-Tabelle an. Was ist passiert?

TSV Otterfing hat Kader nicht verstärkt

Michael Blaschko kam vom SV Arget aus der A-Klasse, und mit Andreas Schmalz wurde am Nordring ein 41-Jähriger eingekleidet. Dazu vier vereinseigene A-Junioren in die Mannschaft aufgenommen. Das waren aber auch schon alle personellen Veränderungen, die Spartenleiter Dominik „Doxi“ Urban zum Saisonstart gemeldet hatte. Am Kader also liegt die Trendwende nicht. Urban lag mit seiner Einschätzung, wer im Spitzenfeld der Kreisliga zu finden sein wird, auch ziemlich richtig. Der Lenggrieser SC und der ASV Habach, die er als Titelkandidaten nannte, sind aktuell auf den Plätzen zwei und drei zu finden. Und mit dem einstelligen Rang, den er sich für seine Otterfinger wünschte, hat es ja auch geklappt.

Trainer Mike Probst schult Spieler taktisch

Aber mal ehrlich, „Chief Doxi“: War tief im Hinterkopf nicht irgendwo auch die Eins in der Tabelle? „Nach dem Seuchenjahr 2018/19 natürlich nicht“, sagt Urban. „Aber heuer hat eben alles gepasst.“ Diese Pauschalaussage bedarf der Konkretisierung. Der Funktionär vom Nordring, der nicht nur Fußball spielt, sondern Fußball lebt, geht in die Tiefe. An erster Stelle adelt er Trainer Mike Probst. „Er hat als Ex-Profi eine enorme Fachkompetenz und ist zudem im menschlichen Umgang und in seiner Wortwahl ein Ass.“ Da freilich ist auch etwas Bauchpinselei dabei, denn Probst war schon in der Vorsaison Chef-Trainer am Nordring – also im „Seuchenjahr“. Allerdings steht außer Zweifel, dass der schnauzbärtige A-Lizenz-Inhaber die jungen Spieler in Vieraugengesprächen motiviert, mit der richtigen Wortwahl auch mal tadelt und sie taktisch schult. Elf aus dem 20-köpfigen Kader sind 23 Jahre und jünger.

TSV Otterfings Maximilan Dengler trifft und trifft

Maximilian Dengler gehört nicht dazu. Er ist schon 29. Aber was der Wirbelwind zwischen August und November im gegnerischen Strafraum angerichtet hat, ist für die Konkurrenz angsteinflößend. Vier Tore gegen den SV Uffing, zwei Mal drei Stück gegen den SV Polling und die SF Egling-Straßlach – insgesamt 19 Treffer in 14 Begegnungen. Die Torjägerkrone der Kreisliga ist für Dengler greifbar. Die Zahl 19 spielt am Nordring aber noch eine weitere Rolle: Zu mehr Treffern kam die Konkurrenz gegen den TSV Otterfing bislang nicht.

Hier tritt wieder Probst auf den Plan. Es sind die jungen Spieler wie Jonas Eder, Maxi Riblinger und Andi Eder, die er stets in die Vierer-Abwehrkette stellt. „Auch sie haben sich weiter entwickelt und sind auf diesem Weg noch nicht am Ende“, stellt Probst trocken fest. „Und mit einem Christian Utmälleki im Tor ist die bisherige Bilanz nicht unbedingt verwunderlich.“

In einem sind sich der Trainer und sein Spartenleiter einig: Es gehört auch Glück dazu, vor Langzeitverletzungen verschont zu bleiben. In der Vorsaison schleppten sich Dengler und Kapitän Florian Bacher mit gesundheitlichen Problemen durch das Jahr. Heuer passt‘s. Und was den Senior im Team betrifft, täuscht das Alter: Schmalz, der langjährige Landes- und Bezirksliga-Erfahrung hat, ist auf der Sechs nicht nur Lenker des Spieles. „Er ist fit wie ein Turnschuh“, sagt Urban. Und bei Laufeinheiten stets im Spitzenfeld zu finden.

TSV Otterfing von Verletzungspech verschont

Wohin wird der Weg des TSV Otterfing nach der Winterpause führen? Titel und ab in die Bezirksliga? „Wir haben noch zwölf Spiele und hier sicher keinen einzigen Selbstläufer“, betont Urban. „Aber mit neun Punkten Vorsprung auf die Relegation im Spitzenfeld mitmischen zu wollen, ist nicht vermessen.“ Auch Trainer Probst möchte nach oben. „Die Gegner in der Bezirksliga wären ein weiterer Schritt nach vorne für die Entwicklung unserer jungen Spieler.“ Das Ziel Aufstieg durch Neuzugänge in der Winterpause zu untermauern, ist nicht geplant. „Wer reinpasst bei uns, ist herzlich willkommen“, erklärt Urban. „Aber bislang ist nichts bekannt.“

ko

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